Landesverband Hessen e.V. des Deutschen Journalisten-Verbandes

 
 

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DJV begrüßt PR-Richtlinie des Rates für Public Relations

31.08.2010 BERLIN
Der Deutsche Journalisten-Verband hat die neue PR-Richtlinie des Deutschen Rates für Public Relations als notwendige Grenzziehung zwischen PR und Journalismus im digitalen Zeitalter begrüßt. "Die Richtlinie gibt Redaktionen wie Mediennutzern Sicherheit im Umgang mit Kommentaren und Meinungsbeiträgen in Online-Medien", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Das trägt zur Glaubwürdigkeit der Medien bei."

Die neue PR-Richtlinie sieht unter anderem vor, dass PR-Veröffentlichungen gekennzeichnet werden und dass Unternehmen und PR-Agenturen nicht durch Kommentare vermeintlicher Privatpersonen versuchen, Einfluss auf die Berichterstattung zu gewinnen. Dass bezahlte PR-Beiträge Medien als journalistische Artikel angeboten werden, bezeichnet die Richtlinie als "unzulässige Täuschung". Auch fordert sie die klare Unterscheidung zwischen redaktionellem Content und PR-Veröffentlichungen auf Webseiten.

"Die Akzeptanz der PR hängt entscheidend davon ab, ob sie seriös informiert oder mit unzulässigen Tricks versucht, Stimmung zu machen", sagte Konken. Er hoffe, dass die klaren Worte der neuen PR-Richtlinie ihren Niederschlag in der Arbeitsweise von PR-Agenturen und Unternehmen fänden. Der DJV-Vorsitzende forderte den Deutschen Rat für Public Relations auf, die Einhaltung der Richtlinie konsequent zu verfolgen.+ + +




DJV-Kongress zum "Öffentlichkeit machen" Ende September

07.09.2009 BERLIN
Rund 150 Journalistinnen und Journalisten aus ganz Deutschland erwartet der Deutsche Journalisten-Verband am 25./26. September bei seiner Fachtagung "Öffentlichkeit machen" in Köln. Die Veranstaltung will die Chancen von Journalisten in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aufzeigen, das Verhältnis von Journalisten und PR-Leuten unter die Lupe nehmen und aktuelle Entwicklungen in Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit beleuchten. Dabei sollen auch die Arbeitsmöglichkeiten von freien Journalisten thematisiert werden.

Impulsreferate, fünf Workshops und zwei Podiumsdiskussionen stehen den Teilnehmern in Köln zur Verfügung, um das "Öffentlichkeit machen" zu vertiefen. Insgesamt 19 Referenten aus Journalismus sowie Politik- und Wirtschaftskommunikation werden die DJV-Fachtagung als Experten begleiten. Mit von der Partie sind etwa die Kommunikationschefs von Deutscher Bahn und Deutscher Post, Oliver Schumacher und Christoph Ehrhart, Volker Gaßner von Greenpeace, der hessische Regierungssprecher Dirk Metz, Kommunikationsberater Klaus Kocks und der Journalismus-Experte Klaus Kresse. Inhaltlich vorbereitet wurde die Tagung von den DJV-Fachausschüssen Freie Journalisten sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, der die Teilnehmer am 25. September in Köln begrüßen wird, sagte: "Die hohe Zahl der Anmeldungen zeigt, dass ,Öffentlichkeit machen' den Nerv der Kolleginnen und Kollegen trifft. Ich verspreche mir von der Tagung Impulse für die Arbeit des DJV."

Die DJV-Fachtagung "Öffentlichkeit machen" findet am 25./26. September 2009 im Kölner Marriott-Hotel statt. Berichterstatter melden sich bitte zuvor per Mail an djv@djv.de formlos an. Das Programm der Tagung sowie organisatorische Hinweise sind auf der Homepage www.djv.de zu finden. + + +




Wer macht PR, wer braucht PR?

24.05.07
Gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird immer wichtiger. Vor einigen Jahren waren es in erster Linie große Unternehmen, Parteien und wichtige Behörden, die sich eine eigene Pressestelle leisteten oder mit PR-Agenturen zusammen arbeiteten. Heute führt auch für viele kleine Unternehmen, städtische Einrichtungen und soziale Organisationen kein Weg an einer professionellen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vorbei, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Dies bringt zahlreiche Veränderungen in der Branche mit sich, die natürlich auch bei den rund 400 Mitgliedern der Fachgruppe „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ im DJV-Landesverband Hessen zu spüren sind.

Intensiv diskutiert wird beispielsweise das Verhältnis zu den Journalisten in den Redaktionen von Zeitungen, Radio und Fernsehen, denen es vor lauter PR-Meldungen im Posteingang zunehmend schwer fällt, noch den Überblick zu behalten und die Spreu vom Weizen zu trennen. Doch wie erreicht man die Medien, vor allem die relevanten? Noch schwieriger: Was sind die relevanten Medien – die klassische Tageszeitung, das kostenlose Anzeigenmagazin oder vielleicht das peppige Internetportal? Auch fragen sich Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter, ob sie jeden Hype wie Podcasts oder Blogs aufgreifen und in ihre Kommunikations-Toolbox aufnehmen müssen oder ob Aufwand und Nutzen doch eher in einem ungünstigen Verhältnis stehen. Diese Frage wurde beispielsweise intensiv und kontrovers bei einer Veranstaltung der Fachgruppe mit dem Thema „Weblogs - Potenziale und Gefahren für die Unternehmenskommunikation“ erörtert. Der Referent Peter Wolff warnte dabei sowohl vor überzogenen Erwartungen an dieses Instrument, als auch davor, es zu unterschätzen. Letztlich hänge die Bedeutung sehr stark von der avisierten Zielgruppe ab.

Große Unterschiede zeigen sich übrigens auch in der Zusammensetzung der Fachgruppe: Hier finden sich sowohl Einzelkämpfer, die PR-Dienstleistungen anbieten, als auch Konzernpressesprecher mit einem größeren Stab von Mitarbeitern. Um sich ein genaueres Bild vom Berufsstand der Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter zu verschaffen, wurde Ende 2006 eine bundesweite Online-Umfrage auf der DJV-Homepage gestartet. Die Fragen stammten überwiegend aus dem Kreis des hessischen Fachausschusses und erfreulicherweise haben sich die hessischen Kollegen auch umfangreicher als alle anderen Landesverbände an der Erhebung beteiligt. Mit 373 ausgefüllten Fragebögen kann das Ergebnis als relativ repräsentativ gelten.

Der durchschnittiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter in Deutschland ist demnach zwischen 41 und 50 Jahre alt, männlich (60 Prozent), verdient bis zu 4.000 Euro brutto im Monat und arbeitet als Einzelkämpfer oder mit bis zu drei Mitarbeitern. 75 Prozent der Befragten arbeiten unbefristet. Als Angestellte sind 40 Prozent tätig, gefolgt von den Angestellten auf Führungsebene mit 32 Prozent. Obwohl die Unternehmen oder Verwaltungen, bei denen die Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter tätig sind, zum großen Teil (28 Prozent) über 1.000 Beschäftigte haben, sind die dazu gehörigen Pressestellen personell schlecht ausgestattet: 34 Prozent der Befragten haben keine weiteren fest angestellten Mitarbeiter, und nur 24 Prozent arbeiten mit maximal zwei freien oder befristet beschäftigten Kolleginnen und Kollegen zusammen.

Als Hauptaufgaben bezeichnen 85 Prozent das Schreiben von Pressemitteilungen, 56 Prozent nennen die Öffentlichkeitsarbeit, 67 Prozent beantworten hauptsächlich Presseanfragen. Die meisten Befragten (43 Prozent) sehen sich vorwiegend als Journalisten und kennen zu 94 Prozent den Pressekodex des Deutschen Presserates. Die größte Gruppe ist seit 11 bis 20 Jahren in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig (28 Prozent), in der jetzigen Position jedoch erst seit maximal fünf Jahren (30 Prozent). An ihrer Mitgliedschaft im DJV schätzen die Befragten zu 83 Prozent die Interessenvertretung durch den Berufsverband und den Kontakt zu Gleichgesinnten (57 Prozent), während die gewerkschaftliche Interessenvertretung nur bei weniger als jedem Vierten die DJV-Mitgliedschaft begründet.

Im Bundesfachausschuss arbeiten wir derzeit daran, diese Ergebnisse aufbereitet und mit weiteren Texten und Informationen in Broschürenform zu bringen, die im Laufe des Jahres erscheinen soll. Außerdem diskutieren wir dort eine Verbesserung der Ausbildungsangebote im PR-Bereich, Tarifleitlinien für im öffentlichen Dienst Beschäftigte sowie verbindliche Mindestlöhne.

In der hessischen Fachgruppe war es in jüngster Zeit etwas ruhiger, da mir seit dem Wegzug von Kristina Lerch nach München eine Stellvertretung fehlt und ich als junger Familienvater mit neuem Wohnsitz in Wiesbaden auch etwas kürzer treten möchte. Tatkräftige Unterstützung, aber auch Anregungen und Ideen sind daher noch mehr als sonst willkommen. Schließlich lebt eine Fachgruppe vor allem von ihren Mitgliedern.

 


 

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