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Thorsten Becker
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Telefon: 06181 / 840136
Fax: 040 / 3603191355
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Claudia Bechthold
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Sechstes Herbstforum der Initiative Qualität:
Qualität im Blick - Medienkritiker und Ombudsleute
10.10.2011 BERLIN. Die Qualität des Journalismus hängt wesentlich davon ab, wie kritisch die Medien sich selbst betrachten, wie transparent sie die eigene Branche darstellen und wie sie öffentlich mit Kritik umgehen. Beim Sechsten Herbstforum der Initiative Qualität im Journalismus (IQ) loteten Wissenschaftler und Journalisten am 10. Oktober in Berlin die Potenziale von Medienkritik und Medien(selbst)kontrolle aus. Am Rande der Veranstaltung gründeten Leseranwälte und Ombudsleute deutscher Zeitungsverlage eine Arbeitsgemeinschaft, in der Erfahrungen ausgetauscht und neue Modelle entwickelt werden sollen, um Plattformen und Verfahren für den Umgang mit Leserbeschwerden zu schaffen.
Willi Steul betonte als Intendant des Deutschlandradios in einem Grußwort, wie wichtig die kontinuierliche Qualitätssicherung für den Journalismus ist. Dabei komme auch der Medienkritik eine wichtige Funktion zu. Bei einer Panel-Diskussion gaben Medienfachjournalisten Einblicke in ihre tägliche Arbeit. Dabei schilderten sie, ihr wichtigstes Ziel sei es, das Me-diengeschehen transparent abzubilden. Die Redaktionsleiter von epd medien und Funkkorrespondenz, Diemut Roether und Dieter Anschlag, berichteten, eine kontinuierliche und gründliche Analyse der Branche falle angesichts sinkender Etats und schrumpfender Redaktionen immer schwerer.
Ulrike Simon, die für die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau schreibt, kritisierte, manchmal würden Medienseiten oder -magazine auch instrumentalisiert, um für eigene medienpolitische Ziele zu kämpfen. Als Beispiel dafür nannten die Fachjournalisten bei der Expertendiskussion Themen wie Rundfunkgebühren, Tagesschau-App oder auch der Verflechtung großer Medienkonzerne. Sissi Pitzer, die für das Medienmagazin des Bayerischen Rundfunks verantwortlich ist, empfahl eine zurückhaltende Berichterstattung in eigener Sache. "Man sollte einen Unterschied machen, wenn man selbst betroffen ist oder der Verdacht entstehen könnte, dass man vom eigenen Haus missbraucht wird", warnte schließlich Ulrike Simon.
Tobias Eberwein, der sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Journalistik der TU Dortmund mit dem Thema Medienkritik beschäftigt, erklärte, vor allem das Internet könne sich als wertvolle Aufklärungsplattform in Medienfragen erweisen. In vielen Fällen fehle es aber noch an geeigneten Angeboten, die zum Korrektiv werden könnten, wenn die Branche zu wenig oder verzerrt über sich selbst informiere. "Ich finde, dass viel zu wenig erklärt wird", forderte Daniel Fiene, Medienfachjournalisten müssten noch konsequenter aus der Sicht der Mediennutzer berichten. Der Gründer des Blogs "Was mit Medien" produziert unter anderem wöchentlich ein halbstündiges Audio-Magazin emen. Es gehe darum Zusammenhänge zu erklären. Genau dies aber sei schwierig, wenn es um komplexe Themen gehe, die Namen wie "Rundfunkänderungsstaatsvertrag" oder "Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten" tragen, wandte Dieter Anschlag ein.
Wie zeitgemäßer Journalismus in Zeiten von Web 2.0 und Online-Communities aussehen kann, zeigten in Berlin Céline Lauer und Silke Mülherr. Beide entwickelten in der Axel-Springer-Akademie Ideen und Konzepte, die beweisen, dass crossmediale Aufbereitung die journalistische Qualität verbessern kann. So zeigte etwa die Jungredakteurin Céline Lauer Beispiele für digitales Storytelling. Dabei werden Texte im Internet um Bild- und Audio-Elemente angereichert. Hinzu kommen interaktive Grafiken und Flash-Animationen ("Gamification"). Silke Mülherr, die bei der Axel-Springer-Akademie als Volontärin arbeitet, stellte ein Online-Projekt vor, bei dem während der Fußballweltmeisterschaft 2011 Reportagen und Berichte allein auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Social-Media-Quellen erstellt worden waren. Twitter oder Facebook böten meist schneller vielfältigeres Material als dies andere Quellen könnten. Hinzu kämen geringe Kontaktkosten und ein große Transparenz durch Interaktionsmöglichkeiten - Social Media als wertvolle Ergänzung zu klassischen Quellen.
Wichtig für die journalistische Qualitätssicherung sind auch Kontaktstellen zwischen Publikum und Redaktionen. So haben inzwischen etwa zwölf deutsche Tageszeitungen sogenannte Leseranwälte oder Ombudsleute eingeführt. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter oder externe Experten, die sich mit Leserbeschwerden auseinandersetzen oder die Inhalte der eigenen Zeitung von sich aus kritisch überprüfen. Ihr Aufgabenspektrum reicht vom Leser-Service über den Leser-Anwalt bis zum Schiedsrichter in rechtlichen Fragen. Anton Sahlender, der seit sieben Jahren Ombudsmann der Main-Post in Würzburg ist, hat seine Tätigkeit inzwischen in mehr als 370 Kolumnen dokumentiert. Wichtig sei, dass Ombudsleute un-abhängig blieben, betonte er.
Kerstin Dolde, die in ähnlicher Funktion bei der Frankenpost in Hof arbeitet, sagte, es gehe vor allem darum, den Kontakt zu den Lesern nicht zu verlieren. Dies sei umso wichtiger in Zeiten, in denen viele Lokalredaktionen geschlossen würden. Heinrich Kintzi, der sich im Konfliktfall um einen Interessenausgleich für die Leser der Braunschweiger Zeitung kümmert, empfahl eine enge Zusammenarbeit zwischen Ombudsleuten und Redaktionen. Der niederländische Professor Huub Evers wies darauf hin, Ombudsstellen könnten den Verlagen oft auch gerichtliche Auseinandersetzungen ersparen.
Die am Rande der Veranstaltung gegründete neue Arbeitsgemeinschaft deutscher Presse-Ombudsleute will gemeinsame Standards entwickeln. "Das dient der journalistischen Kultur", lobte Tagungsmoderator Werner Lauff. Auch Christian Höppner, der als Generalsekretär des Deutschen Musikrates den RTL-Programmausschuss leitet, befürwortete einen Zusammenschluss der Ombudsleute. Allerdings sei eine Ombudsstelle bei RTL derzeit nicht denkbar. Fazit von IQ-Sprecherin Ulrike Kaiser: "Es kann gar nicht genügend über Qualität in den Medien geredet werden, wenn es denn nicht beim Reden bleibt..." (Dr. Matthias Kurp / DJV)
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7. Süddeutscher Journalistentag - Im Zeichen der Zukunftsangst
29.09.2011 WÜRZBURG. Die gedruckten Medien sind in der Krise. Zurückgehende Abonnentenzahlen, kriselndes Anzeigengeschäft und heftige Konkurrenz durch kostenlose Angebote im Internet machen nicht nur den Zeitungsverlegern zu schaffen. Auch die Journalisten machen sich Sorgen um die Zukunft ihres Berufsstandes. Denn vor allem jüngere Menschen begnügen sich oft mit den schnell im Internet verbreiteten Nachrichten, ohne auf deren Herkunft, Wahrheitsgehalt oder journalistische Qualität zu achten. Beim Süddeutschen Journalistentag des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) in Würzburg wurde die Problematik von mehr als 200 Journalisten aus Hessen, Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt diskutiert. Es gab insgesamt acht Foren organisiert, auf denen Journalisten und Politiker u.a. Selbstbewusstsein gegenüber der Chefetage forderten, die gezielte Nutzung von Social Media empfahlen und die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von der Politik beschworen. Groß war der Zulauf zum Existenzgründungsseminar, lebhaft das Interesse am Zweitverwertungs-Portal „DieRedaktion.de“ der Deutschen Post.
Konkrete Lösungen für die Zukunft gab es aber nicht. Diese Ungewissheit trägt auch zur Verunsicherung junger Menschen bei, die sich für den Journalistenberuf entschieden haben. Immer öfter wechseln sie nach ihrem Volontariat die Seiten und entscheiden sich für einen Job in Unternehmens-Pressestellen oder in PR-Agenturen. Zu unsicher ist ihnen die Zukunft des Tageszeitungsmarktes.
Viele Volontäre erhalten nach Abschluss ihres Volontariats kein Übernahmeangebot mehr. Ihnen bleibt oft nur der Weg in eine freiberufliche journalistische Tätigkeit. Ein hartes Pflaster mit nicht gerade rosigen Verdienstchancen. Obwohl die Journalistenverbände mit den Zeitungsverlegern verbindliche Tarifverträge für Freie abgeschlossen haben, werden diese in kaum einem Medienhaus eingehalten, so der DJV.
Eine Erhebung der journalistischen Berufsverbände ergab ein durchschnittliches Monats-Nettoeinkommen bei freiberuflich tätigen Journalisten von etwa 800 Euro. Stundensätze unter fünf Euro seien nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.
Wolfgang Kiesel, Buchautor und Journalistenausbilder, sieht dennoch Chancen in einer freiberuflichen Tätigkeit und ermuntert Nachwuchsjournalisten, die Freiberuflichkeit offensiv anzugehen. Ein Wissensvorsprung durch Spezialisierung auf bestimmte Themengebiete, ein gutes Netzwerk und vor allem eine Tätigkeit nicht nur für eine Zeitung könnten ein gutes Auskommen bescheren. Ein freiberuflicher Journalist müsse seinen Wert kennen. Tagessätze unter 150 Euro seien nicht kostendeckend, pro Monat müssten mindestens 3000 Euro auf dem Konto sein, um eine schwarze Null zu schreiben.
Kiesel gibt zu, es brauche eine gewisse Anlaufzeit und einen langen Atem, um als Freiberufler erfolgreich zu sein. Sein Fazit: „Guter Journalismus führt auch zu wirtschaftlichem Erfolg.“Um den zu erreichen, kann eine rege Nutzung der sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter durchaus ratsam sein, wie in einem anderen Forum deutlich wurde. Christian Lindner, Chefredakteur der Koblenzer Rhein-Zeitung, ist in diesen Netzwerken täglich unterwegs. Für mindestens eine Stunde. Er diskutiert dort nicht nur mit Lesern, sondern bekommt viele Anregungen für Reportagen und Hinweise, wo gerade etwas passiert. Auch wenn er Fachkompetenz für eine Reportage benötige, finde er Ansprechpartner über Twitter oder Facebook. „Vieles erfahren wir über Twitter oder Facebook schneller als über die Polizei“, weiß Marc Hippler, Internetjournalist bei der Stuttgarter Zeitung. Er rät Zeitungsverlagen, über ihre Internetauftritt nicht nur die Meldungen von Nachrichtenagenturen zu verbreiten, die man ohnehin überall nachlesen könne, sondern ihre lokale und regionale Kompetenz auch im Internet zu nutzen. Aber auch im Netz gelte der Anspruch an hohe journalistische Qualität. Dann werde eine Lokalzeitung oft sogar über ihr eigenes Verbreitungsgebiet hinaus wahrgenommen.
Mit journalistischer Qualität beschäftigten sich auch der Chefredakteur des Bayrischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken und der medienpolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Eberhard Sinner. Moderator Harro Menzel, Redakteur beim Hessischen Rundfunk, warnte davor, politische Berichterstattung im Fernsehen nur noch den Talkshows zu überlassen, „wo am Ende doch nichts dabei herauskommt“. Sinner warnte junge Menschen, sich über Politik nur im Internet und über Suchmaschinen zu informieren. Die Informationen dort seien meist manipuliert, ihre Herkunft oft unklar. „Hier müssen die Qualitätsmedien ansetzen und solche Informationen filtern und überprüfen.“
Sigmund Gottlieb wies auf Probleme der Berichterstattung gerade bei der aktuellen Euro-Krise hin. „Wie sollen wir Journalisten den Menschen die Zusammenhänge erklären, wenn nicht mal Politiker und Analysten das können?“ Das Fernsehen sei nicht der Reparaturbetrieb der Politik. Konken forderte die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender auf, politische Sendungen nicht ins Spätprogramm zu verbannen. Generelle Kritik gab es an der wachsenden Zahl politischer Talkshows im Fernsehen, die guten, investigativen Journalismus in die späten Abendstunden verdrängten. (Hans Dieter Erlenbach)
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Große DJV-Tarifkommission stimmte Zeitungsabschluss einstimmig zu
19.09.2011 FULDA. Einstimmig hat der Gesamtvorstand als Große Tarifkommission des Deutschen Journalisten-Verbandes am heutigen Montag dem Tarifabschluss vom 18. August für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen zugestimmt. Sofern die beiden Tarifpartner ver.di und BDZV dem Verhandlungsergebnis bis zum Ende der Erklärungsfrist am 30. September zustimmen, gelten bei den tarifgebundenen Verlagen dann neue Flächentarifverträge. Danach erhalten die Redakteure jeweils zum 1. Oktober 2011 und zum 1. Februar 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Am 1. Mai 2012 steigen die Gehälter linear um 1,5 Prozent.
Die Honorare der Freien im so genannten 12a-Tarifvertrag sollen um jeweils zwei Prozent zum 1. Oktober 2011 und zum 1. August 2012 angehoben werden. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertrags soll bis 31. Juli 2013 dauern. Der Manteltarifvertrag gilt unverändert fort und ist frühestens zum 31. Dezember 2013 kündbar. Die Altersversorgung kann erstmals Ende 2013 gekündigt werden. Unter bestimmten Bedingungen sieht der Tarifabschluss eine Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung vor, die von Verlagen in nachgewiesenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten genutzt werden kann. Einen abgesenkten Tarifvertrag für Berufseinsteiger und Jobwechsler wird es nicht geben.
In der Diskussion der Großen DJV-Tarifkommission wurde das Engagement der vielen Journalistinnen und Journalisten gelobt, die sich zum Teil über Monate hinweg gegen die von den Verlegern geforderten Tarifeinbußen gewehrt hatten. "Die Zeitungsverleger sind mit ihrem Versuch gescheitert, die Tarifverträge und den Redakteursberuf auf Dauer abzuwerten", erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.
"Die engagierte Gegenwehr der Kolleginnen und Kollegen vor Ort hat dazu beigetragen, dass der Journalismus keinen Schaden genommen hat." Seinen besonderen Dank richtete er an die DJV-Verhandlungskommission, die sich in zehn Verhandlungsrunden über ein Jahr hinweg mit den Verlegern auseinandergesetzt habe, und an die Tausenden von Journalisten, die sich an Arbeitskämpfen und Protestaktionen beteiligt hätten.
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87,5 Prozent für die Annahme des Tarifergebnisses -
heute Urabstimmung bei hessischen Tageszeitungen
08.09.2011 FRANKFURT/MAIN. Die bei hessischen Tageszeitungsverlagen im DJV Hessen organisierten Redakteurinnen und Redakteure, die sich am Streik beteiligt hatten, haben sich in der heute endenden Urabstimmung für die Annahme des am 18.8.2011 erzielten Tarifergebnisses entschieden. Exakt 87,5 Prozent sprachen sich für das Tarifergebnis aus. Damit wurde die für eine Annahme nach der Streikordnung erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit deutlich übertroffen.
Der Vorsitzende des DJV Hessen Hans U. Heuser wertete dieses Ergebnis zugleich als ein Bekenntnis für den Qualitätsjournalismus, ohne den heute keine Tageszeitung mehr auskommt und der für die wirtschaftliche Existenz jeder Tageszeitung notwendig ist. Heuser weiter: „Diesen Umstand haben die Redakteurinnen und Redakteure offensichtlich eher als die Verleger begriffen.“
Mit zahlreichen bundesweiten Streiks konnte das Vorhaben des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) verhindert werden, einen deutlich abgespeckten Gehaltstarifvertrag für künftige Redakteursjahrgänge einzuführen. Anderenfalls hätte der Redakteursberuf für talentierte junge Menschen erheblich an Attraktivität verloren. (red) +++
Erleichterung! Einigung bei Tarifverhandlungen Tageszeitungen in 10. Runde
Hamburg, 18.08.2011 - Nach siebzehnstündigen Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen wurde am heutigen Morgen eine Einigung erzielt. Danach erhalten die Redakteure jeweils zum 1. Oktober 2011 und zum 1. Februar 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Am 1. Mai 2012 steigen die Gehälter linear um 1,5 Prozent. Die Honorare der Freien im so genannten 12a-Tarifvertrag sollen um jeweils zwei Prozent zum 1. Oktober 2011 und zum 1. August 2012 angehoben werden. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertrags soll bis 31. Juli 2013 dauern.
Deutscher Journalisten-Verband, ver.di und Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger vereinbarten darüber hinaus, dass der Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft gesetzt wird und frühestens zum 31. Dezember 2013 kündbar ist. Die Altersversorgung kann erstmals Ende 2013 gekündigt werden. Den von den Verlegern seit Monaten geforderten Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger wird es nicht geben. Als Zugeständnis stimmten DJV und ver.di unter bestimmten Bedingungen einer Klausel zur Beschäftigungssicherung zu, die von Verlagen in nachgewiesenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten genutzt werden kann. Sie sieht vor, dass unter Beteiligung der Gewerkschaften in Krisensituationen einzelner Verlage die Sonderzahlungen für Redakteure um maximal 50 Prozent eines Monatsgehalts für maximal zwei Jahre abgesenkt werden. Als Gegenleistung sind die Arbeitsplätze der Journalisten im Jahr der Absenkung und im Folgejahr gesichert.
DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring bezeichnete das Tarifergebnis als "annehmbaren Kompromiss zum Erhalt des Flächentarifvertrags". Die Verhinderung des Dumping-Tarifvertrags für Berufseinsteiger und Jobwechsler sei ein voller Erfolg. "Das ist das Verdienst von Tausenden Journalistinnen und Journalisten, die mit ihren Streiks den Angriff der Verleger auf die Tarifverträge und die Berufsperspektive der Jungen abgewehrt haben." Allein am gestrigen Mittwoch hätten sich in mehreren Bundesländern über 2.000 Journalisten an Arbeitskämpfen beteiligt.
Die DJV-Tarifkommission rief im Anschluss an die Hamburger Verhandlungsrunde die Kolleginnen und Kollegen dazu auf, die Streiks einzustellen. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen muss die Urabstimmung über das Ende der Streiks eingeleitet werden, sobald das Tarifergebnis im Wortlaut vorliegt. Der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission wird auf seiner Sitzung am 19. September in Fulda über das Tarifergebnis entscheiden. +++
URABSTIMMUNG:
100 % DJV-Zeitungsredakteure für S T R E I K - ab morgen!
WIESBADEN / FRANKFURT AM MAIN, 16. August 2011. Bei der heutigen Urabstimmung in hessischen Tageszeitungsredaktionen hat sich eine überwältigende Mehrheit für den Beginn von Streikaktionen ausgesprochen. Nach Angaben des Landesverbandes Hessen des Deutschen Journalistenverband (DJV) und der Gerkschaft ver.di haben Redakteure in Wiesbaden, Wetzlar und Frankfurt/Main mit einem Votum von 98,7 Prozent abgestimmt.
Von den teilnehmenden DJV-Mitgliedern haben sogar 100 Prozent zugestimmt. Auf dieser Grundlage werde morgen zu einem unbefristeten Streik aufgerufen, erklärte der hessische DJV-Geschäftsführer Achim Wolff.
Gleichzeitig fand ein Warnstreik statt, der am Mittwoch, wenn die zehnte Verhandlungsrunde zwischen Zeitungsverlegern und Journalistengewerkschaften beginnt, fortgesetzt wird. Sollte es bei diesen Verhandlungen nicht zu einer Einigung kommen, soll in Hessen unbefristet gestreikt werden. Die Urabstimmungen in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen hatten ebenfalls klare Voten für den Arbeitskampf gebracht.
Die unbefristeten Arbeitsniederlegungen sind Teil des Kampfes für die Erhaltung der Tarifverträge. Trotz der seit Monaten andauernden Verhandlungen stehe nach wie vor die Forderung des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, die auf Verschlechterungen im GTV, für neu einzustellende Redakteurinnen und Redakteure abzielten. Darüberhinaus müsse sichergestellt sein, dass Betriebsrat und/oder Gewerkschaften bei tatsächlich erforderlichen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung beteiligt werden. Ungeachtet dessen haben die Verleger bisher nur ein völlig unzureichendes Gehaltsangebot vorgelegt, das für dieses und das nächste Jahr jeweils nur Einmalzahlungen von 200 Euro und für 2013 eine lineare Erhöhung um magere 1,5 Prozent vorsieht. dju und DJV fordern eine Erhöhung in diesem Jahr um vier Prozent. Ohnehin stehe fest, dass die Gehälter der Redakteurinnen und Redakteure in den letzten Jahren durch geringe Lohnsteigerungen und den Kaufkraftschwund permanent gesunken seien, erklärte Wolff.
Bei der zentralen Streikversammlung in Frankfurt/Main appellierte der stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Michael Anger an die Verleger, sich ihrer Verantwortung für den Qualitätsjournalismus und damit für ihre Zeitungen zu besinnen. Faire und angemessene Tarifverträge seien notwendig für den Fortbestand des Qualitätsjournalismus. Den Redakteuren in Hessen schlossen sich auch die Drucker der Frankfurter Societäts-Druckerei an, die aus Solidarität mit ihren schreibenden Kollegen die Arbeit niederlegten.
Die nächste Tarifrunde mit dem Zeitungsverlegerverband findet am morgigen 17. August in Hamburg statt. Sollte es zu einer Einigung kommen, wollen die Gewerkschaften den unbefristeten Streik sofort abbrechen. (Foto: Hans-Dieter Erlenbach) +++
Erfolg bei Tageszeitung-Tarifverhandlungen:
Verleger rücken von Maximalforderungen ab
03.08.2011 HAMBURG. Mit einem Verzicht der Verleger auf massive Einschnitte in die Tarifverträge für Zeitungsjournalistinnen und -journalisten endete am gestrigen Dienstagabend die neunte Tarifrunde Tageszeitungen in Hamburg. Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, des Deutschen Journalisten-Verbands und der Gewerkschaft ver.di hatten vom Mittag an über neue Tarifverträge für die rund 14.000 Redakteure an Tageszeitungen verhandelt. Die Zeitungsverleger rückten dabei von ihrer im Dezember 2010 aufgestellten Forderung nach einem um 15 Prozent abgesenkten Tarifwerk für Berufseinsteiger ab. Mögliche Veränderungen in der Struktur des Gehaltstarifvertrags für den journalistischen Nachwuchs werden zu einem späteren Zeitpunkt noch verhandelt. "Damit ist der Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger vom Tisch", sagte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. "Das ist ein großer Erfolg, den wir unseren streikenden Kolleginnen und Kollegen zu verdanken haben."
Darüber hinaus einigten sich die Tarifvertragsparteien darauf, den Manteltarifvertrag in seiner bestehenden Form bis Ende 2013 wieder in Kraft zu setzen. Eine Kündigung der Altersversorgung soll bis Ende 2013 ausgeschlossen werden. Grundsätzliche Übereinstimmung wurde auch hinsichtlich von Öffnungsklauseln erzielt: Verlage in wirtschaftlicher Not sollen die Möglichkeit erhalten, unter genau umrissenen Bedingungen zeitweise Urlaubs- und Weihnachtsgeld abzusenken. "Hier müssen wir noch die Konditionen genau festlegen, damit es bei Notfalllösungen bleibt", sagte Döhring. Über Erhöhungen von Gehältern und Honoraren ist in einer weiteren Tarifrunde zeitnah zu verhandeln. Ein Verhandlungstermin soll in den nächsten Tagen vereinbart werden. Am morgigen Mittwoch werden die zuständigen DJV-Gremien das Verhandlungsergebnis bewerten.
"Uns ist ein wesentlicher Schritt nach vorn gelungen", sagte der DJV-Verhandlungsführer am Abend. "Dafür mein herzlicher Dank an alle Kolleginnen und Kollegen, die sich zum Teil seit Monaten aktiv für faire und angemessene Tarifverträge stark gemacht haben!" +++
Warnstreik bei vier Zeitungen in Hessen
02.08.2011 WIESBADEN/FRANKFURT/M. An den laufenden Tarifauseinandersetzungen zwischen Journalisten und Verlegern beteiligen sich am heutigen Dienstag (02.08.) auch die Kolleginnen und Kollegen von vier hessischen Tageszeitungen. Der DJV wie auch der Landesverband Hessen hat die Journalisten von Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse, Wiesbadener Kurier und Wiesbadener Tagblatt zum Warnstreik aufgerufen. Insgesamt haben sich seit dem Vormittag - Dauer ist bis zum Abend - etwa 120 Journalisten beteiligt.
Am heutigen Mittag sind Gewerkschaften und Zeitungsverleger in kleiner Runde in Hamburg zusammengetroffen, um die Tarifverhandlungen für die Zeitungsjournalisten fortzusetzen. Der DJV sieht die Verhandlung als sehr bedeutsam an, denn heute dürfte sich herausstellen, ob mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ein neuer Flächentarifvertrag zustande kommen kann. Halten die Verleger an ihrer Forderung nach einem Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger und Jobwechsler fest? Bleiben sie bei ihrer Politik, die Gewerkschaften DJV und ver.di zu einem Ja zur dauerhaften Abwertung des Journalistenberufs zu drängen? Oder haben sie registriert, dass gegen den Willen der Journalisten keine Tarifeinschnitte machbar sind? Antworten auf diese Fragen soll die heutige Tarifrunde in Hamburg bringen.
Die in Hessen streikenden Kolleginnen und Kollegen der vier Zeitungen trafen sich heute Nachmittag zu einer Streikversammlung im Frankfurter DGB-Haus. Dabei wurden einmal mehr die drei wichtigsten Forderungen bekräftigt: Beibehaltung des bundesweiten Flächentarifvertrages, keine Abstriche am Manteltarifvertrag und weiterhin müsse das so genannte "Tarifwerk II" mit deutlich reduzierten Einstiegsgehältern für Journalisten "vom Tisch". (ma) +++
DJV sehr zufrieden mit Verlauf der Urabstimmung
21.07.2011 Berlin. Als deutliche Bestätigung für die Linie des Deutschen Journalisten-Verbandes in der laufenden Tarifauseinandersetzung mit den Print-Verlegern wertete DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring am heutigen Donnerstag den bisherigen Verlauf der Urabstimmung. Am Montag und Dienstag stimmten Journalistinnen und Journalisten an 18 Zeitungstiteln in Baden-Württemberg darüber ab, ob die Tarifforderungen des DJV an die Zeitungsverleger mit Streiks durchgesetzt werden sollen. In zwei weiteren Titeln wurde für einen Sympathiestreik gestimmt. Hauptforderungen sind der Verzicht auf ein neues, abgesenktes Tarifwerk für Berufseinsteiger und Jobwechsler sowie die Fortschreibung der Flächentarifverträge in ihrer bisherigen Form. Mit Ja stimmten 98,6 Prozent der DJV-Mitglieder, die an die Wahlurnen gegangen waren. Die Wahlbeteiligung lag bei 78,3 Prozent. "Das ist ein klares Votum für faire und angemessene Tarifverträge für die rund 14.000 Zeitungsredakteure in Deutschland und die künftig hinzu kommenden", erklärte der Verhandlungsführer des DJV.
Döhring erwartet ein ebenso deutliches Signal aus Nordrhein-Westfalen, wo die Urabstimmung am gestrigen Mittwoch begann: "Der Auftakt war viel versprechend." An der zentralen Streikversammlung am 20. Juli in Schwerte hätten sich über 400 Journalisten aus dem ganzen Bundesland beteiligt. Zwischen Rhein und Weser sind DJV-Mitglieder aus über 20 Zeitungsredaktionen zur Urabstimmung aufgefordert. Mit den Ergebnissen rechne der DJV am morgigen Freitag.
Der DJV sei auch weiterhin zu konstruktiven Tarifverhandlungen mit den Verlegern bereit, betonte der DJV-Verhandlungsführer. Der bisherige Verhandlungsverlauf habe jedoch gezeigt, dass Fortschritte hin zu angemessenen Tarifverträgen offenbar nur durch den Druck der Journalistinnen und Journalisten in den Redaktionen zu erreichen seien.+++
"Grünes Licht" für Urabstimmung und Arbeitskampfmaßnahmen
Große DJV-Tarifkommission hält an Flächentarifverträgen fest
12.07.2011 KASSEL. Der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission des Deutschen Journalisten-Verbandes hat am heutigen Dienstag mit großer Mehrheit den Weg frei gemacht zur Einleitung der Urabstimmung im Bereich der Tageszeitungen. Der siebenköpfige DJV-Bundesvorstand soll nach dem Kasseler Beschluss entscheiden, wann die Urabstimmung in welchen Verlagen durchgeführt wird. Mit Blick auf die Urlaubszeit soll sie zeitlich und regional gestaffelt werden. In der Urabstimmung entscheiden die Redakteure über Arbeitskampfmaßnahmen an Zeitungsverlagen. Hintergrund sind die seit einem Jahr andauernden Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, der massive Einschnitte in das Tarifniveau fordert. "Die Verhandlungen haben zwar Fortschritte gebracht", resümierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring, "aber wir sind von einem Abschluss noch weit entfernt." Es sei daher notwendig, nach der Welle der Warnstreiks in zahlreichen Regionen mit der Urabstimmung den Weg zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen zu ebnen.
Die Große Tarifkommission des DJV hat in der mehrstündigen Sitzung heute erneut bekräftigt, dass sie am Ziel der Flächentarifverträge auf dem bisherigen Niveau für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen festhalte. "Die Bezahlung und die tariflichen Leistungen für die Zeitungsjournalisten sollen weiterhin einheitlich in ganz Deutschland sein", sagte Döhring. Zur Durchsetzung der berechtigten Tarifforderungen in der Fläche könne es hilfreich sein auszuloten, ob ein regionales Tarifwerk denkbar und als Vorbild für die Fläche geeignet sei.
Die zahlreichen Warnstreiks von Kolleginnen und Kollegen seit Anfang dieses Jahres, an denen sich mehrere tausend Journalisten beteiligten, haben den Verlegern klar gemacht, dass sie sich mit ihrem Angriff auf die Tarifverträge nicht durchsetzen werden. Ein wenig Bewegung kam in die Verhandlungsrunden, aber längst nicht genug, damit ein Tarifabschluss in greifbare Nähe rückt. Die pauschale Arbeitgeberforderung nach Absenkung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf nur noch ein Monatsgehalt scheint vom Tisch zu sein. Stattdessen ging es zuletzt nur noch darum, Verlagen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten entgegen zu kommen. Eine angemessene Gehaltserhöhung für die Redakteurinnen und Redakteure, vom DJV seit über einem Jahr gefordert, scheint möglich zu sein. Beim Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger bleiben die Verleger hart: Sie wollen Einsparungen in Höhe von 15 Prozent erreichen. Das ist zwar nicht mehr so viel wie noch im Dezember 2010, würde aber dennoch den Einstieg in die Entwertung des Redakteursberufs bedeuten. Damit es dazu nicht kommt, bleibt nur der Gang in die Urabstimmung.
Was bedeutet der heutige Beschluss des DJV-Gesamtvorstands nun für die Journalistinnen und Journalisten bei den Zeitungen? Kommt morgen der flächendeckende, unbefristete Arbeitskampf in allen deutschen Zeitungsverlagen?
Nein, bestimmt nicht. Die Urabstimmung ist erforderlich, wenn die Arbeitskampfmaßnahmen über kurze punktuelle Warnstreiks hinausgehen sollen. Redakteurinnen und Redakteure entscheiden dann darüber, ob sie einen Streik befürworten oder ablehnen. Wenn mindestens zwei Drittel mit Ja gestimmt haben, kann der DJV zum unbefristeten Streik aufrufen. Befristete Streiks sind auch ohne Urabstimmung möglich. Diese Entscheidung trifft der DJV-Bundesvorstand. Er wird nur solche Maßnahmen beschließen, die am ehesten zum gewünschten Erfolg führen – zu Tarifverträgen, die den Wert des Journalismus angemessen berücksichtigen, die fair sind und für so viele Journalisten wie möglich gelten. Um diesem Ziel näher zu kommen, soll die Urabstimmung zunächst in Regionen eingeleitet werden, in denen die Sommerferien noch nicht begonnen haben. Denn eine Abstimmung macht keinen Sinn, wenn viele wegen des wohl verdienten Urlaubs gar nicht daran teilnehmen können.
Der DJV informiert selbstverständlich aktuell über die weitere Entwicklung. Wenn es zu Arbeitskämpfen kommen sollte, erhalten DJV-Mitglieder selbstverständlich Streikgeld.+++
DJV-Tarifkommission empfiehlt: Urabstimmung frei geben
07.07.2011 BERLIN. Die Verhandlungskommission des Deutschen Journalisten-Verbands für die Tarifverhandlungen der Tageszeitungsredakteure hat heute über die gestrige achte Gesprächsrunde beraten. Der DJV hält daran fest, für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen einen bundesweiten Flächentarifvertrag auf dem bisherigen Niveau zu vereinbaren, Berufseinsteiger nicht schlechter zu stellen sowie eine angemessene Erhöhung der Journalistengehälter zu erzielen. Für den Gehaltstarifvertrag ist eine Kombination aus Einmalzahlung und linearer Anhebung im Gespräch. "Die exzellente Arbeitsleistung der Journalistinnen und Journalisten muss angemessen entlohnt werden", so DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Seinen Forderungen will der DJV noch stärker Nachdruck verleihen. Die Verhandlungstarifkommission des DJV empfiehlt deshalb der Großen Tarifkommission, in der Sitzung am 12. Juli den Weg zur Urabstimmung frei zu geben und auf regionaler Ebene auszuloten, ob mit Vorbildcharakter für die Fläche abgeschlossen werden kann.
"Wir verfolgen weiter das Ziel, für möglichst viele unserer Kolleginnen und Kollegen einen Tarifabschluss zu erreichen", machte Kajo Döhring heute deutlich. Die Entscheidung der Großen Tarifkommission des DJV wird am frühen Nachmittag des 12. Juli erwartet.
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Saskia Brauer +++
Warnstreik der Redakteurinnen und Redakteure der Frankfurter Neuen Presse
05.07.2011 FRANKFURT/M. Rund 40 Beschäftigte der Redaktion der „Frankfurter Neuen Presse“ sind am heutigen 05. Juli 2011 in den Warnstreik getreten, um im Rahmen der laufenden Tarifauseinandersetzung „Tageszeitungsredaktionen“ gegen den drohenden Abbau von Tarifrechten zu protestieren. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hält bisher unverändert an einer drastischen Minusrunde fest, von der Streichung des Urlaubsgeldes und Absenkungen des Manteltarifniveaus im Volumen von 25 % bis hin zum „Angebot“ von nur unzureichenden Tariferhöhungen. Die Verhandlungen zwischen dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und den Journalistengewerkschaften DJV und dju in ver.di werden am morgigen 6. Juli in Berlin fortgesetzt. +++
7. Runde Tarifverhandlungen Tageszeitungsredakteure:
Wo geht’s hin?
29.06.2011 DARMSTADT. Auch die gestrige siebte Verhandlungsrunde brachte viel Altbekanntes und wenig Neues. Aber doch so viel, dass weiter verhandelt werden kann. Neu ist, dass die angekündigte moderate Gehaltszahlung konkretisiert wurde. Der DJV und ver.di haben sie allerdings noch als unzureichend bewertet. Neu ist auch, dass erstmals über den Fortbestand des Manteltarifvertrages gesprochen werden konnte, bei gleichzeitigen Verhandlungen über eine Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung. Schließlich gehen Überlegungen in die Richtung, bei geschlossenen Tarifverträgen über eine Anpassung der Gehaltsstufen, beispielsweise die nicht mehr praktizierte Gehaltsgruppe für Alleinredakteure zu verhandeln.
Weshalb der nächste Verhandlungstermin?
Es geht zum einen darum, die Möglichkeiten einer Beschäftigungssicherung zu vertiefen. Der DJV und auch ver.di haben von Anfang an betont, dass sie einer generellen Gehaltsabsenkung bzw. einer Absenkung sonstiger Gehaltsbestandteile nicht zustimmen werden. Dazu gibt es keinen Anlass. Sie haben aber auch gleichzeitig betont, dass der Bestand der Arbeitsplätze die oberste Priorität hat und demzufolge eine Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung angeboten. Die Gewerkschaften hatten in der Vergangenheit mit den Zeitungsverlegern bereits eine solche Klausel vereinbart, um wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Verlagen beispielsweise durch Anzeigenrückgänge begegnen zu können. Sie war zeitlich befristet und wurde von wenigen Verlagen genutzt. Im Manteltarifvertrag Druck ist eine dauerhafte Beschäftigungsklausel enthalten. Sie sieht zur Vermeidung von Entlassungen und zur Sicherung der Beschäftigung Regelungen vor, wonach die Zahlung der Jahresleistung und/oder des zusätzlichen Urlaubsgeldes ganz oder teilweise unter der Voraussetzung entfallen kann, dass im Folgejahr keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden und die Tarifvertragsparteien dem zugestimmt haben. Die Gewerkschaften haben auf diese Klausel verwiesen.
Es gibt erste Anzeichen, dass eine Öffnungsklausel ein Weg sein könnte, um dauerhafte Absenkungen des Einkommens und Verschlechterungen im Manteltarifvertrag zu vermeiden; die Verhandlungen sind allerdings bisher nicht so weit gediehen, dass man ein Zwischenergebnis vermelden könnte. Zum anderen geht es nach wie vor um den Weg, für zukünftige Redakteurinnen und Redakteure Dumpingbedingungen zu vermeiden. Hier liegen die Vorstellungen noch sehr weit auseinander Es lohnt sich aber, weiter zu diskutieren.
Wie geht’s weiter?
Mitte der nächsten Woche werden die Verhandlungen fortgesetzt. Anschließend wird die DJV-Tarifkommission den erreichten Stand bewerten und auch im Zusammenwirken mit der Großen Tarifkommission das weitere Vorgehen beraten.
Jetzt in die Urabstimmung?
Eine Urabstimmung hat notwendigerweise zur Folge, dass unbefristet gestreikt wird. Unbefristete Streiks sind für den Arbeitgeber planbar. Es gilt in der jetzigen Situation aber, Planung zu durchkreuzen. Wer planbar ist, ist ersetzbar. Streiks müssen lästig bleiben. Beweglichkeit ist gefragt. Der von den Arbeitgebern ungeliebte Flächentarifvertrag ist wichtig. Andere Lösungen führen zur weiteren Aufsplitterung der Arbeitsbedingungen. Wir sind kreativ, flexibel und damit nicht vorhersehbar in unseren Aktionen. Wir dürfen im Warnstreik alles unternehmen, was der Lösung des Tarifkonflikts dienlich ist. Die Grenze zum unbefristeten Streik ist da erreicht, wo wir den Arbeitskampf bewusst unbefristet anlegen, ohne dazu eine Urabstimmung durchgeführt zu haben.(red) +++
Erneuter Warnstreik im Medienhaus Südhessen -
Solidaritätsadresse vom OB
29.06.2011 DARMSTADT. Die Redakteure des Medienhauses Südhessen sind am heutigen Mittwoch - wie schon zuvor am Dienstag - erneut im Warnstreik. Nach den erfolgreichen Aktionen gestern in der Darmstädter Innenstadt wurden die Redakteure heute eine Stunde lang vom Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) empfangen, der sich mit den Streikenden solidarisch erklärte. Auch die Fraktion der Linken in Darmstadt hat den Redakteuren bereits eine Solidaritätsadresse geschickt.
Gleichzeitig mit dem Warnstreik in Darmstadt - wie auch in anderen deutschen Städten - sind am Mittag in Berlin die Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen fortgesetzt. Vor dem Hotel Hilton gab es deshalb auch eine Demonstration von Redakteurinnen und Redakteuren. Der Deutsche Journalisten-Verband fordert vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) die Fortschreibung angemessener und fairer Tarifverträge sowie eine Anhebung der Gehälter und Freien-Honorare um vier Prozent.
Der DJV will konstruktive Tarifverhandlungen mit den Verlegern, doch dazu muss der BDZV von den geforderten massiven Tarifeinschnitten und der Einführung eines stark reduzierten Tarifwerks für Berufseinsteiger abrücken. "Nicht verhandelbar sind für uns Einkommensverluste der Redakteurinnen und Redakteure von bis zu 30 Prozent. Wir fordern die Fortschreibung der Tarifverträge. Die Altersvorsorge muss gesichert sein", machte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring klar. "Wir akzeptieren keinen Billigtarif für Neue und damit auch keine Abwertung des gesamten Berufsstandes", so Döhring.
In den letzten Monaten haben sich schon mehr als 5000 Journalisten an Warnstreiks beteiligt. Die Streiks hätten gezeigt, dass die Redakteurinnen und Redakteure faire Tarifverträge verlangen. "Die Verleger achten den Wert des Journalismus und die Arbeitsleistung der Kolleginnen und Kollegen nicht, wenn sie an ihren Forderungen festhalten", betonte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring.
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150 Redakteure beteiligten sich in Hessen an neuen Warnstreiks
28.06.2011 REGION. Unter dem Motto "Unsere Arbeit ist mehr wert" war am Dienstag der größte Teil der Redakteure des Medienhauses Südhessen (Darmstädter Echo und fünf Kopfblätter) im Ausstand. Die Redakteure trafen sich zunächst vor dem Werkstor und klärten im Lauf des Tages in der Darmstädter Innenstadt die Passanten über den Zweck des Warnstreiks, der bis kurz vor Mitternacht dauerte, auf. Neben den Kolleginnen und Kollegen des Darmstädter Echo beteiligten sich am Dienstag in Hessen etwa 150 Redakteurinnen und Redakteure an Warnstreiks, darunter auch von der Frankfurter Rundschau und der Frankfurter Neuen Presse. Die Verhandlungen für die 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen werden morgen (29. Juni) ebenfalls in Berlin fortgesetzt.
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Große DJV-Tarifkommission weiter für Flächentarifverträge
20.06.2011 HANNOVER. Der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission des Deutschen Journalisten-Verbandes hat am gestrigen Montag in Hannover ausführlich die Tarifsituation an Tageszeitungen und Zeitschriften beraten. Die Mitglieder der Tarifkommission erneuerten ihre Kritik an den Verlegern, die mit ihren Forderungen nach massiven Tarifeinbußen den Wert des Journalismus herabsetzen. Sie erwarten von den Zeitungsverlegern, dass sie bei der nächsten Tarifrunde am 29. Juni in Berlin endlich die Bereitschaft zeigen, über Tarifverträge zu verhandeln, die die Zukunft des Journalistenberufs sichern und eine Perspektive für den journalistischen Nachwuchs bieten.
Zufrieden zeigte sich die Tarifkommission mit der großen Beteiligung von Journalisten an den zahlreichen Protestaktionen und Warnstreiks in den zurückliegenden Monaten. Die Große Tarifkommission bekräftigte ihre Forderung nach fairen und angemessenen Tarifverträgen und erteilte einem Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger und Jobwechsler erneut eine klare Absage. Gegenüber den Verlegern will sich der DJV weiterhin für Flächentarifverträge einsetzen. Regionale Tariflösungen bezeichnete die Tarifkommission als allerletzte Möglichkeit, die nur dann sinnvoll ist, wenn Flächentarifverträge mit dem BDZV nicht mehr zustande kommen sollten. Die zeitlich begrenzten Warnstreiks werden fortgeführt, eine Urabstimmung zur Durchführung flächendeckender Streiks steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zur Diskussion.
Die Große Tarifkommission bedankte sich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die in den letzten Monaten an Warnstreiks und Protestaktionen teilgenommen haben. Die Arbeitskampfmaßnahmen haben aus Sicht der Tarifkommission den Verlegern gezeigt, dass sie mit ihren Sparplänen auf den massiven Widerstand der Journalisten und auf Ablehnung in der Öffentlichkeit stoßen.
Die Große Tarifkommission sprach sich dafür aus, nach über einem Jahr Pause die Tarifverhandlungen mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) wieder aufzunehmen. Aufgrund der guten Wirtschaftsentwicklung auf dem Zeitschriftenmarkt besteht für die Zeitschriftenverleger überhaupt kein Anlass, faire Tarifverträge zu verweigern.
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5. Tarifrunde ohne Ergebnis beendet:
Verleger weichen nicht vom Sparkurs ab
15.06.2011 Düsseldorf. Ohne greifbare Fortschritte ging am heutigen Nachmittag in Düsseldorf die fünfte Runde der Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften DJV und ver.di und dem Verlegerverband BDZV zu Ende. Die Zeitungsverleger waren nicht zu klaren Aussagen bereit, ob sie von ihren Forderungen nach massiven Tarifverschlechterungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen abweichen würden. Verlage in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sollen künftig gegen die Zusicherung, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu einem Gehalt zusammenfassen können. Eine Einsichtnahme des Betriebsrats oder der Gewerkschaften in die Bilanz des Verlags solle bei dem Verlegermodell nicht vorgeschrieben sein. Gehalts-, Mantel- und Altersvorsorgetarifvertrag sollen unverändert für den Zeitraum von drei Jahren fortbestehen. Über den vom BDZV bisher vehement geforderten Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger wurde nicht verhandelt.
"Von einer Einigung mit den Zeitungsverlegern sind wir noch weit entfernt", resümierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. "Es kann nicht sein, dass Verleger nach Gutdünken wirtschaftliche Schwierigkeiten ausrufen, um so das Urlaubsgeld einzusparen. Eine solche Abweichung von den Tarifverträgen ist nur bei tatsächlich nachgewiesenen Problemen einzelner Häuser akzeptabel", kritisierte er den BDZV-Vorschlag.
Die Tarifverhandlungen sollen am 29. Juni in Berlin fortgeführt werden. Über die heutige fünfte Verhandlungsrunde wird der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission am 20. Juni in Hannover beraten.
Begleitet wurde die Düsseldorfer Tarifrunde von einer Protestaktion von rund 30 Redakteurinnen und Redakteuren mehrerer Zeitungen aus Ostwestfalen-Lippe. Sie waren nach Düsseldorf angereist, um ihre Kritik an der Haltung der Verleger deutlich zu machen, die nach ihrer Ansicht den "Ausverkauf der Demokratie" betreiben. +++
3.000 Journalisten und Drucker demonstrierten auf Römerberg:
"Wir wollen faire Tarifverträge für gute Arbeit!" - NEU: VIDEOFILM
09.06.2011 FRANKFURT/M. Faire Tarifverträge, gerechte Bezahlung, Ende von Leiharbeit und Tarifflucht der Verleger - so lauteten die Forderungen von etwa 3.000 Journalistinnen und Journalisten, Druckern und Verlagsangestellten der Printmedien auf der heutigen Kundgebung von DJV und ver.di in Frankfurt/Main. Aus allen Teilen Deutschlands kamen sie auf dem Römerberg in der Mainmetropole zusammen, um gegen den Verlegersparwahn und für faire Tarifverträge zu demonstrieren. In orangefarbenen Jacken, sowie mit Trillerpfeifen, Transparenten und Schildern machten sie ihrem Unmut deutlich Luft. Aus verschiedenen Bereichen war im Verlauf der über zweistündigen Veranstaltung immer wieder die Forderung nach "Urabstimmung" zu hören.
Die beiden Verhandlungsführer von DJV und ver.di, Kajo Döhring und Frank Werneke, berichten den Demonstranten von der aktuellen Tarifsituation bei Zeitungen und Zeitschriften. Die Vorsitzenden von dju in ver.di und DJV, Ulrich Janßen und Michael Konken, bekräftigten, warum faire und angemessene Tarifverträge für die Zukunft des Qualitätsjournalismus unverzichtbar sind. Es gehe aber auch um die "Würde des journalistischen Beufes". Ganz ausdrücklich wurde dem Plan der Verleger widersprochen, einen "Billiglohntarif" einzuführen. Noch nie sei in den vergangenen zehn Jahren so wenig wie jetzt verhandelt worden, kritisierten Döring und Werneke. Die Arbeitgeber "versuchen uns erpresserisch unter Druck zu setzen". Wenn es um den Flächentarifvertrag gehe, hätten die Arbeitgeber ohnehin ihre Glaubwürdigkeit verloren.
Eindrucksvoll schilderten betroffene Kolleginnen und Kollegen aus Redaktionen und Technik, wie sich der steigende Kostendruck auf ihre Arbeit auswirke. Am Mittag stiegen dann tausende Luftballons mit dem Slogan "Journalismus ist mehr wert" in den Himmel über Frankfurt auf.

"Die Tarifverhandlungen mit den Zeitungs- und Zeitschriftenverlegern treten auf der Stelle", kritisierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. "Die Verleger beharren auf einer Abwertung des Redakteursberufs." Er hoffe, dass die Vertreter des BDZV durch die zahlreichen Warnstreiks der letzten Wochen und die Frankfurter Kundgebung endlich Vernunft annähmen und ihre Forderungen nach Tarifverschlechterungen zurückzögen. ver.di-Verhandlungsführer Frank Werneke: "Es gibt keinen Grund für Tarifverschlechterungen. Den Verlagen geht es wirtschaftlich besser, als sie uns weis machen wollen. Die Druckindustrie verzeichnet aktuell ein Umsatzplus von fünf Prozent. Verlagsangestellte, Drucker und Redakteure haben einen berechtigten Anspruch auf angemessene Einkommenssteigerungen und den Erhalt ihrer tarifvertraglichen Rechte."
Von zahlreichen hessischen Druckbetrieben und Zeitungsverlagen waren heute die Beschäftigten zu Warn- oder Solidaritätsstreiks aufgerufen worden. Nachdem in einigen Betrieben bereits seit Dienstag dieser Woche gestreikt wird, kommen am heutigen Donnerstag hinzu: Echo Zeitungen GmbH in Darmstadt mit allen Echo-Ausgaben in Südhessen, Echo Druck und Service GmbH in Darmstadt, Wetzlarer Neue Zeitung, Dill-Zeitung, Redaktionsgemeinschaft DuMont (Frankfurt), Frankfurter Rundschau, FR-Publishing (Frankfurt). Weiterhin im Warnstreik sind Beschäftigte der Frankfurter Societäts-Druckerei und der Westdeutschen Verlagsdruckerei in Mörfelden, von Dierichs Zeitungsdruck in Kassel, des Druckzentrums Neu-Isenburg und der Druckerei alpha print medien AG in Darmstadt.
Auch die Redakteurinnen und Redakteure der Frankfurter Neuen Presse sind heute erneut im Streik. An den Arbeitsniederlegungen beteiligen sich im Laufe des Tages bis Freitagfrüh rund 700 Beschäftigte.

Die Kundgebung von DJV und ver.di war der bisherige Höhepunkt der - von erfreulich vielen freiberuflichen Journalisten unterstützten - Arbeitskampfmaßnahmen im Rahmen der Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure sowie Freie an Tageszeitungen und die 160.000 Beschäftigten der Druckindustrie von Redakteuren und Druckern an Tageszeitungen und Zeitschriften. Sie richten sich gegen die vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) verlangten Tarifabsenkungen um bis zu 30 Prozent für neu einzustellende und den Verlag wechselnde Redakteure sowie gegen Tarifeinschnitte für die derzeit beschäftigten Redakteure.
Die Gewerkschaften fordern vier Prozent mehr Gehalt für die Tageszeitungsredakteure und Freien. In der Druckindustrie kämpfen die Beschäftigten gegen massive Verschlechterungen des Manteltarifvertrags und für eine Lohnerhöhung um 5,5 Prozent sowie eine Begrenzung der Leiharbeit. Am 15. Juni sollen die Tarifverhandlungen für die Redakteure in Düsseldorf fortgesetzt werden. Gewerkschaftssprecher bezeichneten den heutigen Tag als "eindrucksvolles Signal" - das vielleicht im September/Oktober wiederholt werden müsse, wenn sich die Arbeiten nicht "bewegten".(hz/ma) +++
Fotos: Braune (13) / Roewer (2)



Proteste gegen Absenkung der Tarifstandards
17.05.2011 FRANKFURT/M. Rund 200 Beschäftigte aus Druckbetrieben und Redaktionen - darunter auch viele DJV-Mitglieder - haben am heutigen 17. Mai vor dem Hotel „Intercontinental“ in Frankfurt am Main gegen die Forderungen der Arbeitgeber der Druckindustrie nach Arbeitszeitverlängerung und Lohnsenkungen demonstriert. Anlass war die dritte Verhandlungsrunde der Tarifverhandlungen für die 160.000 Beschäftigten der Druckindustrie.
Die Gewerkschaften wehren sich gegen die "nicht akzeptablen" Pläne der Arbeitgeber, die Tarifstandards abzusenken. Stattdessen sollen die Arbeitgeber ihre Forderungen zurückzunehmen und über notwendige Lohnerhöhung zu verhandeln.
Unterstützt werden die Verhandlungen mit Warnstreiks in der Frankfurter Societäts-Druckerei, der Westdeutschen Verlagsdruckerei (WVD, Mörfelden) und der Redaktion der Frankfurter Neuen Presse (siehe Bilder). +++.

Wieder Warnstreiks in hessischen Zeitungsdruckereien und Redaktionen
WIESBADEN 13. Mai 2011. Mit Beginn der Frühschicht um 6.00 Uhr sind heute die Belegschaften von Dierichs Zeitungsdruck in Kassel und des Druck- und Verlagshauses Frankfurt in Neu-Isenburg in einen eintägigen Warnstreik getreten. Die Beschäftigten protestieren mit der Arbeitsniederlegung für eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent und gegen die Forderungen der Arbeitgeber nach einer Verlängerung der Arbeitszeit ohne Bezahlung von 35 auf 40 Stunden in der Woche und Lohnkürzungen. Weiterhin nahmen die Drucker an Kundgebungen in verschiedenen Orten teil, zu denen der Deutsche Journalistenverband (DJV) Landesverband Hessen und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gemeinsam aufgerufen haben. Insgesamt beteiligten sich rund 500 Beschäftigte.
Am Nachmittag wurden weitere Druckereien und Zeitungsverlage in Hessen bestreikt. Dabei ging es neben den Forderungen der Druckbeschäftigten auch um den Tarifstreit bei den Redakteuren. Die Journalisten-Gewerkschaften DJV und dju (ver.di) riefen zum Warnstreik ab 14 Uhr bei den Frankfurter Societäts-Medien auf. Auch bei der "Frankfurter Rundschau" folgten Redakteure dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung. Am frühen Nachmittag gab es dann eine gemeinsame Kundgebung von Beschäftigten aus Druckerei und Redaktion in Neu-Isenburg. Die 14.000 Redakteure an deutschen Zeitungen sollen nach dem Willen der Gewerkschaften unter anderem eine Einkommenserhöhungen von vier Prozent bekommen. Die Verleger fordern dagegen von den Journalisten Abstriche von bis zu 15 Prozent - vor allem für Berufseinsteiger.
Aber nicht nur in Frankfurt sondern auch in Berlin gingen heute Tageszeitungsredakteure auf die Straße. In Frankfurt waren es Beschäftigte der Frankfurter Rundschau und der Frankfurter Neuen Presse und in Berlin Redakteure der Mantelseiten der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau. Zum Warn- bzw. Solidaritätsstreik im Rahmen der Tarifrunde für Redakteurinnen und Redakteure aufgerufen waren ab dem Vormittag auch die Beschäftigten der FR-Tochter "FR-Publishing". Sie protestieren auch gegen die geplante Massenentlassung in der Redaktion der FR.
In einigen Bereichen Hessens wird es am morgigen Samstag ausgedünnte Zeitungen oder Notausgaben geben. +++
Jungjournalistenpreise für DJV-Mitglieder Hannah Cosse und Julia Weigelt
Zeitungsverleger: "Haben uns von Krise noch nicht erholt" - Besuch der Stiftsruine
11.05.2011 BAD HERSFELD.. Die Verlage der hessischen Zeitungen haben sich im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise "noch längst nicht von den deutlichen Rückgängen der Werbeumsätze erholen können". Mit neuen Konzepten und Verkaufsstrategien würden überdies die Herausforderungen in der fortschreitend multimedialen Welt angenommen. Dies erklärte der Vorsitzende des Verbandes Hessischer Zeitungsverleger, Dr. Wolfgang Maß ("Gießener Anzeiger") auf der Jahreshauptversammlung am Mittwoch in Bad Hersfeld. Maaß ging gerade auch vor dem Hintergrund der aktuell schweren tarifpolitischen Auseinandersetzungen auf die wirtschaftliche Lage der hessischen Presse ein und sprach von einem "tiefgreifenden Wandel", dem die Zeitungen und auch deren Online-Angebote unterlägen.
Die ganze Kraft sei darauf gerichtet, weiterhin für alle Bevölkerungsschichten, aber auch für alle Altersgruppen kompetent und glaubwürdig in der Auswahl, Analyse und Aufbereitung von Nachrichten sowie Erklärung und Kommentierung sein. Mit Leseförder-Projekten sollen gerade jüngere Zielgruppen wieder besser erreicht werden. Zum rechtlichen Schutz der Inhalte und der verlegerischen Leistungen im Internet sei ein eigenständiges Leistungsschutzrecht immer dringlicher. Auch müsse das Pressekartellrecht endlich reformiert werden, um Kooperationen und die Nutzung von Synergien vor Ort zu erleichtern. Insofern appellierte Maaß erneut an den Bundesgesetzgeber, den Schutz der Presse und die Sicherung dessen besonderer Bedeutung für die Demokratie stets vor Augen zu behalten.
Am Ende der Verleger-Jahreshauptversammlung wurde auch der "Hessische Jungjournalistenpreis 2011" für die lokale Presse übergeben. In der Sparte "Print" ging er an - die zur Preisverleihung nicht anwesende - Friederike Haupt von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Sie erhält die mit 2.500 Euro verbundene Auszeichnung für ihren in der „Rhein-Main-Zeitung“ veröffentlichten Artikel „Wenn ein Dorf stirbt“. Einen mit 500 Euro ausgestatteten Anerkennungspreis vergab die Jury an die (heutige) Redakteurin Julia Weigelt von den „Kinzigtal-Nachrichten“ für ihr als Volontäron geschriebene Serie „Von Fulda nach Afghanistan“. Den mit 1.500 Euro dotierten Online-Preis erhalten die Autoren Hannah Cosse (freie Journalistin in Wiesbaden) und Jan Baetz von der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA). Damit wird ihr Projekt „Eine virtuelle Reise durch das alte Kassel vor der Zerstörung am 22. Oktober 1943“ gewürdigt.
Der Hessische Jungjournalistenpreis wird seit mehr als 20 Jahren vom Verband Hessischer Zeitungsverleger in Zusammenarbeit mit dem Kommunikationswissenschaftler Siegfried Quandt ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt sind junge Journalistinnen und Journalisten, die sich in einem Volontariatsverhältnis bei einer hessischen Tages- oder Wochenzeitung bzw. in Hessen in einem Journalistikstudium befinden. Ziel ist die Förderung des journalistischen Nachwuchses in Hessen. Zugleich soll die Öffentlichkeit auf die Bedeutung des Lokaljournalismus hingewiesen werden.

Nach der Preisverleihung im historischen Kapitelsaal des Bad Hersfelder Stadtmuseums - an der auch Bürgermeister Fehling (FDP) teilnahm - gab es ein besonderes "Schmankerl" für die etwa 20 hessischen Verleger bzw. Vertreter von Verlagshäusern. Kein geringerer als der Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, Holk Freytag, führte die Gäste in die Stiftsruine, wo sie zum Abschluß dann nicht nur die "Katakomben" kennenlernen durften: sie ließen sich auch nicht die Gelegenheit entgehen, sich einmal selbst auf den Bretter des großen Welttheaters per Gruppenbild für die Fotografen in Szene zu setzen. (ma) +++
Zeitungsverleger brechen 4. Runde der Tarifverhandlungen ab
04.05.2011 DORTMUND. Die Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen sind am heutigen Nachmittag in Dortmund ergebnislos abgebrochen worden. In der vierten Verhandlungsrunde des Deutschen Journalisten-Verbandes mit den Vertretern des BDZV hielten die Zeitungsverleger an ihren Forderungen fest, die Tarifbedingungen für die Redakteure zu verschlechtern und einen Billigtarifvertrag für Berufseinsteiger einzuführen. Der Deutsche Journalisten-Verband machte deutlich, dass eine dauerhafte Verschlechterung der Arbeits- und Tarifbedingungen für die Redakteure für ihn nicht verhandelbar sei. DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring: "Ein Dumpingtarifvertrag für Berufseinsteiger ist mit uns nicht zu machen". Döhring bedauerte, dass die Zeitungsverleger keine Bereitschaft erkennen ließen, jungen Journalisten eine sichere Zukunft im Beruf zu bieten. Im Gegenteil hätten die Verleger die massiven Forderungen vom Dezember 2010 wiederholt, was die mögliche Kündigung der Altersversorgung einschließt. "Zusicherungen zum Verbleib der Verlage im Flächentarifvertrag konnte oder wollte der BDZV nicht abgeben", sagte Döhring.
Die Gremien des DJV werden die neue Tarifsituation diskutieren. "Die heutige Tarifrunde hat gezeigt", bilanzierte Döhring, "dass eine Lösung mit den Zeitungsverlegern am Verhandlungstisch offenbar nicht zu erreichen ist." +++
200 hessische Tageszeitungsredakteure auf der Straße - Warnstreik und Notausgaben
FRANKFURT/MAIN 04.05.2011. Einen Tag vor den Tarifverhandlungen am heutigen Mittwoch in Dortmund für rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen haben sich bundesweit über 1.000 von ihnen an einem Warnstreik beteiligt. In Frankfurt am Main beispielsweise trafen sich am Dienstag-Nachmittag über 200 Journalisten aus hessischen Zeitungshäusern zu einem befristeten Warnstreik.
Bei dem Demonstrationszug zum Frankfurter Römer wandten sich Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und des Deutschen Journalistenverbandes gegen die Forderungen der Zeitungsverleger nach massiven Verschlechterungen der Gehälter um bis zu 30 Prozent. Sie forderten stattdessen eine Erhöhung der Löhne und Freien-Honorare um vier Prozent.
Das DGB-Haus in der Wilhelm-Leuschner-Straße war Ausgangspunkt für eine solche seltene Demonstration: 200 Journalisten aus fünf hessischen Tageszeitungen, zwei Druckereien und viele Freie gingen auf die Straße. Es war zugleich ein Warnstreik, der in einigen Betrieben bis Mitternacht andauerte. Mehrere Tageszeitungen erschienen heute in reduziertem Umfange oder nur als Notausgaben (ein ausführlicherer Bericht mit mehr Bildern vom Warnstreik in Frankfurt folgt hier in Kürze).
Zwei Videos von dem Ereignis sind bereits im "Netz" bei osthessen-tv.de anzuschauen:
1.) http://www.osthessen-tv.de/newsflash/index.php?InD=0&Kunde=110503_2200_newsflash.mp4
2.) http://www.osthessen-tv.de/?Kunde=1347&ID=4020
DJV Hessen: "Die FR darf nicht sterben"
Scharfe Proteste gegen Verluste von Arbeitsplätzen und Eigenständigkeit
31.03.2011 BERLIN. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat an die Eigentümer der "Frankfurter Rundschau" appelliert, die Eigenständigkeit der Zeitung zu erhalten. Gleichzeitig erteilte er damit bekannt gewordenen Plänen zum Umbau des Blattes eine Absage. Medienberichten zufolge sollen die Arbeitsplätze von bis zu 50 der rund 190 Journalistinnen und Journalisten - die derzeit für die Rundschau tätig sind - wegfallen. Offenbar solle der "Mantel" mit der politischen Berichterstattung aber auch Wirtschaft, Feuilleton und Sport von der Berliner Zeitung zugeliefert werden. „Damit würde die Frankfurter Rundschau auf eine Lokalzeitung reduziert“, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken solche " Umbaupläne", denn dann wäre es mit der Eigenständigkeit des Traditionsblattes vorbei.
Der DJV-Vorsitzende erinnerte an den publizistischen Auftrag und die journalistische Verantwortung der Eigentümer M. DuMont Schauberg und DDVG. „Die Umbaupläne fügen der Medienvielfalt in Deutschland großen Schaden zu.“ Der Wegfall qualifizierter journalistischer Arbeitsplätze in Frankfurt schwäche den Medienstandort Rhein/Main und bestrafe die Kolleginnen und Kollegen für ihre Bereitschaft in den letzten Jahren, zugunsten der Sanierung der FR auf Teile ihres Einkommens zu verzichten. „Ich fordere die Eigentümer dringend auf, das Blatt zu stärken, statt seine Beerdigung einzuleiten“, appellierte Konken.
Nachdem am gestrigen Mittwoch einer Gewerkschafts-Abordnung und Mitgliedern des FR-Betriebsrates in Köln in der Chefetage der Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg solche Informationen verwehrt wurden ("Protestieren können Sie später immer noch"), machte dann am frühen Abend und heute Morgen eine entsprechende Meldung der "Süddeutschen Zeitung" http://www.sueddeutsche.de/medien/frankfurter-rundschau-ueberregionales-aus-berlin-1.1079518 die Runde. Danach soll die Verlagsgruppe eine Zentralisierung "massiv vorantreiben" und .- so ist auch bei "spiegel online" zu lesen - "faktisch das Ende der FR als eigenständige Zeitung" einläuten.
Auch der hessische DJV-Landesvorsitzende Hans Ulrich Heuser kritisierte am Donnerstagmittag in Wiesbaden diesen "medialen Kahlschlag" und "langsamen Tod" dieser wichtigen meinungsbildenden Tageszeitung. Mit der Umsetzung der Kölner Pläne werde die einst renommierte überregionale Zeitung "zum Sterben verurteilt". Der DJV Hessen mit seinen 2.800 Mitgliedern werde diese Entwicklung nicht tatenlos hinnehmen, zumal die FR-Mitarbeiter in den vergangenen Jahren massive finanziellen Einbußen hingenommen hätten, um die Zeitung zu retten. Der Erhalt der "Frankfurter Rundschau" sei für den deutschen Qualitätsjournalismus unverzichtbar. Heuser sicherte den DJV-Mitgliedern jede Unterstützung im Falle eines Arbeitskampfes zu. "Die Stimme der FR darf nicht verlorengehen" sagte der Landesvorsitzende abschließend. (ma/red.) +++
Eklat bei den Tarifverhandlungen:
Zeitungsverleger drückten sich
23.02.2011 KÖLN. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat sich am heutigen Mittwoch in Köln geweigert, in die vereinbarte vierte Runde der Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften DJV und ver.di einzutreten. In der Tarifrunde sollte über neue Tarifverträge für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen verhandelt werden. Aus Anlass der Verhandlungen taten über 60 Redakteurinnen und Redakteure aus mehreren Bundesländern im Verhandlungshotel ihren Unmut über die im Dezember vorgebrachten Tarifforderungen der Verleger kund. Auf dem Boden waren Plakate des DJV mit dem Slogan "Guten Journalismus nicht mit Füßen treten" ausgelegt. Die Verleger waren deshalb nicht bereit, in die Gespräche einzusteigen.
"Es ist völlig unverständlich, dass die Verleger mit dem Protest ihrer Mitarbeiter nicht umgehen können", kritisierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. "Wer von den Redakteuren Einkommenseinbußen von rund 30 Prozent verlangt, wie der BDZV es am 8. Dezember gefordert hat, kann keinen Jubel erwarten." Döhring machte deutlich, dass es im Interesse der Verleger sei, schnellst möglich wieder an den Verhandlungstisch zurück zu kommen: "Die Proteste der Kolleginnen und Kollegen haben gerade erst begonnen."
Über die heutige Protestaktion in Köln informiert der DJV vom heutigen Nachmittag an auf seiner Homepage www.djv.de in der Rubrik "DJV-Kino". +++
DJV: Freie Bildberichterstattung auf Flughäfen und Bahnhöfen
22.02.2011 BERLIN. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Versammlungsfreiheit hat der Deutsche Journalisten-Verband die Betreiber von Flughäfen, Bahnhöfen und Einkaufszentren aufgefordert, ab sofort auch die freie Bildberichterstattung zuzulassen. "Die Freiheit der Berichterstattung ist ebenso wie die Versammlungsfreiheit ein demokratisches Grundrecht", betonte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Das Bundesverfassungsgericht hat am heutigen Dienstag entschieden, dass in öffentlich zugänglichen Bereichen von Flughäfen, Einkaufszentren und Bahnhöfen das Versammlungsrecht gelten müsse (Az. 1 BvR 699/06). Der DJV-Vorsitzende wies darauf hin, dass häufig Bildjournalisten die Berichterstattung mit dem Hinweis auf das Hausrecht von den Betreibern verboten werde. "Es kann nicht angehen, dass Demonstrationen in Flughäfen erlaubt sind, die Fotografen und Kameraleute aber draußen bleiben müssen", kritisierte Konken.
Der DJV fordere die Betreiber öffentlich zugänglicher Marktplatzbereiche wie Flughafengesellschaften und die Deutsche Bahn deshalb dazu auf, Bildjournalisten in Zukunft ihre Arbeit ungestört ausüben zu lassen. Andernfalls werde der DJV rechtliche Schritte prüfen.
Der Deutsche Journalisten-Verband organisiert über 3.000 Bildjournalisten, die als Redakteure oder in freier Mitarbeit für Medien tätig sind. (Hendrik Zörner)
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Tarifrunde Tageszeitungen wird am 23.02. in Köln fortgesetzt
21.02.2011 BERLIN. Die am 8. Dezember unterbrochenen Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen werden am kommenden Mittwoch (23.02.) in Köln fortgesetzt. Der Deutsche Journalisten-Verband wird den Vertretern des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in der Kölner Tarifrunde die Antworten der Kolleginnen und Kollegen aus den Zeitungsredaktionen auf die Verlegerforderungen vom 8. Dezember mitteilen. Damals hatte der BDZV massive Einschnitte in das Tarifniveau und die Einführung eines stark reduzierten Tarifwerks für alle Berufseinsteiger gefordert. "Wir werden den Verlegern deutlich machen, dass Einkommensverluste der Redakteure von bis zu 30 Prozent mit uns nicht zu machen sind", erklärte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Der DJV halte an seiner Forderung fest, die Redakteursgehälter und Freien-Honorare um vier Prozent anzuheben und die Tarifverträge ohne strukturelle Veränderungen fortzuschreiben. "Die wirtschaftliche Erholung der Zeitungsbranche rechtfertigt eine angemessene und leistungsgerechte Vergütung der Journalisten", sagte Döhring. "Die Vorstellungen der Verleger von künftigen Tarifverträgen diskreditieren den Wert des Journalismus und gehen an der Wirklichkeit in den Redaktionen vorbei."
Die Tarifrunde Tageszeitungen am 23. Februar im "Radisson BLU Hotel Köln ab 11:30 Uhr werden Redakteurinnen und Redakteure nutzen, um den Verlegern ihre Sicht der Dinge nahe zu bringen. +++
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Zeitungen und Zeitschriften:
"Zeichen stehen auf Arbeitskampf"
17.01.2011 KASSEL. Die Große Tarifkommission des Deutschen Journalisten-Verbands hat am heutigen Montag in Kassel die Vorbereitung von Arbeitskampfmaßnahmen bei Zeitungen und Zeitschriften beschlossen. Wenn in den Tarifverhandlungen mit Zeitungs- und Zeitschriftenverlegern keine Einigung möglich ist, soll so die Forderung des DJV nach fairen und zukunftsfähigen Flächentarifverträgen bei Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen durchgesetzt werden. Davon betroffen sind derzeit rund 14.000 Zeitungs- und 9.000 Zeitschriftenredakteurinnen und -redakteure in Deutschland. Außerdem sieht die Große Tarifkommission des DJV in Arbeitskampfmaßnahmen nach dem aktuellen Stand der Tarifverhandlungen die einzige Möglichkeit, die Forderungen der Zeitungsverleger nach massiven Einsparungen in den Tarifverträgen und nach einem neuen, um über 25 Prozent abgesenkten Tarifwerk für Berufseinsteiger zurückzuweisen. "Die Verleger planen die dauerhafte Abwertung des Journalistenberufs", kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Dafür stehen wir nicht zur Verfügung."
Zur Vorbereitung und Koordination von Arbeitskämpfen berief die Große Tarifkommission einen Zentralen Aktionsausschuss, dem sieben Zeitungsjournalisten aus mehreren Bundesländern angehören.
Zur Vorbereitung von Streiks setzt der DJV seine im Dezember 2010 begonnenen Maßnahmen zur Information und Mobilisierung der Redakteurinnen und Redakteure fort. Neben Tarifinformationen, der Berichterstattung in der DJV-Zeitschrift "journalist" und dem wöchentlichen Newsletter "DJV-news" kommt der DJV-Homepage www.djv.de dabei eine zentrale Bedeutung zu. Als Ansprechpartner stehen die DJV-Geschäftsstellen in Berlin und Bonn sowie in allen Landeshauptstädten zur Verfügung.
Die Tarifverhandlungen für die Zeitschriftenredakteure wurden bereits im April 2010 unterbrochen, nachdem der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger Abstriche vom Tarifniveau gefordert hatte. Die Verhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ruhen seit dem 8. Dezember 2010, weil die Verleger Einbußen im Volumen von 25 bis 30 Prozent verlangt hatten.
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DJV: Massive Kürzungen der Einkommen sind indiskutabel
08.12.2010 BERLIN. Als "indiskutabel" hat die Verhandlungskommission des Deutschen Journalisten-Verbandes die Forderungen des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger an neue Tarifverträge für die Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen zurückgewiesen. Es sei nicht hinnehmbar, kritisierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring, dass die Verleger von massiven Tarifabsenkungen in der Gesamtgrößenordnung von über 25 Prozent den Fortbestand der Flächentarifverträge abhängig machen wollten. "Die Verleger setzen die Zukunft des Journalistenberufs und letztlich auch ihrer Zeitungen aufs Spiel", sagte Döhring.
In der heutigen dritten Verhandlungsrunde für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen in Berlin forderten die Verleger die Einführung eines neuen, deutlich abgesenkten Tarifwerks für Berufsanfänger. Es sieht die Absenkung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld von derzeit 1,75 Monatsgehältern auf maximal ein Gehalt vor. Die Urlaubstage sollen auf 30 begrenzt werden und die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden steigen. Im neuen Gehaltstarifvertrag soll die Zahl der Gruppen von sechs auf vier und das Gehaltsspektrum bei nur noch 1.550 Euro für Volontäre beginnen. Die Beiträge zum Presseversorgungswerk sollen halbiert werden und für die Arbeitgeber maximal 2,5 Prozent betragen.
Dieses abgesenkte Tarifwerk sollen nach dem Willen des BDZV offenbar auch all jene Verlage nutzen können, die über Outsourcing nachdenken. Als "Gegenleistung" für die Einführung des Dumpingtarifvertrags boten die Verleger an, für die jetzt beschäftigten Redakteure in den Jahren 2010 und 2011 jeweils eine Einmalzahlung und 2012 eine geringe prozentuale Anhebung der Gehälter zu vereinbaren. Auch bei ihnen sollen Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf maximal ein Gehalt abgesenkt werden. Die Beiträge zur Altersversorgung sollen für die Dauer von drei Jahren unverändert bleiben. Unbeantwortet ließen die Verleger die Forderung des DJV nach vier Prozent mehr Gehalt aufgrund besserer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen der Verlage.
Mit der aktuellen Tarifsituation wird sich der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission Mitte Januar befassen. Ein neuer Verhandlungstermin mit den Verlegern wurde deshalb jetzt noch nicht vereinbart. +++
DJV weist Verlegerforderungen als "unkonkret" zurück
26.10.2010 BERLIN. Ohne Ergebnis endete am heutigen Nachmittag in Berlin die zweite Verhandlungsrunde des Deutschen Journalisten-Verbands mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger über neue Tarifverträge für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen. In der Tarifrunde hatten die Verleger die Forderung des DJV nach angemessenen Gehalts- und Honorarerhöhungen mit der Notwendigkeit beantwortet, einen neuen, deutlich abgesenkten Tarifvertrag für Berufseinsteiger einzuführen. Ohne konkret zu werden, solle der Einsteigertarifvertrag nach Meinung der Verleger niedrigere Gehälter, eine Absenkung bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine höhere Wochenarbeitszeit beinhalten. Für den heutigen Personalstamm an Redakteurinnen und Redakteuren erwarten die Verleger als Laufzeit eines neuen Gehalts- und Manteltarifvertrags drei Jahre. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollten abgesenkt werden, die Gehälter sollten in den ersten zwei Jahren durch Einmalzahlungen und im dritten Jahr durch eine prozentuale Anhebung steigen.
"Die Forderungen der Verleger sind weder für uns in dieser Form annehmbar noch ohne konkrete Zahlen verhandelbar", kritisierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. "Es ist bedauerlich, dass der BDZV die Augen vor der Realität in den Redaktionen verschließt. Die sieht vor allem so aus: immer mehr Arbeit bei schrumpfender Personaldecke." Es sei nicht zu verstehen, dass die Verleger die wirtschaftliche Situation einseitig negativ darstellten, monierte der DJV-Verhandlungsführer. Mit Billigtarifen schadeten die Verleger nicht nur den Journalistinnen und Journalisten, sondern letztendlich den Zeitungen selbst, die immer weniger auf Qualität setzen könnten.
Mit der Tarifsituation Zeitungen wird sich der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission auf seiner Sitzung am 8. November in Essen befassen. Als nächster Verhandlungstermin mit dem BDZV wurde der 8. Dezember in Berlin vereinbart. + + +
"Der Kampf hat sich gelohnt!"
- Tarifbindung bei FSD bleibt auch nach Aufspaltung
Kompromiss nach 17-stündiger Verhandlung heute morgen erzielt - auch keine Leiharbeiter als Redakteure
26.10.2010 FRANKFURT/MAIN. Nach insgesamt 17-stündigen Verhandlungen haben am heutigen Dienstagmorgen gegen 6 Uhr die Betriebsparteien der Frankfurter Societäts-Druckerei (FSD) ein aus sieben Punkten bestehendes Papier unterzeichnet, das nun noch der Zustimmung durch das Plenum des Betriebsrats und die Gesellschafter der GmbH bedarf. Darin wurden wichtige Eckpunkte "festgeklopft", die auch weitgehend Bestandteil des fast eine Woche lang dauernden Warnstreiks der Beschäftigten aus Druckerei und Redaktion waren. In einer 17-stündigen Sitzung, die ohne Pause die ganze Nacht durchgeführt wurde, erzielten die Parteien folgenden Kompromiss: Das wichtigste Ergebnis: Die Tarifbindung bleibt nach der Unternehmensaufspaltung für alle Bereiche erhalten. Weiterhin hat sich die Arbeitgeberseite dazu verpflichtet, mit allen drei Gesellschaften, Druckerei, Verlag und Verwaltung, als tarifgebundene Mitglieder in die Arbeitgeberverbände einzutreten.
Eine weitere Verpflichtung der Geschäftsführung besteht darin, bis zum 31. Dezember 2012 auf eine weitere Spaltung ihrer Betriebe oder Abspaltung von Betreibsteilen zu verzichten. Als wichtigstes Zugeständnis verzichtet die Geschäftsleitung darüber hinaus bis zum 31. Dezember 2014 auf den Einsatz von Leiharbeitskräften als Redakteure. Für die von Versetzung betroffenen Mitarbeiter wurde eine Sozialplanregelung getroffen, mit der zukünftig längere Wege zum Arbeitsplatz oder Umzugskosten ausgeglichen werden.
Schließlich wurden auch Regelungen für eine personelle Mindestausstattung der zukünftig in den drei Gesellschaften arbeitenden Betriebsräte getroffen:
In der Druckerei bleibt es bei den zwei freizustellenden Betriebsratsmitglieder und einer Sekretariatskraft. Für Verlag und Redaktionen wird ein Betriebsratsmitglied freigestellt, ebenfalls mit einer Vollzeit-Sekretariatskraft. Damit sind wesentliche Voraussetzungen für eine Arbeitsfähigkeit der betrieblichen Interessenvertretung der Arbeitnehmer gegeben.
Nicht durchsetzen konnte sich der Betriebsrat mit seiner Forderung nach einem gemeinsamen Betrieb und einem statt zukünftig drei Betriebsräten für die aus der Aufspaltung hervorgehenden Unternehmen. Der Betriebsrat ist jedoch der Auffassung, dass im Hinblick auf den großen Erfolg der Sicherung der Tarifbindung und den weiteren vorgenannten erzielten Regelungen das Gesamtergebnis einen tragfähigen Kompromiss darstellt.
Der Betriebsrat dankt allen Kolleginnen und Kollegen, die dem Betriebsrat in dieser schweren und alle Kräfte in Anspruch nehmenden Auseinandersetzung durch ihr aktives Handeln den Rücken gestärkt haben. Besonders dankt der Betriebsrat allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich in vielfältigen mündlichen und schriftlichen Solidaritätsbekundungen im besten Sinne in die Auseinandersetzung eingemischt haben. Schließlich dankt der Betriebsrat auch den Sekretären der Gewerkschaft ver.di, Manfred Moss und Jörg Jungmann, dem Geschäftsführer des DJV Hessen, Achim Wolff, und Rechtsanwalt Otto Jäcker, der die Verhandlungen für den Betriebsrat geführt hat.
Für den kommenden Samstag, 30. Oktober, 2010, 14 Uhr, laden Ursula Königstein und Emmanuel Korakis namens des Betriebsrates alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einer öffentlichen Sprechstunde in das Kasino des Druckzentrums in Mörfelden ein. +++
Warnstreik bei FSD: Redakteure gegen Zerschlagung und für den Tageszeitungstarif - auch DJV kritisiert
20.10.2010 FRANKFURT/MAIN. Die Mitarbeiter der Frankfurter Societätsdruckerei (FSD) und erstmals die Redakteurinnen und Redakteure des Verlages befinden sich seit nunmehr drei Tagen (18.10.2010) in einem Warnstreik. An dem Arbeitskampf beteiligen sich rund 60 Kolleginnen und Kollegen, mithin zwei Drittel der Redaktion. Ihr Protest zielt auf die Weigerung der Geschäftsführung, ernsthaft um einen von DJV und Verdi eingebrachten Tarifvertrag über Altersteilzeit und einen Sozialplan zu verhandeln. Hintergrund ist das Vorhaben der Geschäftsführung, das heutige Unternehmen in drei Teile aufzusplitten. Entstehen soll eine Holding, die Frankfurter Societät, die Frankfurter Societäts-Druckerei und die Frankfurter Societäts-Medien, die nicht mehr tarifgebunden sein soll.
In einer Resolution forderte nahezu die gesamte Redaktion die Einheit des Unternehmens ob eines gemeinsamen Betriebsrates beizubehalten und den Tarifvertrag Tageszeitungen weiterhin anzukennen. Nach Einschätzung der Betriebsratsvorsitzenden Ursula Königstein ist abzusehen, dass die Tarifungebundenheit zu einem Verlust tariflicher Standards führen werde. Anders ließen sich Äußerungen der Geschäftsführung nicht interpretieren, dass die neue Struktur ermöglichen werde, flexibel im Markt zu reagieren.
Der Vorsitzende des DJV Hessen, Hans U. Heuser, nahm das bisherige Verhalten der Geschäftsführung mit Unverständnis zur Kenntnis. Entgegen der wirtschaftlichen Situation in anderen Verlagen, befinde sich die FSD offensichtlich nicht in nennenswerten Schwierigkeiten. Er lobte das Zusammenstehen der Redaktion und sicherte den Kolleginnen und Kollegen die uneingeschränkte Unterstürzung des DJV zu. Offensichtlich, so Heuser, lasse sich die Geschäftsführung nur durch Arbeitskampfmaßnahmen bewegen, konstruktive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufzunehmen. (red)
1. Tarifrunde Tageszeitungen: Verleger fordern Verzicht
und "Billigtarif für journalistische Berufseinsteiger"
14.09.2010 BERLIN. In der heutigen ersten Verhandlungsrunde über neue Tarifverträge für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen in Berlin haben die Zeitungsverleger tarifliche Einbußen gefordert. Auf die Forderung des DJV nach angemessenen Erhöhungen der Gehälter und Honorare antwortete der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) mit seiner Forderung, Mantel- und Gehaltstarifvertrag gemeinsam zu verhandeln. Die Verleger waren nicht bereit, sich in der ersten Tarifrunde ausschließlich mit einem neuen Gehaltstarifvertrag zu befassen. Stattdessen forderten sie die Absenkung tariflicher Leistungen, die Gegenstand des Manteltarifvertrags sind, der am 31. Dezember ausläuft. Nur im Zusammenhang mit diesen Leistungseinschnitten wären die Zeitungsverleger bereit, über Gehaltserhöhungen zu verhandeln. Welche konkreten Verschlechterungen im Bereich des Manteltarifvertrags sie anstreben, ließen die BDZV-Vertreter offen. Deutlich wurde lediglich, dass sie für Berufseinsteiger in den Journalismus einen in Gehalt und Mantel abgesenkten Tarifvertrag neu einführen wollen.
"Die Verleger wollen zulangen und den Redakteursberuf qualitativ und finanziell abwerten", kritisierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. "Es ist angesichts ständig wachsender Arbeitsverdichtung in den Redaktionen nicht länger hinnehmbar, dass die Journalistinnen und Journalisten weitere Opfer für die Rendite der Verlage bringen." Döhring wies darauf hin, dass die Gehaltsentwicklung in den letzten Jahren hinter der Preissteigerung zurückgeblieben sei. Die Verleger wollten trotz veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiterhin ihre gewohnten zweistelligen Renditen einfahren, kritisierte der DJV-Verhandlungsführer.
Die zweite Verhandlungsrunde wird voraussichtlich am 26. Oktober stattfinden. "Wir erwarten vom BDZV, dass er bis dahin seine Vorstellungen präzisiert", sagte Döhring. "Anders machen Tarifverhandlungen keinen Sinn."
DJV fordert "angemessene Erhöhung"
Mit der Forderung nach einer angemessenen Erhöhung der Redakteursgehälter und Freien-Honorare war der Deutsche Journalisten-Verband in die erste Tarifrunde gegangen und wollte von den Verlegern "zügige Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen", nachdem der Gehaltstarifvertrag zum 31. Juli 2010 ausgelaufen war. "Am Ende der Verhandlungen muss ein Ergebnis stehen, das die wachsende Arbeitsverdichtung in den Redaktionen ebenso widerspiegelt wie die gestiegenen Lebenshaltungskosten", sagte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Er wies darauf hin, dass die Gehälter der Redakteure in den letzten zehn Jahren nur unterdurchschnittlich um linear 15,4 Prozent gestiegen seien. Quer durch alle Branchen habe zwischen 2000 und 2009 der Gehaltszuwachs 23 Prozent bei einer Inflationsrate von 17,4 Prozent betragen.
"Auch wenn der allgemeine Aufschwung die Zeitungsverlage erst verzögert erreicht, gilt: Die Wirtschaftskrise ist überwunden", stellte Döhring fest. Nach dem Problemjahr 2009 zeigten die Bruttowerbeeinnahmen der Verlage im ersten Halbjahr 2010 wieder bessere Zahlen, auch die Renditen lägen in vielen Häusern über denen in 2008.
Der Gehaltstarifvertrag Tageszeitungen war fristgemäß von den Gewerkschaften DJV und ver.di zum 31. Juli 2010 gekündigt worden. Der BDZV hatte darauf mit der Kündigung des Manteltarifvertrags zum Jahresende reagiert.+++
Hessischer Journalistenpreis 2010 an Alex Westhoff verliehen
Börsenexperte Frank Lehmann bekam „Ehrenpreis für bisheriges Lebenswerk“
17.08.2010 FRANKFURT/M. Der mit 3.000 Euro dotierte "Hessische Journalistenpreis 2010" hat eine unabhängige Jury dem Journalisten Alex Westhoff für seine Reportage über das legendäre Autokino in Gravenbruch, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zugesprochen. Er konnte sich gegen rund 50 Mitbewerber im Wettbewerb zum Thema „Kulturland Hessen“ durchsetzen. Als Höhepunkt der Preisverleihung, anlässlich des 5. Jubiläums des Hessischen Journalistenpreises, zeichnete die Jury den langjährigen hr-Redakteur Frank Lehmann (Wirtschaftsjournalist und Börsenexperte) mit dem „Ehrenpreis für sein bisheriges Lebenswerk“aus.
Lehmann habe, so die Jury, den Journalismus in Hessen auf unverwechselbare Weise geprägt: als langjähriger Chef der Hessenschau, als Leiter der Wirtschaftsredaktion im hr-Fernsehen und schließlich bundesweit als Leiter der ARD-Sendung „Börse im Ersten“, die mit ihren hohen Einschaltquoten zu einer der erfolgreichsten TV-Börsensendungen Europas gehört. Seine Meinung ist auch heute noch nach dem offiziellen Ausscheiden aus den Diensten des Hessischen Rundfunks als "Ruheständler" gefragt: unter anderem noch im Wirtschafts- und Verbrauchermagazin "mex" des hr-Fernsehens. Dort gibt er Tipps zur Geldanlage und Altersvorsorge. Derzeit arbeit Lehmann außerdem an einem Buch zum Thema Geld. Der aus Berlin stammende, aber perfekt hessisch „babbelnde“ Journalist agiere bis auf den heutigen Tag, und hoffentlich lange darüber hinaus, als populärer Aufklärer der internationalen Finanzwirtschaft. „Er wird geliebt und – wie schön – gelegentlich auch gefürchtet“, sagte Professor Dr. Heiner Boehncke, Vorsitzender der Jury, in seiner Laudatio. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.
Der Hessische Journalistenpreis wird jährlich von der Sparda-Bank Hessen und dem Deutschen Journalistenverband (DJV) Hessen vergeben und ist in diesem Jahr mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. „Mit dem Preis zeichnet die Genossenschaftsbank Redakteure aus, die in einer Zeit fortschreitender Globalisierung die unverwechselbare Identität Hessens stärken“, sagte Jürgen Weber, Vorsitzender des Vorstandes der Sparda-Bank Hessen. "Journalisten können Heimat schaffen".
Der zweite Preis in der Kategorie Print (2.000 Euro) ging an Friedemann Kohler (Deutsche Presse-Agentur dpa) für seine Reportage über den Chor der Wiesbadener Bergkirche. Den dritten Preis (1.000 Euro) in der Kategorie Print erhielt – für ihre Serie „Streiflichter aus 100 Jahren Jugendstiltheater Bad Nauheim“ – Annette Hausmanns (Wetterauer Zeitung).
In der Kategorie Fotografie (3.000 Euro) siegten Hannah Cosse und Jan Baetz (Hessische/Niedersächsische Allgemeine) mit ihrem Print-, Online- und Fotoprojekt „Eine virtuelle Reise durch das alte Kassel vor der Zerstörung am 22. Oktober 1943“.
Zusätzlich zu den genannten Siegern sprach die Jury lobende Erwähnungen aus an: Thomas Siemon (Hessische/Niedersächsische Allgemeine), Anne-Kathrin Reiter (Focus Schule), Dr. Christine Knust (GEO Epoche Online) und die Gelnhäuser Neue Zeitung für ihre Simplicissimus-Beiträge.
Den unterhaltenden Part des Abends lieferte Frank Lehmann mit einem schnodderig-ironischen Festvortrag in Form einer gelungenen Mischung aus Journalismus und Kabarett. Lehmann beschäftigte sich mit Kultur in Hessen, schweifte jedoch gleich zur »Aktienkultur« ab. Mit der stehe es nicht gut, man müsse eher von einer »Zockerkultur« sprechen. Die habe schon Goethe abgelehnt, wie Lehmann anhand des Gedichts »Ich ging im Walde so für mich hin« zweifelsfrei belegen konnte: Hier wird das »Blümlein« eben nicht »gebrochen«, sondern mitsamt der Wurzel ausgegraben und neu eingepflanzt, an einem stillen Ort. »Nun zweigt es immer / Und blüh’t so fort.« »Der Goethe war eindeutig für langfristiges Denken«, meinte Lehmann, bevor er einen Dialog aus dem »Hessischen Jedermann« zum besten gab - natürlich im breitesten Frankfurterisch. Der "Börsenbabbler" bedankte sich in seiner fernsehreifen Kurzrede für den Preis - und parodierte Marcel Reich-Ranicki mit dem Satz "Ich nehme diesen Preis an". Dafür erntete der Ex-Moderator viele Lacher. (pm)
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12.000 Euro Preisgeld für Beiträge
über das „Kulturland Hessen“
Die Sparda-Bank Hessen lobt in Zusammenarbeit mit dem DJV Hessen
erneut den Hessischen Journalistenpreis aus
10.05.2010 FRANKFURT/M.
Ob bildende Kunst, Film und Medien, Architektur
und Baukunst, Literatur, Musik oder Theater – kaum ein Bundesland
glänzt durch eine so reiche Kulturvielfalt wie Hessen. Journalistische
Beiträge, die das Kulturgut in Hessen in den Fokus stellen, werden in
diesem Jahr im Wettbewerb um den Hessischen Journalistenpreis
gesucht. Unter dem Titel „Kulturland Hessen“ hat die Sparda-Bank
Hessen in Kooperation mit dem Hessischen Journalistenverband nun
zum fünften Mal den mit aktuell 12.000 Euro dotierten Preis ausgelobt.
Mit dem Hessischen Journalistenpreis sollen erneut Redakteurinnen
und Redakteure gewürdigt werden, die ihr Augenmerk auf das Land
Hessen richten und durch ihre Beiträge in den Medien zur Stärkung
der unverwechselbaren Identität Hessens beitragen. Mitmachen
können bundesweit Journalisten der zwei Sparten Print- und Fotojournalismus,
die in den vergangenen zwölf Monaten Beiträge zum
Thema „Kulturland Hessen“ publiziert haben.
Als Höhepunkt zum fünfjährigen Bestehen des Journalistenpreises
wird zudem erstmals eine Persönlichkeit geehrt, die sich durch ihr
bisheriges publizistisches Lebenswerk in besonderer Weise um
Hessen verdient gemacht hat. Über die Vergabe der mit insgesamt
12.000 Euro dotierten Preise entscheidet eine hochkarätig besetzte,
unabhängige Jury aus Vertretern der Wissenschaft und Medienpraxis.
Mehr Informationen zum Hessischen Journalistenpreis der Sparda-
Bank Hessen und des Hessischen Journalistenverbandes finden Sie
unter www.hessischer-journalistenpreis.de. Die Anmeldung und das
Einreichen der Werke sind ab sofort unter der genannten Internet-
Adresse möglich. Die Frist endet am 30. Juni 2010.
DJV appelliert an DuMont, keine Reporterfirma zu gründen
29.01.2010 BERLIN.
Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich entschieden gegen die offenbar mittlerweile sehr konkreten Pläne der Mediengruppe DuMont ausgesprochen, eine Firma zu gründen, in der die Politik- und Wirtschaftsberichterstattung der Zeitungsgruppe gebündelt werden soll. Dann käme die Berichterstattung für Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau, Kölner Stadtanzeiger und Mitteldeutscher Zeitung aus einer Redaktion. Informationen von kress zufolge sollen die Mitarbeiter des Zeitungshauses noch heute über die Pläne informiert werden.
DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken appellierte an die Verlagsleitung, diese Pläne nicht umzusetzen: "Beachten Sie das Redaktionsstatut der Berliner Zeitung. Sie können nicht einfach Teile der Redaktion ausgliedern." Das hätte fatale Folgen für die Meinungsvielfalt in Deutschland. Zudem sei mit dem Verlust von redaktionellen Arbeitsplätzen und Aufträgen von Freien zu rechnen. "Dann kriegen wir nur noch grauenhaften journalistischen Einheitsbrei", so der DJV-Bundesvorsitzende.
Bereits am 12 Januar hatte die Redaktion der Berliner Zeitung in einen Offenen Brief an den publizistischen Beirat des Verlags M. DuMont Schauberg und die Chefredaktion der Zeitung unter anderem gefordert, "an den bewährten Strukturen festzuhalten und sie zu sichern". Dieser Brief wurde offenbar von der Verlagsleitung schlicht ignoriert.
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Eva Werner
DJV-Gesamtvorstand stimmt Vergütungsregeln für Freie zu
18.01.2010 WÜRZBURG
Der DJV-Gesamtvorstand hat auf seiner heutigen Sitzung in Würzburg dem Verhandlungsergebnis zwischen den Gewerkschaften DJV und ver.di und dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger über gemeinsame Vergütungsregeln für Freie an Tageszeitungen mit großer Mehrheit zugestimmt. Damit ist von Seiten des DJV der Weg frei für allgemein verbindliche und angemessene Honorare von Freien an Tageszeitungen, die dem BDZV angeschlossen sind. Die Verhandlungen hatten über sechs Jahre gedauert.
Die gemeinsamen Vergütungsregeln sehen für hauptberuflich tätige Freie an Tageszeitungen Vergütungssätze vor, die in der Höhe für Textbeiträge gestaffelt sind und sich unter anderem nach der Auflage der Zeitung und der journalistischen Gattung richten. Sie liegen beim Erstdruck je nach Auflage und Gattung in der Bandbreite zwischen 47 Cent und 1,65 Euro pro Druckzeile, beim Zweitdruck zwischen 38 Cent und 1,25 Euro. Die Mehrfachnutzung von Textbeiträgen muss künftig von den Verlagen auch mehrfach honoriert werden.
Die freien Journalisten können zudem im Gegensatz zu den heutigen Standards des Total-Buy-Out ihre Artikel mehrfach anbieten und zusätzliche Erlöse erzielen. Vereinbaren sie etwas anderes, zum Beispiel die Nutzung des Beitrags im Rahmen einer Mantellieferung, führt diese weitere Nutzung auch zur höheren Vergütung. Auch andere Beteiligungssätze sind fest vereinbart.
"Das ist kein Traumergebnis, aber ein akzeptabler Kompromiss", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Ich hoffe, dass auch die Verhandlungen über Vergütungsregeln für Bildjournalisten bald zu einem Abschluss führen." Für Fotojournalisten ist es bisher nicht gelungen, zu einem endgültigen Ergebnis zu gelangen. DJV und ver.di haben mit dem BDZV weitere Verhandlungen vereinbart und angekündigt, die Schlichtungsstelle anzurufen, wenn keine Einigung zustande kommt.
Die gemeinsamen Vergütungsregeln sollen am 1. Februar in Kraft treten. Sie sind auf der DJV-Homepage nachzulesen unter http://www.djv.de/fileadmin/DJV/Tipps_und_Infos_fuer_Freie_NEU/Gem-Verg%C3%BCtungsregeln-endg.pdf
DJV begrüßt Abkehr der Main-Post von Leiharbeit
20.01.2010 BERLIN
Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Entscheidung der Main-Post begrüßt, die umstrittenen Leiharbeitspläne in der Redaktion des Blattes nicht weiter zu verfolgen. DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken rief tarifflüchtige Zeitungsverlage dazu auf, dem Beispiel der Main-Post zu folgen und die geltenden Tarifverträge für Tageszeitungen wieder zur Grundlage der Personalpolitik zu machen. Die zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehörende Main-Post wollte die Redakteurinnen und Redakteure in eine Zeitarbeitsfirma überführen, die nicht dem Zeitungstarif unterliegt. Massiver Druck des Bayerischen Journalisten-Verbands und der Redaktion führte schließlich zu dem Rückzieher der Verlagsspitze.
"Der Missbrauch der Leiharbeit durch fast 20 Zeitungsverlage in Deutschland ist Tarifumgehung in Reinform", kritisierte Konken. "Hier wird nicht versucht, auftretende Arbeitsspitzen durch Leiharbeit zu bewältigen, sondern Redakteure dauerhaft in schlechter bezahlte Arbeitsverhältnisse zu drängen." Der DJV-Vorsitzende bekräftigte seine Forderung an Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, das von der rot-grünen Bundesregierung beschlossene Gesetz dringend zu überarbeiten. "Schlupflöcher für tarifflüchtige Verlage müssen geschlossen werden."
DJV zur Leiharbeit:
nicht nur Schlecker, auch Verlage überprüfen!
12.01.2010 BERLIN Der Deutsche Journalisten-Verband hat Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen aufgefordert, die von ihr angekündigte Überprüfung der Leiharbeitspraxis nicht auf den Drogeriekonzern Schlecker zu beschränken. Der Missbrauch der Leiharbeit sei seit Jahren auch in etlichen Zeitungsverlagen üblich, erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. In manchen Zeitungsredaktionen müssten Journalistinnen und Journalisten als Leiharbeitnehmer zu Konditionen arbeiten, die sich deutlich unter dem Tarifgefüge der Verlage bewegten. Seit der Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes seien tarifgebundene Arbeitsplätze von Redakteuren in schlecht bezahlte Jobs bei verlagseigenen Leiharbeitsfirmen umgewandelt worden - "Tarifumgehung in Reinform", wie Konken betonte.
"Es ist überfällig, dass die Politik den Missbrauch der Leiharbeit durch die aktuellen Vorkommnisse bei Schlecker endlich wahrnimmt und Gegenmaßnahmen ergreift", sagte der DJV-Vorsitzende. "Diese Maßnahmen dürfen nicht bei Schlecker Halt machen." Konken wies darauf hin, dass die rot-grüne und die schwarz-rote Bundesregierung die Augen vor der Problematik verschlossen hätten, obwohl der DJV mehrfach die politisch Verantwortlichen aufgefordert hatte, den Missbrauch der Leiharbeit in Verlagen wirksam zu bekämpfen. "Von der Bundesarbeitsministerin erwarten wir entschlossenes Handeln. In den Zeitungsredaktionen muss qualifizierte Arbeit gerecht und fair bezahlt werden."
Der DJV hat auf seiner Homepage die tarifflüchtigen Verlage aufgelistet, die sich etwa durch Leiharbeit oder Outsourcing von Redaktionen den Tarifverträgen der Zeitungsbranche entziehen: http://www.djv.de/DJV-Liste-Tarifumgehung-der-V.629.0.html
(Hendrik Zörner)
Nach 6 Jahren Verhandlungen:
Gemeinsame
Vergütungsregeln für Zeitungs-Freie vereinbart
5.01.2010 BERLIN. Nach über sechsjährigen Verhandlungen ist es den Gewerkschaften DJV und ver.di gelungen, mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger gemeinsame Vergütungsregeln für freie Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen zu vereinbaren. Damit sollen verbindliche Grundlagen für die angemessene Honorierung von Freien an Tageszeitungen geschaffen werden. DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken bezeichnete die Vergütungsregeln als "wichtigen Schritt auf dem Weg zur Sicherung der materiellen Basis freier Journalisten. Freie sollten die jetzt vereinbarten Honorare in jedem Fall geltend machen, damit Dumpinghonorare und das Feilschen mit dem Verlag über die Höhe des Honorars bald der Vergangenheit angehören."
Die gemeinsamen Vergütungsregeln sehen für hauptberuflich freie Journalisten Vergütungssätze vor, die für alle Verlage Geltung beanspruchen, da sie nach dem Urhebergesetz angemessen sind. Die Honorarhöhen sind für Textbeiträge gestaffelt nach der Auflage der Zeitung und unterteilt in journalistische Gattungen. Sie liegen beim Erstdruck je nach Auflage und Gattung in der Bandbreite zwischen 47 Cent und 1,65 Euro pro Druckzeile, beim Zweitdruck zwischen 38 Cent und 1,25 Euro. Zeitungsverleger und Gewerkschaften sehen diese Honorarhöhen als angemessen an. Liegen Honorare bereits heute über diesen Sätzen, gehen beide Vertragsseiten davon aus, dass die bestehenden Sätze bei der jeweiligen Tageszeitung der Maßstab für die Angemessenheit der Honorierung sind. Über die Angemessenheit von Honoraren war es in der Vergangenheit immer wieder zu juristischen Auseinandersetzungen gekommen.
Für Fotojournalisten ist es bisher nicht gelungen, zu einem endgültigen Ergebnis zu gelangen. DJV und ver.di haben mit dem BDZV weitere Verhandlungen vereinbart und angekündigt, die Schlichtungsstelle anzurufen, wenn keine Einigung zustande kommt.
Dem Verhandlungsergebnis müssen die zuständigen Gremien der Verbände, beim DJV der DJV-Gesamtvorstand, noch zustimmen. Die gemeinsamen Vergütungsregeln sollen am 1. Februar in Kraft treten. Sie sind auf der DJV-Homepage nachzulesen unter
http://www.djv.de/fileadmin/DJV/Tipps_und_Infos_fuer_Freie_NEU/Gem-Verg%C3%BCtungsregeln-endg.pdf
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Zeitungen: Bald faire Freien-Honorare?
17.12.2009 BERLIN. Die Verhandlungen über angemessene Honorare für freie Journalisten an Tageszeitungen sind beendet. Die Argumente sind ausgetauscht. Gremien der Verleger und der Journalistenorganisationen werden im Januar über den Abschluss entscheiden. Ab dem 1. Februar sollen die neuen gemeinsamen Vergütungsregeln gelten. Allerdings mit einem erheblichen Wermutstropfen: Über die Angemessenheit von Fotohonoraren wurde noch kein Konsens erzielt. Nach einer Karenzzeit soll Anfang 2011 über die Höhe angemessener Fotohonorare weiter verhandelt werden.
DJV-Verhandlungsführer Benno H. Pöppelmann, Justiziar des DJV-Bundesverbandes, meint dazu: „Jetzt kommt es darauf an, dass das Verhandlungsergebnis auch bei den zuständigen Verbandsgremien beider Seiten Zustimmung findet. Für verfrühten Optimismus ist kein Platz. Dazu waren die Auseinandersetzungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) zu lang und zu schwierig.“ Die Verhandlungen zwischen den Journalistenorganisationen DJV sowie dju in ver.di und dem BDZV hatten 2003 begonnen. In über 40 Verhandlungsrunden wurde über faire Vertragsbedingungen und Honorare diskutiert.
Der Text der gemeinsamen Vergütungsregeln und die genauen Tabellenwerte im Bereich Wort werden Anfang Januar auf der Homepage des DJV veröffentlicht, wenn die Redaktion der Textfassung und der Tabellenwerte stattgefunden hat. Soviel steht aber schon fest: Die Zeilenhonorare werden nicht ganz das Niveau des Tarifvertrags für arbeitnehmerähnliche Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen erreichen, sondern zwischen zehn und fünfzehn Prozent darunter liegen. Da von diesen „12-a-Honoraren“ bisher aber nur eine kleine Minderheit von Freien bei Tageszeitungen profitiert hat und die tatsächlichen Texthonorare pro Zeile häufig deutlich unter diesem Niveau liegen, ist das gleichwohl eine Verbesserung für die meisten freien Journalisten, die für Tageszeitungen arbeiten.
Bei Mehrfachnutzungen innerhalb von Zeitungen wird es ebenfalls eine klare Regelung geben. Ab einer Auflage von 300.000 Exemplaren wird es bei redaktioneller Zusammenarbeit oder Zulieferung außerhalb von Mantellieferungen und Redaktionsgemeinschaften Honoraraufschläge von 40 Prozent nach der jeweiligen Auflage geben. Außerdem sollen Journalisten 55 Prozent der Erlöse für Nutzungen in externen Datenbanken wie zum Beispiel GBI-Genios erhalten.
Bei den Fotohonoraren erst einmal Stoppschild
Bisher nicht erfolgreich waren die Verhandlungen zu den Fotohonoraren. Eine Einigung konnte mit dem BDZV noch nicht erzielt werden. Zu gering ist das Angebot der Verlegerseite, das mit etwa 35 bis 60 Prozent des tarifvertraglichen Bildhonorars zu völlig unangemessenen Preisen geführt hätte. Um das Scheitern der Verhandlungen an diesem Punkt zu verhindern, wurde ein „Moratorium“ vereinbart, das bis Ende des Jahres 2010 dauern soll. Ab Anfang 2011 soll erneut, allerdings maximal neun Monate lang, verhandelt werden. Sollte es dann zu keiner Einigung kommen, müsste ein Schlichtungsverfahren eingeleitet werden.
Generelle Bedeutung der Verhandlungen
Durch das Urhebervertragsgesetz, das auch auf Initiative des DJV im Jahr 2002 eingeführt wurde, gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Honorare und Vertragsbedingungen. Dieser Anspruch kann durch Einzelverfahren eingeklagt werden. Gleichzeitig ist die Möglichkeit vorgesehen, dass Verbände der Verwerter und der Urheber eine gemeinsame Vergütungsregelung vereinbaren können, mit der die Angemessenheit rechtssicher geklärt werden kann. Ohne eine solche klare gesetzliche Grundlage würde eine Vereinbarung im Übrigen gegen das Kartell- und Wettbewerbsrecht verstoßen.
Wenn die Vergütungsregelung in Kraft tritt, gelten ihre Grundsätze für alle hauptberuflichen freien Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen. Wer dazu gehört, wird ebenfalls in der Vergütungsordnung geregelt.
Im Bereich der Zeitschriften sind die Verhandlungen mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) dagegen noch nicht abgeschlossen. Eine ausführliche Darstellung der Regelung wird rechtzeitig vor dem geplanten Inkrafttreten am 1. Februar 2010 erfolgen. (Michael Hirschler) +++
DJV: Paritätische Finanzierung des Krankengelds erhalten!
30.09.2009 BERLIN. Der DJV fordert die Unionsparteien und die FDP auf, das Krankengeld für Arbeitnehmer und freie Mitarbeiter zu erhalten. "Die Experimente der Großen Koalition mit dem Krankengeld bei unständig Beschäftigten und hauptberuflich Selbständigen haben gezeigt, dass das Krankengeld für sozialpolitische Experimente nicht taugt", betonte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Das Krankengeld müsse in der heutigen Form der paritätischen Finanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer erhalten bleiben. Gleiches gelte für das Krankengeld der Mitglieder der Künstlersozialkasse, bei dem die Kosten durch Künstlersozialkasse und die freiberuflich Tätigen je zur Hälfte getragen werden.
"Eine Regierung, die Entlastung verspricht, darf Arbeitnehmer, unständig Beschäftigte und Selbständige nicht stärker belasten", so Konken. "Das System von Krankengeld-Wahltarifen führt zur Nichtversicherung breiter Kreise und damit dem sozialen Absturz im Fall der Krankheit". Der DJV Vorsitzende verwies darauf, dass das zum Jahresanfang 2009 eingeführte System von Wahltarifen bereits zum August 2009 reformiert werden musste und in vielen Fällen dazu geführt hat, dass gesetzlich Versicherte überhaupt keinen Krankengeldanspruch mehr haben.
Laut Medienberichten wird zwischen den zukünftigen Koalitionsparteien darüber diskutiert, das Krankengeld, das die Kassen ab der siebten Krankheitswoche nach Fortfall der Entgeltfortzahlung durch die Arbeitgeber zahlen, privat abzusichern. +++
DJV fordert konzertierte Aktion gegenüber Google
16.07.09 BERLIN:. Der Deutsche Journalisten-Verband hat Verleger und Politik zu einer konzertierten Aktion mit den Urhebern gegenüber dem Monopolisten Google aufgefordert. Vor dem Hintergrund der wachsenden Meinungsmacht von Google seien gesetzliche Regelungen dringend nötig, forderte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Der Gesetzgeber muss einerseits der Gratis-Kultur des Internets zu Gunsten der Urheber einen wirksamen Riegel vorschieben und andererseits die Befugnisse des Bundeskartellamtes so ausweiten, dass die Behörde Meinungsmonopole im Internet verhindern kann."
Google verharmlose sein wachsendes Monopol in den Medienmärkten, kritisierte Konken. "Die Firma vereinigt in bisher nie gekannter Weise Funktionen als Anbieter von Betriebssystemen für Computer und Handys, Internetsuchdiensten, Inhalten wie komplett digitalisierten Büchern sowie ganz besonders auch die Anzeigenvermittlung. Hier droht ein Monopol mit nie gekannter Meinungsmacht." Es sei nicht hinnehmbar, dass die Urheber ohne Zustimmung ihre Werke Google zu dessen kommerziellen Zwecken überließen.
"Ein wirksames Vorgehen gegenüber Google setzt voraus, dass Verleger und Gewerkschaften an einem Strang ziehen", sagte Konken. Der DJV sei im Interesse der Journalistinnen und Journalisten zu dieser Kooperation bereit. Dabei müsse jedoch klar sein, dass der Schutz der Urheber und ihrer berechtigten Interessen im Mittelpunkt der Aktivitäten stehe. +++
DJV: Schließung der FR-Redaktion in Darmstadt wieder
Verlust eines Stückes "publizistischer Meinungsvielfalt"
11.05.2009 DARMSTADT. Die geplante Redaktionsschließung der "Frankfurter Rundschau" im südhessischen Darmstadt und die gleichzeitig geplante Kooperation mit der "Echo Redaktionsservice GmbH" (Medienhaus Südhessen) ist beim Landesverband Hessen des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) auf scharfe Kritik gestoßen. Damit gehe erneut ein Stück "publizistischer Meinungsvielfalt" in Hessen verloren, weil dann die Berichterstattung eines großen Landesteils in der Hand eines Monopol-Verlages liege, erklärte der DJV-Landesvorsitzende Hans-Ulrich Heuser am Montag in Wiesbaden. Auch gegenteilige Argumente der beiden beteiligten Medienunternehmen könnten nicht den Eindruck entkräften, dass es bei dieser Zusammenarbeit nur um eine "Gewinnmaximierung vor Qualität" gehe.
Betroffen von der zum 01. Juli 2009 geplanten Redaktionsschließung sind nach Angaben der FR-Chefredaktion sechs Redaktionsstellen, die allerdings nicht gestrichen werden sollen. Den Journalisten würden vielmehr neue Stellen bei der FR angeboten. Völlig außer acht gelassen werde bei einer solchen Regelung aber auch die Zukunft von etwa sechs "Leihbeschäftigten" eines FR-Tochterunternehmens und die von freien Mitarbeitern, erklärte der hessische DJV-Landesvorsitzende Heuser.
Die Lieferung von täglich bis zu sechs Lokalseiten durch die private Redaktionsservice GmbH kann nach Meinung des DJV Hessen keine Lösung sein. Im Gegenteil befürchte der DJV eine weitere Arbeitsverdichtung auch bei Kolleginnen und Kollegen des "Darmstädter Echos", die jetzt indirekt für zwei Zeitungen schreiben müssten. Die "monopolartige" Entwicklung im Raum Südhessen werfe auch die Frage auf, wie die Zukunft der freie Mitarbeiter aussehe, denn so ginge weiterhin die Möglichkeit einer Mehrfachverwertung verloren.
Nach Informationen des DJV sollen sich die drei künftigen Redakteure der GmbH die ECHO-Artikel aus dem hausinternen System holen und umschreiben. Jeder ECHO-Redakteur erhalte für diese Zweitverwertung 50 Euro pauschal pro Monat zusätzlich zum Gehalt, so erfuhr der DJV aus Redaktionskreisen. Ähnlich soll es auch den Freien des ECHO laufen, denn auch deren Artikel würden dann von den "GmbH Redakteuren" bearbeitet. Bei einer Veröffentlichung wird ein Honorar für die Zweitverwertung in Aussicht gestellt, doch sei darüber noch nicht verhandelt. Und noch ein Detail zu den neuen "Darmstädter Verhältnissen": zwei ECHO-Volontärinnen, die sonst arbeitslos geworden werden, sollen nun in die "GmbH" übernommen werden: zum Einstiegsgehalt für Redakteure mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld, aber ohne Leistungen zur Presseversorgung. (red./ma)
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Hessischer Jungjournalistenpreis für
DJV-Mitglied
Carolin Muck (Gießener Anzeiger)
04.05.2009 DILLENBURG. Mit dem Hessischen Jungjournalistenpreis des Hessischen Zeitungsverlegerverbandes ist das DJV-Mitglied Carolin Muck ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte mit der Preisvergabe die – im November 2007 im „Gießener Anzeiger“ erschienene – Reportage „Im Feuer erfüllt sich der letzte Wille“. Die ausgezeichnete Veröffentlichung befasst sich mit einem „Tabuthema“: dem Krematorium in Gießen. Die 32-jährige Preisträgerin berichtete bei der Preisverleihung im Hessischen Landgestüt in Dillenburg, während der Recherche vor Ort habe sie sich „der Konfrontation mit dem Tod“ stellen müssen.
Bei der Verleihung des – mit 2.500 Euro dotierten – Preises im Hessischen Landgestüt in Dillenburg sagte Jury-Mitglied und Laudator Professor Dr. Siegfried Quandt, die Reportage sei „eine interessante und gut aufbereitete Geschichte“. Das Niveau der eingesandten Arbeiten sei hoch gewesen, so dass die Jury bei der Wahl letztlich „über Nuancen“ entschieden habe. Insgesamt seien für den Hessischen Jungjournalistenpreis „Für die lokale Presse“ aber noch mehr qualitätsvolle Veröffentlichungen als Bewerbung wünschenswert gewesen: 25 Beiträge waren eingereicht worden.
Carolin Muck, die zum DJV-Ortsverband Gießen gehört, arbeitete bereits seit dem Jahr 2001 für den „Gießener Anzeiger“: zunächst als freie Mitarbeiterin. Sie absolvierte von 2006 bis 2008 ein Volontariat und nach dem Redakteursabschluss seithier wieder als freie Journalistin für diese Tageszeitung tätig.
In Dillenburg wurden auch zwei Anerkennungspreise, jeweils mit 500 Euro dotiert, übergeben: an Sonja Diefenbach für die zwei Berichte "Krebs kennt kein Alter" und "Vivian hat die Leukämie verjagt" in der Wetzlarer Neuen Zeitung – vom Dezember 2007 und September 2008 – sowie an Jan Grossarth für den Artikel "Der Strand des kleinen Mannes", der im Juni 2008 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien.
Der Hessische Jungjournalistenpreis "Für die lokale Presse" wird jedes Jahr vom Verband Hessischer Zeitungsverleger in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Siegfried Quandt ausgeschrieben. Mit der Auszeichnung soll der journalistische Nachwuchs in Hessen insgesamt gefördert und zugleich die Öffentlichkeit auf die Bedeutung des Lokaljournalismus hingewiesen werden. Zudem versprechen sich die Preisstifter davon Anstöße zur Weiterentwicklung der Lokalberichterstattung . Außer Prof. Quandt gehörten der Jury an: Astrid Knöß (Gießener Anzeiger), Werner D´Inka (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Rainer M. Gefeller (Frankfurter Neue Presse) und Horst Seidenfaden (Hessische/Niedersächsische Allgemeine).
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DJV-Gesamtvorstand stimmt einstimmig jüngsten Tarifabschlüssen zu
26.11.2008 HANNOVER.
Der Gesamtvorstand des DJV als "Große Tarifkommission des Deutschen Journalisten-Verbandes" - ihr gehören neben dem siebenköpfigen Bundesvorstand die Vorsitzenden der 18 DJV-Landesverbände an - hat am heutigen Mittwoch in Hannover einstimmig den Tarifabschlüssen für Redakteure an Tageszeitungen und Zeitschriften sowie für arbeitnehmerähnliche Freie an Zeitungen zugestimmt. Alle drei Tarifverträge wurden rückwirkend zum 1.August 2008 in Kraft gesetzt und laufen bis zum 31. Juli 2010.
Nach ausführlicher Diskussion wurden die Ergebnisse der Tarifrunden mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) angenommen.
Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen erhalten erstmals im November 2,4 Prozent mehr Gehalt sowie im Dezember eine Einmalzahlung von 0,6 Prozent (auf 13,75 Bruttomonatsgehälter). Im Oktober 2009 folgt eine weitere Anhebung der Gehälter um 1,6 Prozent.
Auch Zeitschriftenredakteurinnen und -redakteure bekommen 2,4 Prozent mehr Gehalt ab November und ebenfalls weitere 1,6 Prozent ab Oktober 2009. Darüber hinaus erhalten diejenigen Zeitschriftenredakteure im Dezember eine Einmalzahlung von 300 Euro, die am 1. August 2008 bereits bei ihrem Verlag gearbeitet haben. Neue Mitarbeiter ab 1. September erhalten 200 Euro, ab 1.Oktober 100 Euro. Volontäre bekommen 50 Prozent der Einmalzahlung. Auf Teilzeitkräfte wird sie entsprechend der Arbeitszeit aufgeteilt.
Arbeitnehmerähnliche freie Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen erhalten auf der Grundlage des 12a-Tarifvertrags im Volumen 3,7 Prozent mehr Honorar, die wirksam in die Honorartabelle eingerechnet werden. Zunächst gibt es ab Dezember 2,4 Prozent mehr Honorar, weitere plus 1,6 Prozent ab Mai 2009. Die erste Zahlung von 2,4 Prozent mehr Honorar erfolgt erst einen Monat später als bei den Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteuren, da eine frühere Auszahlung in der Praxis zu Schwierigkeiten führen könnte. Die Erhöhung um 1,6 Prozent bekommen die Freien allerdings schon fünf Monate früher als die Zeitungsredakteure. So kann die Einmalzahlung von 0,6 Prozent von 13,75 Monatsgehältern ausgeglichen werden, die nur Redakteure erhalten.
DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken betonte nach der Annahme der Tarifabschlüsse im Gesamtvorstand mit Blick in die Zukunft: "Unser nächstes Ziel ist, die Onlineredakteure in die Tarifverträge zu integrieren". Es sei jetzt außerdem wichtig, so Konken, "dass wir darum kämpfen, dass sich die Flächentarifverträge während der aufziehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten mancher Verlage behaupten können." +++
Gehaltsabschluss Zeitungen: Im Volumen 4,6 Prozent mehr
10.11.2008 HAMBURG.
Nach über dreimonatigen Verhandlungen einigten sich am heutigen Montagabend die Vertreter von DJV, ver.di und BDZV auf einen neuen Gehaltstarifvertrag für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen in Deutschland. Das Verhandlungsergebnis sieht im Volumen 4,6 Prozent mehr Gehalt vor. Die Redakteure erhalten im November 2,4 Prozent mehr Gehalt sowie eine Einmalzahlung von 0,6 Prozent. Ferner wurde eine Anhebung um 1,6 Prozent für den 1. Oktober 2009 vereinbart. Die Laufzeit des Tarifvertrags dauert bis 31. Juli 2010.
Die Verleger sagten zu, die von ihnen ausgesprochene Kündigung des Manteltarifvertrags zum 31. Dezember zurückzuziehen. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass während der Laufzeit des Gehaltstarifvertrags keine Kündigung der Altersversorgung durch die Verleger möglich ist. Zeitnah werden Verhandlungen über die Einbeziehung der Onlineredakteure in den Tarifvertrag aufgenommen. Über die Umsetzung des Tarifabschlusses für die arbeitnehmerähnlichen Freien soll in Kürze verhandelt werden.
"Das Verhandlungsergebnis bleibt weit hinter unseren Forderungen zurück", erklärte DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff. "Mehr war angesichts der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise nicht zu erreichen." Der Erhalt des Flächentarifvertrags rechtfertige die Annahme des Verhandlungsergebnisses. "Die Alternative wäre ein tarifloser Zustand gewesen."
Mit dem Verhandlungsergebnis muss sich noch der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission befassen. Als Erklärungsfrist vereinbarten die Tarifparteien einen Zeitraum von drei Wochen. +++
Hessen warben auf Römerberg für DJV-Tarifziele
Bundesweit heute Warnstreiks und Kundgebungen
27.10.2008 FRANKFURT/MAIN.
"Qualität gibt es nicht zum Nulltarif – unsere Arbeit ist mehr wert". Unter diesem Motto haben Tageszeitungsredakteure aus Hessen auf dem Frankfurter Römerberg am vergangenen Samstag (25. 10.) gegen das Angebot der Verleger in den Tarifverhandlungen protestiert und für den Erhalt des Flächentarifvertrags demonstriert. am Gerechtigkeitsbrunnen machten sie mit dem Verteilen von Flugblättern, bunten "Zeitungs"-Enten und natürlich frischen sauren Äpfeln vor allem auf eine steigende Tendenz aufmerksam: immer mehr Verlage würden sich aus der Verantwortung stehlen und einseitig von den Tarifverträgen verabschieden. "Die Zahl der OT-Betriebe hat zwischen Kassel und Darmstadt eine alarmierende Zahl erreicht".
DJV-Mitglieder aus den Ortsverbänden Frankfurt, Darmstadt, Hanau und Fulda verteilten deshalb Informationen und „saure Äpfel" sowie Zeitungsenten an die Passanten. Die hessischen Zeitungsleser nahmen gerne an der Aktion teil. „Viele haben sich solidarisch erklärt und mitgemacht", berichtete Thorsten Becker, der Sprecher des DJV-Bundesfachausschusses Tageszeitungen. Denn am Ende sollen nicht Journalisten diejenigen sein, die in den sauren Apfel der Verleger beißen.
"Zeitungen sollen auch künftig Profis machen"
Guten Journalismus gebe es eben nicht zum Dumping-Preis. Und den Verlegern gehe es nicht schlecht. "Aber wenn sie weiter knausern, sparen sie ihre Zeitungen kaputt" meinte Becker. Das dürften die Journalisten nicht zulassen. Im Deutschen Journalistenverband (DJV) kämpften fast 40.000 hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten im Interesse von Lesern, Hörern und Internet-Nutzern auch für Pressefreiheit, Meinungsvielfalt und professionell gemachte Medien.
An die Leser und Nutzer erfolgte der Appell, direkt beim Verlag der Zeitungen gegen Stellenabbau, Outsourcing und Leiharbeit in der Redaktion zu protestieren. "Sagen Sie deutlich, dass Sie keine Mogelpackung akzeptieren und dass die Berichterstattung in ihrer Zeitung auch künftig von Profis gemacht werden sosll" heißt es auf dem Flugblatt des DJV Landesverbandes Hessen.
M o r g e n 4. "Tarifrunde Zeitungen" in Hamburg
Zur vierten Runde der Gehaltstarifverhandlungen im Tageszeitungsbereich kommen am morgigen Dienstag in Hamburg die Gewerkschaften DJV und ver.di mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) zusammen. "Wir erwarten von den Verlegern ein verhandlungsfähiges Angebot, das den freien und fest angestellten Journalisten an Tageszeitungen einen spürbaren Einkommenszuwachs sichert", forderte DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff. In der letzten Verhandlungsrunde Ende September hatte der BDZV einen zweijährigen Gehaltstarifvertrag mit wenig mehr als zwei Prozent im ersten und deutlich unter zwei Prozent im zweiten Jahr angeboten. "Das reicht nicht einmal aus, um die Teuerungsrate auszugleichen", kritisierte Engeroff. Ein Tarifabschluss müsse dem ständig wachsenden Arbeitsdruck in den Zeitungsredaktionen gerecht werden. Darüber hinaus müssten die Online-Redakteure in den Tarifvertrag integriert werden. Der DJV-Verhandlungsführer machte klar, dass die Verlegeridee eines abgesenkten Tarifvertrags für Berufseinsteiger nicht verhandlungsfähig sei.
Heute erste Warnstreiks und Protestaktionen
Mit Nachdruck unterstützen auch Journalistinnen und Journalisten in mehreren Bundesländern in diesen Tagen die DJV-Verhandlungskommission. So fanden seit 20. Oktober an zahlreichen Zeitungsverlagen in Baden-Württemberg Warnstreiks statt, die mancherorts zu geringeren Zeitungsumfängen führten. In Frankfurt a.M. machten am Samstag in der Innenstadt Journalisten die Bürger auf die Tarifforderungen aufmerksam (siehe Bericht oben). Die Journalistinnen und Journalisten von 12 bayerischen Tageszeitungen wurden für den heutigen Montag zum Warnstreik aufgerufen. Und auch in Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein werden zahlreiche Zeitungen bestreikt. Zur zentralen Kundgebung von DJV und ver.di in Hannover kamen am heutigen Montag viele hundert Journalistinnen und Journalisten aus Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen. +++
Tarifrunde Zeitungen: Zwei-Prozent- Verlegerangebot "inakzeptabel"
29.09.2008 BERLIN. Als inakzeptabel haben die Gewerkschaften DJV und ver.di das heutige Angebot der Zeitungsverleger zurückgewiesen. Bei den Tarifverhandlungen für die freien und fest angestellten Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen in Berlin hat der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger für das erste Jahr eines zweijährigen Gehaltstarifvertrags wenig mehr als zwei Prozent und für das zweite Jahr deutlich weniger angeboten. "Dieses Angebot ist eine Zumutung", kritisierte DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff. Ein Gehaltsabschluss deutlich unter der Inflationsrate sei für die Journalistinnen und Journalisten nicht akzeptabel. Die Tarifverhandlungen wurden deshalb am heutigen Mittag ergebnislos unterbrochen. Zusätzlich zu den Gehaltssteigerungen bot der BDZV an, den Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft zu setzen und nach dem Gehaltsabschluss über die Einbeziehung der Online-Redakteure zu verhandeln.
Der DJV fordert 7,5 Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar für die fest angestellten und freien Journalisten an Tageszeitungen. Außerdem sollen die Online-Redakteure in den Geltungsbereich des Gehaltstarifvertrags einbezogen werden. Die beiden ersten Tarifrunden waren ohne Ergebnis beendet worden, weil die Verleger kein Tarifangebot unterbreiten wollten. DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff erklärte: "Es ist paradox: Einerseits betonen die Verleger ihr Interesse an einem schnellen Tarifabschluss, andererseits wollen sie kein Angebot auf den Tisch legen." Die Journalistinnen und Journalisten seien nicht bereit, sich auf den Sankt-Nimmerleinstag vertrösten zu lassen.
Der DJV-Verhandlungsführer bekräftigte die Tarifforderung nach 7,5 mehr Gehalt bzw. Honorar. Die Tageszeitungsjournalisten dürften in der Einkommensentwicklung nicht hinter andere Berufsgruppen zurückfallen. In den letzten drei Jahren seien ihre Gehälter nur um 2,5 Prozent gestiegen, während der Durchschnitt in der Gesamtwirtschaft bei 8,3 Prozent gelegen habe. Die Differenz zur Teuerungsrate mache in diesem Zeitraum 5,8 Prozent zu Lasten der Redakteure aus. Die qualitativ anspruchsvolle journalistische Arbeit und der wachsende Arbeitsdruck in den Redaktionen müssten endlich entsprechend vergütet werden.
Der alte Gehaltstarifvertrag und der Honorarvertrag der Freien waren zum 31. Juli ausgelaufen. Die Tarifvertragsparteien werden einen neuen Verhandlungstermin vereinbaren, der möglichst noch im Oktober stattfinden soll.
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Verleger bald „Verbindung ohne Bedeutung“?
Neue OT-Mitglieder
05.09.2008 WIESBADEN. Der Verband Hessischer Zeitungsverleger (VHZV) gerät immer mehr in die Gefahr, sich zur „Verbindung ohne Bedeutung“ (VOB) zu entwickeln. Der Grund: jetzt hat er nur noch 39 Mitglieder – und die OT- Mitglieder (also ohne Tarifbindung) nimmt ständig zu. Was bisher den wenigsten bekannt war: seit Mai 2008 gilt das in Hessen auch für die „Oberhessische Presse“ und die „Waldecksche Landeszeitung“, die wie die „Frankenberger Zeitung“ und „Gelnhäuser Neue Presse“ zur Madsack-Verlagsgesellschaft gehören. Und offenbar ist es das Ziel, künftig ganz ohne gelernte und veranwortungsbewußte Journalisten „Zeitung zu machen“, denn: seit 3. September erscheint mittwochs und samstags der neueste Coup: eine kostenlose und mit so genannten „Bürger-Reportern“ hergestellte „Gießener Zeitung“.

„Die hessischen Zeitungsverleger sind bald kein Tarifpartner mehr für uns“, betonte DJV-Hessen-Vorsitzender Hans Ulrich Heuser. Dass „nach einem halben Dutzend Verlagen“ jetzt die hessischen Tageszeitungen der Madsack-Gruppe ihre Voll- Mitgliedschaft zugunsten einer OT-Mitgliedschaft aufgaben und sie für ihre neue „Gießener Zeitung“ Bürger als Journalisten nutzt, „ist ein weiterer Tiefschlag für den Journalismus in Hessen“. Heuser betont: „Die Situation ist alarmierend und besorgniserregend.“
Der Verband Hessischer Zeitungsverleger (VHZV) verliert immer mehr Vollmitglieder und der DJV damit seinen Verhandlungspartner. VHZV-Geschäftsführer Dirk Glock lässt sich dazu im Moment keine Stellungnahme entlocken. Er ist trotz mehrfacher Anfragen für die online-Redaktion und die „blickpunkt“-Redaktion des DJV Hessen nicht zu sprechen. Verschärft wird die Situation durch die Methoden der Verleger, die Tarifbindung zu umgehen und Personalkosten einzusparen. Das Spektrum reicht vom Outsourcen der Redakteure in tarifungebundene Gesellschaften über den dank Arbeitnehmerüberlassunggesetz legalen Leiharbeiter-Einsatz und die Anstellung der Volontäre über Journalistenschulen bis zum Austritt aus dem Verlegerverband oder den Rückzug in eine OT-Mitgliedschaft. Der Blick über die hessischen Landesgrenzen nach Sachsen-Anhalt und Thüringen macht deutlich, dass es dort „tariflose Zonen“ ohne einen Verlegerverband gibt. In Sachsen hat er noch drei Mitglieder, eines davon ohne Tarifbindung.
Der hessische Verlegerverband ermöglichte per Satzungsänderung deshalb so genannte „OT-Mitgliedschaften“, weil laut Vorsitzendem Dr. Wolfgang Maaß (Gießen) „einige unserer Mitglieder mit diesen Tarifen nicht mehr leben können und wollen“. Dirk Ippen, Verleger der „Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen“, reduzierte prompt zum 1. Januar auf OT und folgte damit einem bundesweiten Trend. Weitere Zeitungen mit OT-Mitgliedschaften ihrer Verlage sind in Hessen auch die „Fuldaer Zeitung“, der „Hanauer Anzeiger“ und die „Offenbach Post“. Und bundesweit lässt sich diese Liste noch unendlich fortsetzen. Gegen diese Konstruktion, die Tarifpartnerschaft einseitig aushebeln, laufen mit ver.di-Hilfen mehrere Klagen.
Das vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung jährlich erhobene IAB-Betriebspanel bestätigt seit 1996 eine rückläufige Tendenz der Tarifbindung. Es beziffert die durch Tarifverträge erfassten Beschäftigten in 2006 auf nur noch 65 Prozent in den alten und 54 Prozent in den neuen Bundesländern.
Hans-Ulrich Heuser prangerte bereits in seiner Grundsatzrede auf dem 60. Verbandstag des DJV Hessen Mitte 2007 in scharfer Form den „unerträglichen Zustand und sozialpolitischen Skandal“ in den Redaktionen an, speziell auch denen der Madsack-Gruppe. Sie betrieben einen „sozialpolitischen Kahlschlag, um den Billigjournalismus in Hessen einzuführen“. Heuser ist sich sicher, dass die Verleger damit „einen absoluten Irrweg“ beschreiten. „Denn in anderen Bundesländern melden sich mittlerweile viele zurück, die ihr eigenes Süppchen kochen wollten.“ Soziale Standards auszuhöhlen und Arbeitsgesetze zu missbrauchen, mindere die Qualität.
Dem widerspricht Geschäftsführer Steffen Schindler von der zu 100 Prozent von Madsack gehaltenen „Waldeckschen Landeszeitung“/„Frankenberger Zeitung“ (Korbach) und der „Oberhessischen Presse“ (Marburg), an der Madsack wie an der „Gelnhäuser Neuen Presse“ zu 51 Prozent beteiligt ist: „Betriebsrat und Geschäftsführung vertrauen einander“, betont Schindler. „Wir sind OT-Mitglied geworden, um expandieren zu können.“ Dafür seien VHZV-Tarif-Strukturen „zu träge“.
Schindler gibt ein Beispiel: Die Verbandstarife erfassten die Video- und Onlinejournalisten nicht, „weil bei ihnen die Grenzen zwischen Redakteuren und Technikern verschwimmen“. Mit dem Schritt zum OT würden sogar die „fünf, sechs“ Leihredakteure unter je 30 Beschäftigten in beiden Redaktionen „wieder festangestellt“. Über den Tarif hinaus „wollen wir ihnen bis 2010/11 ein attraktives Modell anbieten, dass die Mitarbeiter am Unternehmen beteiligt“.
Bei „MADSACK“, dem 1949 als Zeitungsverlag wiedergegründeten und heute größten Medienunternehmen Niedersachsens mit vielfältigen Beteiligungen und Tochterfirmen in den Sparten Print, Hörfunk, Film, Fernsehen und Online, betrug die Bilanzsumme 2007 gut 322 Millionen Euro. 2006 beschäftigte sie unter 2675 Mitarbeitern 333 Redakteure. Neben acht Tageszeitungen in Niedersachsen verlegt die Gruppe vier in Hessen. Obwohl in ihrem Verbreitungsgebiet jeweils führend, sank die Tagesauflage bei allen vier Zeitungen in den vergangenen Jahren leicht, aber kontinuierlich. 2007 lagen die Korbacher 100-Prozent-Töchter „Waldecksche Landeszeitung“ und „Frankenberger Zeitung“ bei 19.100 und 6.000 Tagesexmplaren. Auf 29.200 kam die „Oberhessische Presse“ in Marburg und auf 8.100 die erst 1988 gegründete „Gelnhäuser Neue Presse“ im Main-Kinzig-Kreis, an denen Madsack jeweils 51 Prozent hält.
Der Schritt zur OT-Mitgliedschaft sei „intern nicht kommuniziert“ worden. Mehr möchten die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen der Madsack-Zeitungen gegenüber recherchierenden Journalisten auf Nachfrage dazu nicht sagen. Die Gehaltstarifverhandlungen für die Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen werden immer schwieriger. DJV und ver.di setzten am gestrigen 4. September in Frankfurt die Gehaltstarifverhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger fort. Sie endete – wie schon die erste Tarifrunde am 25. Juli in Düsseldorf – „ohne greifbares Ergebnis“. (siehe EXTRA-Bericht).
Christine Dressler +++
Tarifrunde Tageszeitungen geht am 04.09. in Frankfurt weiter
02.09.2008 BERLIN. Die Gewerkschaften DJV und ver.di kommen am morgigen 4. September in Frankfurt (11.00 Uhr
Sheraton Frankfurt Hotel & Towers, Conference Center) mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger zusammen, um die Gehaltstarifverhandlungen für die Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen fortzusetzen. Der DJV fordert 7,5 Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar für die fest angestellten und freien Journalisten an Tageszeitungen. Außerdem sollen die Online-Redakteure in den Geltungsbereich des Gehaltstarifvertrags einbezogen werden. Die erste Tarifrunde am 25. Juli in Düsseldorf war ohne Ergebnis beendet worden. DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff kritisierte, dass die Verleger kein Tarifangebot vorgelegt haben. "Ich hoffe, dass sie die Zeit seit der ersten Verhandlungsrunde genutzt haben, sich konstruktiv mit unseren berechtigten Forderungen auseinander zu setzen", erklärte Engeroff.
Der DJV-Verhandlungsführer bekräftigte die Tarifforderung. Die Tageszeitungsjournalisten dürften in der Einkommensentwicklung nicht länger die rote Laterne tragen. In den letzten fünf Jahren seien ihre Gehälter nur um 2,8 Prozent gestiegen, während der Durchschnitt in der Gesamtwirtschaft bei 9,2 Prozent gelegen habe. Die qualitativ anspruchsvolle journalistische Arbeit und der wachsende Arbeitsdruck in den Redaktionen müssten endlich entsprechend vergütet werden. +++
DJV begrüßt besseren Schutz des geistigen Eigentums
28.08.2008 BERLIN. Der Deutsche Journalisten-Verband begrüßt, dass Journalistinnen und Journalisten einfacher zu ihrem Recht kommen, wenn das Gesetz zur Verbesserung der Durchsetzung geistigen Eigentums am 1. September in Kraft tritt. Bei Streitigkeiten über die Nutzung geistigen Eigentums wird die Position der Urheber gestärkt, die Auskunftspflicht bei Verletzung des Urheberrechts verbessert. "Wir gehen davon aus, dass Verstöße gegen das Urheberrecht etwa bei Texten und Fotos nun häufiger geahndet werden", freute sich DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.
Konken bedauerte jedoch, "dass Urheberrechtsverletzer nur den einfachen Preis zahlen. Wünschenswert wäre gewesen, dass sie doppelten Schadenersatz leisten müssen." Dafür hatte der DJV während des Gesetzgebungsverfahrens gemeinsam mit der Initiative Urheberrecht plädiert. Insgesamt sei das Gesetz der Schritt in die richtige Richtung, sagte Konken.
Mit dem neuen Gesetz wird die EU-Richtlinie 2004/48/EG zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums in nationales Recht umgesetzt, in der davon die Rede ist, dass "mindestens" der einfache Preis zu zahlen sei. +++
1. Runde Tarifverhandlung für Zeitungen: ohne Ergebnis vertagt
25.07.2008 DÜSSELDORF. Die erste Runde der Zeitungstarifverhandlungen 2008
ist in Düsseldorf ohne Ergebnis vertagt worden. Am heutigen Freitag waren
die Verhandlungskommissionen von DJV, ver.di und BDZV zu Verhandlungen über
einen neuen Gehaltstarifvertrag für die rund 14.000 Redakteurinnen und
Redakteure zusammengekommen. "Die Verleger waren nicht bereit, ein Angebot
vorzulegen", kritisierte DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff. Die
Vertreter des BDZV wollten vielmehr weitere Materien aus anderen Bereichen
wie etwa dem Manteltarifvertrag in die Gehaltsrunde einbeziehen. Darüber
hinaus forderten sie erneut den Billigtarif für alle künftigen Redakteure,
das sogenannte Tarifwerk 2. "Den Verlegern reichen die Kürzungen
zurückliegender Tarifabschlüsse offenbar noch nicht aus, obwohl die
Zeitungsbranche die wirtschaftliche Talsohle hinter sich gelassen hat."
Die Tarifverhandlungen sollen am 4. September fortgesetzt werden. "Wir
erwarten, dass die Verleger dann endlich ein Angebot für einen neuen
Gehaltstarifvertrag vorlegen", sagte der DJV-Verhandlungsführer. Bis dahin
müsse auch geklärt werden, wie die berechtigten Forderungen der Freien zum
festen Bestandteil der Verhandlungen werden.
DJV und ver.di fordern für die fest angestellten und freien Journalisten an
Tageszeitungen 7,5 Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar sowie die Einbeziehung
der Online-Redakteure in den Tarifvertrag der Tageszeitungen. +++
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