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"Darmstädter Echo" und Lokalausgaben nur als reduzierte "Streikausgaben"
23.10.2009 DARMSTADT. Die Leser des "Darmstädter Echo" und der Lokalausgaben bekommen derzeit immer wieder eine Streikausgabe mit deutlich reduziertem Umfang. Grund ist die Entlassung sämtlicher Drucker des Medienhauses Südhessen. Die Auseinandersetzungen um die Kündigung der gesamten Belegschaft der Darmstädter Echo-Druckerei droht zu eskalieren. Die Nachtschicht der Zeitungsdruckerei hatte in der vergangenen Nacht die Arbeit niedergelegt. Die Sozialplanverhandlungen sind inzwischen vom Verlag als gescheitert erklärt worden. Nun wird die Schlichtungsstelle angerufen.
Hintergrund der Entlassungen ist ein gemeinsames Projekt der Verlagsgruppe Rhein-Main in Mainz und des Medienhauses Südhessen, die in Rüsselsheim ein neues Druckzentrum mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro bauen. Sowohl die Drucker aus Darmstadt, als auch die Drucker aus Mainz sind zum Jahresende 2010 arbeitslos. Sie werden nicht direkt in die neue Gesellschaft übernommen, sondern sollen sich dort neu bewerben. Da die neue Gesellschaft nicht tarifgebunden ist, liegen die Löhne deutlich unter dem derzeit gezahlten Niveau.
Der Betriebsrat des Medienhauses Südhessen will für die 130 Drucker, die größtenteils seit Jahrzehnten in Darmstadt arbeiten, nicht nur einen akzeptablen Sozialplan, sondern eine Auffanggesellschaft, um die Chance der Drucker auf einen neuen Arbeitsplatz zu verbessern. Echo-Verleger Hans-Peter Bach hat zwar in den vergangenen Jahren bereits Rückstellungen für einen Sozialplan gebildet, die den Betroffenen jedoch zu niedrig sind. Bach erklärte in dieser Woche vor der Belegschaft, wegen der anhaltenden Krise der Tageszeitungen könne er die veranschlagte Summe nicht aufstocken, ohne die Existenz des gesamten Unternehmens zu gefährden.
Nach Ansicht der Gewerkschaften handelt es sich um einen „Billig-Sozialplan“, der den Mitarbeiterin nicht zuzumuten sei. In den kommenden Tagen muss mit weiteren spontanen Arbeitsniederlegungen der Drucker gerechnet werden. (red). +++
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