Landesverband Hessen e.V. des Deutschen Journalisten-Verbandes

 

"Ein Vorbild als Journalist" - Trauer um Rainer Dinges

23.12.2009 WIESBADEN.  Der langjährige Leiter des hr-Studios Wiesbaden und ehrenamtliche Vorsitzender der Landespressekonferenz, Rainer Dinges, ist am 22.12. im Alter von 68 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Politiker und Kollegen beklagen den Verlust einer herausragenden Persönlichkeit. Er sei ein Vorbild als Journalist" gewesen, hieß es heute in zahlreichen Würdigungen von Kolleginnen und Kollegen in den Medien wie auch von Politikern. Rainer Dinges, im August 1941 in Wiesbaden geboren, begann seine journalistische Laufbahn im Februar 1965 in der politischen Redaktion des "Wiesbadener Kuriers" und trat am 1. Juli 1965 als Mitglied in den damaligen "Hessischen Journalistenverband" (hjv), den heutigen DJV Hessen, ein. In den Siebziger Jahren arbeitete Dinges viele Jahre im Landesvorstand mit. "Wir verlieren mit ihm einen verdienten Kollegen und aufrechten Streiter für die Pressefreiheit und Belange des Journalismus", erklärte der Vorsitzende des DJV-Landesverbandes Hessen, Hans-Ulrich Heuser.

Ab 1969 war Rainer Dinges die folgenden 36 Jahre für den Hessischen Rundfunk tätig - die meiste Zeit als landespolitischer Korrespondent des hr-Hörfunks in Wiesbaden. Seine Kenntnis der Landespolitik mit allen historischen Daten war legendär. hr-Intendant Helmut Reitze hatte Dinges bei der hr-Verabschiedung in den Ruhestand vor vier Jahren als "Hessenarchiv auf zwei Beinen" gewürdigt. Darüber hinaus war Dinges zuletzt auch Korrespondent für das Darmstädter Echo.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bezeichnete Dinges heute als Vorbild. Seine Persönlichkeit habe nötige Distanz geschaffen, aber zugleich fachliche und menschliche Nähe zugelassen. Die Nachricht von Dinges' Tod löse in der Landeshauptstadt Trauer und Schmerz aus, sagte Koch. Das Mitgefühl gelte seiner Frau und seinen Töchtern. Der Ministerpräsident hatte im Jahre 2005 Dinges mit dem hessischen Verdienstorden geehrt. Über 30 Jahre war Dinges auch ehrenamtlicher Vorsitzender der Landespressekonferenz in Wiesbaden. "Wir haben einen vorbildlichen Kollegen verloren, der vielen auch ein Freund war", sagte die Vorsitzende der Landespressekonferenz, Petra Wettlaufer-Pohl von der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen".

Auch hessische Politiker würdigten Dinges. Für die CDU erklärten Fraktionsvorsitzender Christean Wagner und Generalsekretär Peter Beuth, Dinges werde als fairer Journalist und kenntnisreicher Wegbegleiter in Erinnerung bleiben."Seine kritische Meinung war wertvoll und anregend zugleich". Die FDP würdigte ihn als Grandseigneur der hessischen Presselandschaft, ein Journalist der alten Schule, der viel Zeit auf Recherche verwendet habe und zwischen Bericht und Kommentar trennen konnte. "Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei seiner Witwe Marianne und seinen Kindern", sagten der Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn und der Fraktionsvorsitzende Florian Rentsch.

Auch der SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel würdigte Dinges als großen und unabhängigen Journalisten. Er habe als Vorsitzender der Landespressekonferenz maßgeblich den Stil im Umgang von Politik und Medien geprägt. Für die Grünen im Landtag war Rainer Dinges "war nicht nur ein langjähriger, kenntnisreicher Begleiter der Landespolitik, sondern er ist über die Jahre zu einer Institution geworden. Oft gelang es ihm, mit der Kombination aus seiner ruhigen Art und seinem phänomenalen Gedächtnis, Abgeordnete sehr freundlich daran zu erinnern, dass die soeben verkündete Neuigkeit schon vor Jahren angekündigt war. Gleichzeitig hat er sich immer in der Rolle des neutralen Berichterstatters gesehen, der nicht selbst 'Politik zu machen', sondern unabhängig zu berichten hatte. Die Gespräche mit ihm, nicht nur in schulpolitischen Fragen, werden uns fehlen", so Tarek Al-Wazir, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN (ma/hr). +++