Landesverband Hessen e.V. des Deutschen Journalisten-Verbandes

 
 

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Lahn-Dill

 

Bezirksverband des DJV Landesverband Hessen e.V.

 

 

Termine

 

Lahn-Dill

Keine Termine.


Ortsverbandsvorsitzender

 

Dr. Klaus-Peter Andrießen

Roter Graben 14
35037 Marburg
Telefon/privat: 06421/64508
Handy: 0171 / 28 69 743

 

 

Stellvertreter

 

Maurizio Gemmer

35683 Dillenburg

 

 

Ortsgruppen-Mail

 

eMail

LahnDill@djvhessen.de

 

 


Große Bereitschaft zum Arbeitskampf


12.04.2011 WETZLAR.  Für die Mitglieder des Bezirksvereins Lahn-Dill im DJV Hessen ist das Maß voll. Die Versuche des Verlegerverbandes, in der aktuellen Tarifauseinandersetzung einen Billigtarif für Berufsanfänger einzuführen und ihre Weigerung, ein verhandelbares Angebot auf den Tisch zu legen, wollen die Kolleginnen und Kollegen nicht länger hinnehmen. Das wurde während der Jahreshauptversammlung am 7. April in „Tasch's Wirtshaus“ in Wetzlar deutlich. Wie Vorsitzender Klaus P. Andrießen feststellte, ist die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen zu für die Verleger spürbaren Arbeitskampfmaßnahmen groß. Gleiches berichtete Landesgeschäftsführer Achim Wolff aus den Ortsverbänden in ganz Hessen.

In seinem Bericht zeigte sich Andrießen erfreut darüber, dass die Mitgliederzahlen im Bezirksverband im Verlauf der zurückliegenden vier Jahre annähernd konstant geblieben sind. Im April gehörten dem Verein 68 Mitglieder an (Vorjahr: 67, 2008: 71). Gleichwohl wolle der Landesverband verstärkt neue Mitglieder werben. Andrießen: „Derzeit entsteht ein Flyer, der auf dem Landesverbandstag am 11. Juni in Frankfurt vorgestellt werden soll.“

Im Rahmen der Zusammenkunft setzte der Ortsverband die während des Landesverbandstages 2010 beschlossene Satzungsänderung zur Zusammensetzung der Fachausschüsse des DJV Hessen um. Für die einzelnen Gremien wurden vorgeschlagen: Andrießen (Tageszeitungen, Zeitschriften und Nachrichtenagenturen), Maurizio Gemmer (Audiovisuelle Medien), Kilian Scharf (Betriebs- und Personalräte sowie Gleichstellung), Claudia Köhler (Wirtschaft und Verwaltung), Maike Wessolowski und Maurizio Gemmer (Netzwerk Junge).

Bei den Vorstandswahlen bestätigten die Mitglieder jeweils einstimmig Andrießen (Vorsitzender) und Gemmer (stellvertretender Vorsitzender) in ihren Ämtern. Neuer Schriftführer ist Mika Beuster, der Holger Kiehl ablöst.

Als Delegierte für die Landesverbandstage wurden Andrießen, Gemmer und Beuster gewählt. Als Ersatzdelegierte fungieren Köhler, Kilian Scharf und Kiehl. Andrießen, Gemmer und Beuster sollen auch Delegierte der DJV-Verbandstage in Würzburg und Kassel sein - soweit sie vom Landesverbandstag dafür gewählt werden.

Nicht zufrieden ist der Bezirksverband mit dem derzeitigen Internetauftritt des Landesverbands. Deshalb stellen die Kolleginnen und Kollegen zum Landesverbandstag in Frankfurt den Antrag, den Online-Auftritt des DJV Hessen hinsichtlich Aktualität, Optik und Funktionalität zu erneuern und zu verbessern. In einem weiteren Antrag wollen sie geprüft wissen, ob das Magazin „Blickpunkt“ durch eine digitale Ausgabe ersetzt werden kann. Diese könne kostengünstiger und aktueller sein. (Holger Kiehl) +++





Ein Thema, das viele bewegt

Bezirksverband Lahn-Dill diskutiert Honorarregelung für Freie


20.04.2010 WETZLAR.  Rechtlich verbindliche Vergütungsregelungen für freie Journalisten – dafür hat der DJV viele Jahre gekämpft. Seit dem 1. Februar 2010 sind sie in Kraft und sorgen weiter für Diskussionen unter den Kolleginnen und Kollegen. So auch während der Jahreshauptversammlung des Bezirksverbands Lahn-Dill am Dienstag (13. April) in Wetzlar.

DJV Landesvorsitzender Hans Ulrich Heuser sprach von „einem Meilenstein“ in der Geschichte des DJV und einem „Thema, das viele bewegt.“ Der „Tarifvertrag für Freie“ biete nicht nur klar geregelte Honorarsätze, sondern gerade für junge Kolleginnen und Kollegen auch Orientierung. „Sie brauchen sich nun nicht mehr mit Dumpinghonoraren abspeisen zu lassen.“ Heuser berichtete von einer Kollegin, die mit Hilfe des DJV bereits erfolgreich das ihr zustehende Honorar eingeklagt habe. „Wir werden jedem Freien helfen, der die neuen Regeln durchsetzen will“, sagte der Landesvorsitzende. Er riet den freien Kolleginnen und Kollegen, sich abzusprechen und gemeinsam für ihre Rechte zu streiten.

Bei allem Verständnis dafür, dass die Honorarsätze der Freien dringend angepasst werden müssen, gab es in der Runde aber auch kritische Anmerkungen. Da die Regeln nur für hauptberufliche Journalisten gelten würden, sei beispielsweise zu befürchten, dass die Verlage vermehrt auf schreibende Haufrauen, Pensionäre oder Leserreporter zurückgreifen würden. Bei gleichbleibenden Redaktionsetats könnten am Ende auch deutlich weniger Aufträge für Freie stehen. Heuser richtete das Augenberk der Journalisten auch auf die Ende des Jahres bevorstehenden Tarifverhandlungen. Erstmals sollten zu diesem Zweck Sondierungsgespräche mit den Verlegern geführt werden. Oberstes Ziel des DJV sei die Sicherung der Arbeitsplätze, kündigte Heuser an. Zuvor hatte der Vorsitzende des Bezirksverbands Lahn-Dill, Klaus-Peter Andrießen, auf das Jahr 2009 zurückgeblickt.

Die Zahl der Mitglieder blieb mit 67 (April 2010) fast konstant. 2009 hatten dem Verband 68 Kolleginnen und Kollegen angehört, 2008 waren es 71. Wie Andrießen berichtete, gehörte auf Landesebene die Neuorganisation der Fachgruppen zu den wichtigsten Themen. Dies sei während des Landesverbandstages in Hanau nicht gelungen. Mittlerweile habe der erweiterte Landesvorstand einen Kompromiss ausgearbeitet, der wohl während des Verbandstages am 19. Juni in Wiesbaden verabschiedet werden könnte. Anstatt bislang elf soll es zukünftig sechs Fachausschüsse geben: Tageszeitung, Zeitschriften und Nachrichtenagenturen; Audio-visuelle Medien; Betriebs-, Personalräte und Gleichstellung; Journalisten in Wirtschaft und Verwaltung; Netzwerk Junge und Netzwerk Freie. „Ich verspreche mir von der Neuregelung, dass die Arbeit in den Ausschüssen effektiver wird“, meinte Andrießen. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden drei Kollegen für ihre 25-jährige DJV-Mitgliedschaft ausgezeichnet: Stefan Gombert, Peter Rossmann und Klaus-Peter Andrießen.

Maurizio Gemmer, als freier Journalist an Lahn und Dill tätig, regte eine Informationsveranstaltung für Freie in der Region an. Er wolle dafür dann unter den Kolleginnen und Kollegen die Werbetrommel rühren. (Holger Kiehl) +++



60 Jahre engagiert für Journalismus: Wolfgang Scheer geehrt

JHV Bezirksverband Lahn-Dill: Tarifprobleme, Fachausschüsse, Solidaritätsappell


05.05.2009 WETZLAR.  Man darf ihn mit Fug und Recht als „journalistisches Urgestein“ bezeichnen, denn er blieb der „schreibenden Zunft“ auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben treu und engagiert sich noch heute - im 80. Lebensjahr - ehrenamtlich im Deutschen Journalistenverband (DJV): Wolfgang Scheer. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des DJV-Bezirksverbandes Lahn-Dill am 14. April in Wetzlar wurde der ehemalige Redakteur und Chef vom Dienst der Wetzlarer Neuen Zeitung für seine 60-jährige Zugehörigkeit in der Journalistengewerkschaft ausgezeichnet. Wegen seiner vielfältigen ehrenamtlichen Funktionen im DJV-Hessen, unter anderem als Schatzmeister und Vorsitzender der Fachgruppe Tageszeitung, wurde Scheer 2000 zum Ehrenmitglied ernannt. Seine journalistische Ausbildung begann er im August 1948 als Volontär bei der Wetzlarer Neuen Zeitung.

Bezirksverbandsvorsitzender Klaus P. Andrießen würdigte Scheer als eine Persönlichkeit, „die sich um den den Journalismus in vielen Funktionen verdient gemacht hat.“ Herzlich gratulierte auch der Vorsitzende des DJV Hessen, Hans Ulrich Heuser. Seines Wissens ist Scheer der erste Kollege auf Landesebene, dem diese Auszeichnung zuteil wurde. „Du hast Dich mit großem Elan für die Pressefreiheit eingesetzt. Wir wünschen uns, dass wir noch lange auf Deinen Rat zurückgreifen können“, sagte Heuser.

Bei dem Treffen stand auch die Wahl des Vorstandes auf der Tagesordnung. Jeweils einstimmig wurden Vorsitzender Klaus P. Andrießen, sein Stellvertreter Maurizio Gemmer und Schriftführer Holger Kiehl in ihren Ämtern bestätigt. Als Delegierte beim Landesverbandstag am 4. Juli vertreten die drei Vorstandsmitglieder zudem die Interessen des Bezirksverbandes auf Landesebene. Als Ersatzdelegierte fungieren Mika Beuster, Maike Wessolowski, Kilian Scharf und Thorsten Wagner. Als Kandidaten für den DJV-Delegiertentag in Berlin wählte die Versammlung Klaus P. Andrießen.

Leicht gesunken, von 72 auf 69, ist die Zahl der Mitglieder des Bezirksverbands. Wie der Vorsitzende berichtete, hat der Verband zwei Mitglieder (Gerd Graf und Sabine Stemmler) durch Tod verloren. Zwei Kolleginnen und Kollegen seien ausgetreten und hätten diesen Schritt mit dem zu niedrigen Tarifabschluss begründet. Drei Kolleginnen und Kollegen seien an andere Ortsverbände überwiesen worden.

Der vom DJV schön gerechnete Abschluss von 4,6 Prozent sei bei vielen Mitgliedern auf Missfallen gestoßen, berichtete Andrießen. Er machte aber auch deutlich, dass der Abschluss zu einem späteren Zeitpunkt angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise sicherlich deutlich schlechter ausgefallen wäre.

Das Verhandlungsergebnis ändere nichts daran, dass immer mehr Verlage aus dem Tarifvertrag ausscherten. Beispiel Gießener Anzeiger: Dort würden Verträge ohne Tarifbindung und die Beschäftigung von Leiharbeit zunehmen. Möglicherweise werde der Mantel bald aus Wiesbaden kommen. Die HNA habe den Abschluss übernommen, sei aber kein Tarifmitglied mehr. Besonders schlimm sei die Situation in Fulda. Die Kollegen hätten Änderungskündigungen erhalten. Nach den neuen Verträgen sollten die Beszüge um 20 Prozent gekürzt werden. Gleichzeitig seien die eh niedrigen Honorare für die freien Kolleginnen und Kollegen noch gekürzt worden. In diesem Zusamenhang erinnerte Andrießen daran, dass sich der Bezirksverband Lahn-Dill mit einem Antrag zum Landesdelegiertentag 2008 gegen Tarifflucht, Outsourcing und Leiharbeit stark gemacht hatte.

Angesichts der Tarifflucht in einigen Zeitungshäusern forderte Heuser die Kollegen zu mehr Solidarität auf. Er bot die Hilfe des Verbandes an, denn Angst um den Arbeitsplatz sei ein schlechter Berater. Heuser: „Wer aus dem Tarifvertrag austritt, muss dann eben mit uns einen Haustarif aushandeln!“ Der Vorsitzende machte aber auch klar, dass der Verband nur etwas erreichen könne, wenn die Kollegen notfalls auch bereit seien, zum Erreichen ihrer Ziele auf die Straße zu gehen.

Heuser berichtete von den Bemühungen des Landesvorstandes, die Arbeit der Fachausschüsse effektiver zu gestalten. Angestrebt werde ein kleinerer Kreis, zu dem jeder Ortsverband eine Person benennen solle. Die dazu notwendige Änderung der Satzung und der Geschäftsordnung solle während des Delegiertentages in Hanau beraten werden. Heuser bereitete die Mitglieder zudem auf eine wahrscheinliche Beitragserhöhung im Jahr 2010 vor. Die Beiträge seien seit 15 Jahren nicht mehr erhöht worden. Im aktuellen Etat verzeichne der Landesverband allerdings ein Minus von 4500 Euro. Hauptgrund dafür seien Steuernachzahlungen in Höhe von 30.000 Euro.

Andrießen appellierte an die Mitglieder, sich auf Landesebene an der Arbeit der Fachausschüsse zu beteiligen, „denn die bieten die Möglichkeit, sich mit einzelnen Themen der journalistischen Arbeitsbedingungen intensiv zu beschäftigen.“ Der Bezirksvorstand will sich weiter bemühen, den Mitgliedern Veranstaltungsangebote zu machen. Ein erster Schritt ist getan: Am 22. April stand ein Besuch bei Leica in Solms auf dem Programm. (Holger Kiehl) +++



Digital-Bolide mit Mega-Chip entsteht in Hessen

Ortsverband Lahn-Dill besucht die Leica Camera AG


05.05.2009 WETZLAR.  Anspannung und eine gewisse Euphorie hat der Bezirksverband Lahn-Dill bei seinem Besuch in der Kamera-Schmiede Leica erlebt. Elf Mitglieder hatten sich im Werk des weltbekannten Herstellers in Solms bei Wetzlar eingefunden. Leica-Mitarbeiter Ralph Hagenauer informierte sie kurzweilig und kenntnisreich über die kurz vor der Markteinführung stehende neuartige digitale Profi-Kamera S2, die legendäre höchstpräzise Fertigung und natürlich die Produktgeschichte der Leica-Cameras, Ferngläser und Projektionsgeräte. Leica bediene einen kleinen Teil des Fotomarktes, der in Qualität und Preis weit vom Durchschnitt entfernt sei, räumte Hagenauer unumwunden ein.

Zur Kundschaft gehören daher aber auch Prominente wie der Sänger Seal, der gerade mit Ehefrau und Model-Star Heidi Klum ein Kind erwartet. Der Star ist begeisterter Nutzer einer Leica Kamera, wie Hagenauer sagte. Bei einem Besuch im Solmser Hauptsitz habe Seal seine eigene hochwertige Kamera mitgebracht. Die Leica-Techniker hätten sich des Stücks angenommen - denn Seal klagte, der Schneckengang des Objektivs, mit dem die Entfernung eingestellt wird, sei mit der Zeit etwas schwergängig geworden. Nach einigen gekonnten Handgriffen habe der Sänger den Apparat zurückbekommen. Die Leica-Mitarbeiter scheinen gute Arbeit geleistet zu haben. Denn bei dem folgenden Konzert in Mannheim hat der Super-Star laut Hagenauer mehrere Minuten vor etwa 5000 seiner Fans von der Kamera-Schmiede an der Lahn geschwärmt.

Mit der neuen S2, einem Digital-Boliden mit extrem großem Aufnahme-Chip und 37 Megabyte Auflösung, will die Firma ab Sommer der etablierten Mittelformat-Konkurrenz von Hasselblad, Mamiya und anderen eine handliche Alternative entgegensetzen. Wie sehr die Solmser ihr neues Produkt hüten, zeigte eine kleine Szene beim Rundgang durch die Fertigung: Statt eines Blicks ins Innere der S2 auf einem Prüftisch gab es einen Prototypen zu sehen - den allerdings durften die Journalisten dann sogar samt mächtiger Optik selbst kurz in die Hand nehmen. Dabei zeigte sich, dass die Kamera trotz etwas größerer Abmessungen als bei gängigen Profi-Spiegelreflex-Geräten sehr gut in der Hand liegt und sowohl Gewicht wie Größe in den Hintergrund treten.

In Solms sind nach Hagenauers Angaben 450 Mitarbeiter beschäftigt, darunter neben den Spezialisten für feinoptische und feinmechanische Systeme auch eine größere IT-Abteilung, die sich um die Digital-Entwicklungen kümmert. Im Vordergrund, so Hagenauer bei seiner Führung, stehe bei Leica auch im digitalen Zeitalter die sprichwörtliche Bildqualität der Produkte. Dazu zähle unbedingt auch die perfekte Präsentation von Fotos. Deshalb gibt es im Hause ein Fachlabor, das schwarzweiße Filme für Kunden entwickelt und Papierabzüge in höchster Qualität herstellt. Wer es digital, farbig und wesentlich größer will, kann auf den neuen Leica-Beamer zurückgreifen, der Bilder auf eine Größe von bis zu elf Metern in der Diagonale vergrößern kann. Das gesammelte Wissen zur Aufnahme und zur Präsentation von Fotos vermittelt der Hersteller übrigens vor allem durch die regelmäßigen Kurse der Leica-Akademie.

Während die Zeit der Spiegelreflexkameras aus Solms vorbei ist - die Produktion der R9 wurde eingestellt -, stehen die Messsucherkameras des Systems M inzwischen auch in einer digitalen Version zur Verfügung. Diese legendäre Kamera, der man noch immer die Ur-Leica von 1924 ansehen kann, bildet das Rückgrat der Produktpalette, die mit einigen digitalen Kompakt- und einer Superzoomkamera auch Fotogeräte aus japanischer Produktion unter dem Leica-Label enthält. Das Geniale an der digitalen M-Leica: sie arbeitet nicht nur mit neuen Objektiven, sondern auch mit solchen, die vielleicht früher einmal an Vaters oder Großvaters Leica aus den 50er Jahren gute Dienste geleistet haben. (Klaus P. Andrießen) +++



Bezirksverein Lahn-Dill gegen Tarifflucht und Leiharbeit


15.04.2008 WETZLAR.  Der Bezirksverband Lahn-Dill des DJV Hessen macht sich dafür stark, dass die Tarifflucht der Zeitungsverlage gestoppt wird. Während der Jahreshauptversammlung der Journalistengewerkschaft in Wetzlar beschlossen die Mitglieder einstimmig einen Antrag, den sie zur Landesverbandstagung am 14. Juni in Kassel einbringen wollen. Wörtlich heißt es darin: „Der Bezirksverband Lahn-Dill fordert den Landesverband auf, Strategien zu entwickeln, mit denen die Tarifflucht der Verlage gestoppt werden kann. Dazu gehört, dass die Leiharbeit wieder auf 12 Monate begrenzt wird.“ Wie Vorsitzender Klaus P. Andrießen erläuterte, ist es ein nicht hinnehmbarer Zustand, dass sich immer mehr Verleger durch OT-Mitgliedschaften aus der Verantwortung ziehen. Gleichzeitig hätten im Falle von Tarifauseinandersetzungen ausgerechnet die Verlage mit Sanktionen zu rechnen, die dem Zeitungsverlegerverband angehören und sich an den Tarif gebunden fühlen.

Erwartungsgemäß bildete die Diskussion über die bevorstehende Tarifrunde für die Redakteurinnen und Redakteure an den deutschen Tageszeitungen einen Schwerpunkt der Zusammenkunft. Für Gesprächsstoff in den Redaktionen sorgt der Anfall von Überstunden, die vielfach weder in Freizeit noch finanziell abgegolten würden. Der stellvertretende Vorsitzende des DJV Hessen, Martin Angelstein, riet den Kolleginnen und Kollegen auf jeden Fall dazu, ihre Überstunden genau zu dokumentieren, um gegenüber der Geschäftsleitung argumentieren zu können. Deutlich wurde, dass die Redakteure eine spürbare Anhebung ihrer Gehälter erwarten. Eine kurze Diskussion entspann sich darüber, ob das aktuelle Tarifgefüge noch zeitgemäß ist. Das Zeitungsmachen habe sich in den zurückliegenden Jahren derart verändert, dass darüber nachgedacht werden sollte, ob für die Kollegen, die überwiegend im technischen Bereich oder in Reporterfunktion tätig seien, eigenständige Tarifverträge abgeschlossen werden sollten. Zu einem einmütigen Ergebnis kam die Diskussion über dieses Thema nicht.

Im Rahmen der Zusammenkunft hatte Andrießen die angenehme Aufgabe, zwei langjährige Mitglieder auszuzeichen. Ralf-Stefan Triesch (Haiger) und Martin Heller (Sinn) gehören der Journalistengewerkschaft seit 25 Jahren an. Während Heller die Ehrung persönlich entgegennahm, wurden Urkunde und Anstecknadel für den Kollegen Triesch nachgereicht.

In seinem Bericht ging Andrießen auf die zurückliegenden Monate ein. Im vergangenen Jahr war ein neuer Vorstand gewählt worden. Um wieder mehr Leben in den Bezirksverband zu bringen, hatte der Vorsitzende eine Umfrage unter den rund 70 Mitgliedern initiiert. Ziel: herauszufinden, welche Aktivitäten die Kolleginnen und Kollegen erwarten. Die Resonanz war ernüchternd: Lediglich vier Antworten kamen zurück.

Die Kommunikation zwischen den Mitgliedern wurde wesentlich vereinfacht. Es konnte ein E-Mail-Verteiler aufgebaut werden, über den der überwiegende Teil der Kolleginnen und Kollegen nun zeitnah über wichtige Themen informiert werden können. Demnächst will der Vorstand Informationsveranstaltungen zu aktuellen, Journalisten betreffenden Themen organisieren. Der stellvertretende Vorsitzende, Maurizio Gemmer, berichtete von den positiven Impulsen, die von der DJV-Fachgruppe „Junge“ ausgingen. Die Treffen fänden einmal im Monat in Frankfurt statt und seien eine gute Gelegenheit, Netzwerke zu knüpfen. (Holger Kiehl) +++



15.04.2008

Bezirksverein Lahn-Dill gegen Tarifflucht und Leiharbeit

09.05.2007

Wachwechsel im Vorstand: Dr. Andrießen löst Konrad ab


 
     
 

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