Landesverband Hessen e.V. des Deutschen Journalisten-Verbandes

 

DJV-Landesverbände kritisiert neuerlichen
"Doppelschlag" gegen unabhängigen Journalismus


28.11.2009 EMSTAL.  Die Pressefreiheit wird nach Meinung der beiden Landesverbände Hessen und Thüringen des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) immer mehr zu einem "Spielball" politischer Interessen. Auf einer gemeinsamen Klausurtagung im nordhessischen Emstal (Landkreis Kassel) am heutigen Samstag kritisierten die Landesvorstände als Vertreter von rund 3.800 hauptamtlichen Journalisten aus beiden Bundesländern, dass eine "Berlusconisierung" auch in der bundespolitischen Presse "in erschreckendem Maße" zunehme. Der rausgeschmissene Chefredakteur Sergej Lochthofen bei der "Thüringer Allgemeinen" (TA) am Donnerstag und der quasi abberufene ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender durch die Verweigerung einer Vertragsverlängeurng seien die ersten Opfer und es müsse befürchet werden, dass weitere folgten. Dies bedeute auch einen "schwarzen Tag" für den Qualitäts-Journalismus.

Zum "Fall Brender" erklärten die beiden Journalistenverbände, dass niemand in Deutschland einen "Staatsfunk" wolle. Die DJV-Verbände Hessen und Thüringen verlangten deshalb, dass sich die Politik aus den Medien heraushalte. Die Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrates stünden für eine Binnen-Pluralität aus ausgewogene Berichterstattung, nicht aber für ein parteipolitisches Ränkespiel.

Nach Meinung der Journalistenorganisationen machten die Fälle Brender und Lochthofen auch deutlich, dass versucht werde, unbequeme Journalisten aufgrund von Parteiinteressen mundtot zu machen. In Erfurt bei der Thüringer Allgemeinen gehe es um knallharte wirtschaftliche Interessen, während in Mainz die Politik ihre Muskeln gegen Brender spielen ließ, um ihre Interessen durchzusetzen. (Lesen Sie zu den beiden angesprochenen Fälle auch die Meldungen auf dieser Seite). +++