Landesverband Hessen e.V. des Deutschen Journalisten-Verbandes

 



Blickpunkt - Mit Qualität den Leser überzeugen

20.04.07.
    Die Zukunft des Journalistenberufes rückt für die Kolleginnen und Kollegen immer mehr in den Vordergrund. Verunsichert durch Entlassungen in den großen Zeitungs- und Zeitschriftenhäusern, sind vor allem die Entscheidungsträger in den Gremien der Journalistenverbände gefordert, den Mitgliedern eine Perspektive zu geben.
So wurde gerade im abgelaufenen Verbandsjahr bei den Zusammenkünften der Zeitschriftenkolleginnen und -kollegen noch nie so intensiv über die Qualität und die Vermittlung der Beiträge zum Leser diskutiert. Hierzu gaben nicht nur die Broschüren "Journalist 21" genug Diskussionsstoff her, sondern auch die Erfahrungen aller Teilnehmer aus den Redaktionen. Denn nur mit der Qualität gilt es den Leser zu überzeugen, waren sich alle einig. Und da gab es auch keinen Unterschied in der Bewertung. Viele nahmen die Worte aus einem Artikel des "blickpunkt" auf, "sachlich, korrekt, kompetent und verständlich (zu) informieren, damit sich jeder ein objektives Bild machen kann".

Das wirklich Wichtige erfahren

Etliche der Kolleginnen und Kollegen erinnerten sich an ihre Ausbildungszeiten, als es immer wieder hieß, aus der Fülle an Informationen das wirklich Wichige herauszufiltern. Da war es natürlich ganz selbstverständlich, den Ausdruck und die Wortwahl stetig zu hinterfragen. Denn der Leser will verstehen, was er da liest. Wichtig war es für die Kolleginnen und Kollegen, bei jedem Artikel die Qualität zu hinterfragen. Und dazu gehört für alle einen vollständige und vor allem eigenständige Recherche, die auch sprachlich angemessen sich darstellt.
Nur zu unterstreichen war für alle Teilnehmer bei den verschiedenen Zusammenkünften, dass die Journalistin und der Journalist ein fundiertes Allgemeinwissen hat, fähig ist zur kritischen Distanz sowie zur richtigen Einschätzung von Fakten und Aussagen.

Fachgruppen neu orientieren

Wer kennt sie nicht, die Zusammenkünfte vieler Fachgruppen in Hessen, wo abends einige Kolleginnen und Kollegen sich treffen und enttäuscht über die mangelnde Zustimmung sind. In einer Zeit, in der es um das Überleben des Journalistenberufes geht und eine neue Ausrichtung des Berufsstandes, sind aber alle gefordert, sich den neuen Herausforderungen zu stellen.
So soll beim Verbandstag am 30. Juni in Marburg über ein Papier "Inhalte und Zusammensetzungen der Fachgruppen in Hessen - Für eine neue Ausrichtung" diskutiert werden. Es ist daran gedacht, mit den Gruppen Frei, Bild und Zeitschriften drei Mal im Jahr zusammenzukommen, um für alle betreffende Themen zu diskutieren. Es gilt unter den heutigen verlegerischen und politischen Begebenheiten, näher zu rücken. Ohne einen gewissen Schulterschluss dürften sonst keine der Gruppen Bestand haben.

Neue Staffel kein 15. Berufsjahr mehr

Im Rahmen der Verhandlungen mit den Zeitschriftenverlegern erreichten die Mitglieder der Tarifkommissison Zeitschriften im DJV nach zähen Verhandlungen Mitte vergangenen Jahres einen Abschluss der Gehälter von 2,2 Prozent zum 1. Januar 2007, der eine Einmalzahlung von 220 Euro zum Oktober 2006 vorausging; eine weitere Einmalzahlung von 220 Euro ist zum 1. Januar 2008 fällig. Der Gehaltstarifvertrag läuft über einen Zeitraum von 26 Monaten vom 1. Juni 2006 bis 31. Juli 2008.
Strukturelle Änderungen in der Berufsjahresstaffel traten zum 1. September 2006 in Kraft. Da die 15. Berufsjahresstaffel gestrichen wurde, wurden die Gehälter der unteren Berufsjahre leicht erhöht. Der Tarifabschluss war sicher nicht unbedingt das, was die Tarifkommission sich erhofft hatte. Zunächst aber bietet er den Kolleginnen und Kollegen Sicherheit; wichtig war ebenso, dass der Flächentarifvertrag bestehen blieb. (Silvester Hertel) +++