Landesverband Hessen e.V. des Deutschen Journalisten-Verbandes

 
 

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7. Süddeutscher Journalistentag - Im Zeichen der Zukunftsangst


29.09.2011 WÜRZBURG.      Die gedruckten Medien sind in der Krise. Zurückgehende Abonnentenzahlen, kriselndes Anzeigengeschäft und heftige Konkurrenz durch kostenlose Angebote im Internet machen nicht nur den Zeitungsverlegern zu schaffen. Auch die Journalisten machen sich Sorgen um die Zukunft ihres Berufsstandes. Denn vor allem jüngere Menschen begnügen sich oft mit den schnell im Internet verbreiteten Nachrichten, ohne auf deren Herkunft, Wahrheitsgehalt oder journalistische Qualität zu achten. Beim Süddeutschen Journalistentag des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) in Würzburg wurde die Problematik von mehr als 200 Journalisten aus Hessen, Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt diskutiert. Es gab insgesamt acht Foren organisiert, auf denen Journalisten und Politiker u.a. Selbstbewusstsein gegenüber der Chefetage forderten, die gezielte Nutzung von Social Media empfahlen und die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von der Politik beschworen. Groß war der Zulauf zum Existenzgründungsseminar, lebhaft das Interesse am Zweitverwertungs-Portal „DieRedaktion.de“ der Deutschen Post.

Konkrete Lösungen für die Zukunft gab es aber nicht. Diese Ungewissheit trägt auch zur Verunsicherung junger Menschen bei, die sich für den Journalistenberuf entschieden haben. Immer öfter wechseln sie nach ihrem Volontariat die Seiten und entscheiden sich für einen Job in Unternehmens-Pressestellen oder in PR-Agenturen. Zu unsicher ist ihnen die Zukunft des Tageszeitungsmarktes.

Viele Volontäre erhalten nach Abschluss ihres Volontariats kein Übernahmeangebot mehr. Ihnen bleibt oft nur der Weg in eine freiberufliche journalistische Tätigkeit. Ein hartes Pflaster mit nicht gerade rosigen Verdienstchancen. Obwohl die Journalistenverbände mit den Zeitungsverlegern verbindliche Tarifverträge für Freie abgeschlossen haben, werden diese in kaum einem Medienhaus eingehalten, so der DJV.
Eine Erhebung der journalistischen Berufsverbände ergab ein durchschnittliches Monats-Nettoeinkommen bei freiberuflich tätigen Journalisten von etwa 800 Euro. Stundensätze unter fünf Euro seien nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

Wolfgang Kiesel, Buchautor und Journalistenausbilder, sieht dennoch Chancen in einer freiberuflichen Tätigkeit und ermuntert Nachwuchsjournalisten, die Freiberuflichkeit offensiv anzugehen. Ein Wissensvorsprung durch Spezialisierung auf bestimmte Themengebiete, ein gutes Netzwerk und vor allem eine Tätigkeit nicht nur für eine Zeitung könnten ein gutes Auskommen bescheren. Ein freiberuflicher Journalist müsse seinen Wert kennen. Tagessätze unter 150 Euro seien nicht kostendeckend, pro Monat müssten mindestens 3000 Euro auf dem Konto sein, um eine schwarze Null zu schreiben.

Kiesel gibt zu, es brauche eine gewisse Anlaufzeit und einen langen Atem, um als Freiberufler erfolgreich zu sein. Sein Fazit: „Guter Journalismus führt auch zu wirtschaftlichem Erfolg.“Um den zu erreichen, kann eine rege Nutzung der sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter durchaus ratsam sein, wie in einem anderen Forum deutlich wurde. Christian Lindner, Chefredakteur der Koblenzer Rhein-Zeitung, ist in diesen Netzwerken täglich unterwegs. Für mindestens eine Stunde. Er diskutiert dort nicht nur mit Lesern, sondern bekommt viele Anregungen für Reportagen und Hinweise, wo gerade etwas passiert. Auch wenn er Fachkompetenz für eine Reportage benötige, finde er Ansprechpartner über Twitter oder Facebook. „Vieles erfahren wir über Twitter oder Facebook schneller als über die Polizei“, weiß Marc Hippler, Internetjournalist bei der Stuttgarter Zeitung. Er rät Zeitungsverlagen, über ihre Internetauftritt nicht nur die Meldungen von Nachrichtenagenturen zu verbreiten, die man ohnehin überall nachlesen könne, sondern ihre lokale und regionale Kompetenz auch im Internet zu nutzen. Aber auch im Netz gelte der Anspruch an hohe journalistische Qualität. Dann werde eine Lokalzeitung oft sogar über ihr eigenes Verbreitungsgebiet hinaus wahrgenommen.

Mit journalistischer Qualität beschäftigten sich auch der Chefredakteur des Bayrischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken und der medienpolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Eberhard Sinner. Moderator Harro Menzel, Redakteur beim Hessischen Rundfunk, warnte davor, politische Berichterstattung im Fernsehen nur noch den Talkshows zu überlassen, „wo am Ende doch nichts dabei herauskommt“. Sinner warnte junge Menschen, sich über Politik nur im Internet und über Suchmaschinen zu informieren. Die Informationen dort seien meist manipuliert, ihre Herkunft oft unklar. „Hier müssen die Qualitätsmedien ansetzen und solche Informationen filtern und überprüfen.“

Sigmund Gottlieb wies auf Probleme der Berichterstattung gerade bei der aktuellen Euro-Krise hin. „Wie sollen wir Journalisten den Menschen die Zusammenhänge erklären, wenn nicht mal Politiker und Analysten das können?“ Das Fernsehen sei nicht der Reparaturbetrieb der Politik. Konken forderte die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender auf, politische Sendungen nicht ins Spätprogramm zu verbannen. Generelle Kritik gab es an der wachsenden Zahl politischer Talkshows im Fernsehen, die guten, investigativen Journalismus in die späten Abendstunden verdrängten. (Hans Dieter Erlenbach) +++


270 Journalisten bei Besser Online 2011

17.10.2011 BONN. In den schnellen Zeiten von Online-Journalismus und Informationen aus Social Networks müssen weiterhin journalistische Regeln und Qualitätsmaßstäbe gelten. Mit diesem Fazit endete am Samstag Abend die DJV-Tagung "Besser Online", die zum siebten Mal stattfand. Rund 270 Journalisten aus dem ganzen Bundesgebiet diskutierten in 17 Veranstaltungen über den Schnelligkeitswahn im Online-Journalismus, die Möglichkeiten im Netz Geld zu verdienen, Wikileaks sowie Social Networks. "Das positive Feedback, die lebhaften Diskussionen und der fundierte fachliche Austausch unter den Kollegen haben gezeigt, dass die Tagung für Online-Journalisten von herausragendem Interesse war", sagte Thomas Mrazek, Vorsitzender des DJV-Fachausschusses Online, der die Tagung vorbereitet hatte. Soziale Netzwerke werden bei der Recherche immer wichtiger: Die ersten Meldungen von Großereignissen oder Katastrophen wie Tsunamis sind oft diejenigen, die im Social Web gepostet werden, erläuterte Stefan Plöchinger von sueddeutsche.de.

Es schälen sich nach Ansicht von Spezialisten im Social Web allmählich spezifische journalistische Arbeitsformen heraus. Nach Ansicht des aus den USA zugeschalteten Journalisten Jeff Jarvis, sollten diese Arbeitsweisen auch in die journalistische Ausbildung integriert werden.

Das Thema des Eröffnungspodium "Geld verdienen im Netz" zog sich wie ein roter Faden durch zahlreiche Diskussionen des Tages. Blogger müssen in hohem Maße in journalistische Vorleistung gehen, ehe sie davon ein Auskommen haben, berichteten Tagungsteilnehmer.

Auf großes Interesse stießen die zahlreichen praktischen Workshops u.a. zu Wikileaks: Domscheidt-Berg, früheres Mitglied von Wikileaks stellte in einer Diskussionsrunde sein neues Projekt Openleaks vor. Es stellt eine Plattform bereit, auf der Whistleblower ihre Daten ablegen können. Die Verifizierung dieser sowie der Plausibilitätscheck liegen bei Journalisten führender Tageszeitungen. Der Teilnehmerkreis nahm das interessiert auf, stellte aber die kritische Frage, ob man solche Informationen nicht Journalisten direkt zuleiten solle. Auch weitere Workshops und Werkstattgespräche beispielsweise zum Ipad oder dem Berufsfeld des Social Media Managers stießen auf großes Interesse. +++



Weiterbildung per Internet - DJV zieht positive Bilanz

18.05.2011 BERLIN. Eine positive Jahresbilanz der Weiterbildung per Internet hat der Deutsche Journalisten-Verband heute gezogen. "Wir haben die DJV-Webinare erfolgreich in der Mitgliedschaft verankert", erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "80 Seminare mit insgesamt über 1.500 Teilnehmern - das ist ein Erfolg, der sich sehen lassen kann", betonte Konken. Mit dem Angebot, Seminare zu speziellen Themen aus der journalistischen Praxis via Internet durchzuführen, habe der DJV offenbar den Nerv vieler Freien getroffen. Sie müssten keine langen Anfahrtswege in Kauf nehmen, sondern könnten von jedem Ort aus an den Online-Seminaren teilnehmen. "Das entspricht der Arbeitswirklichkeit freier Journalistinnen und Journalisten." Nicht nur "Rostock und Passau", sondern auch "Island und Südafrika" würden mittlerweile an den Webinaren teilnehmen, erklärte Konken.

Die unter www.journalistenwebinar.de angebotenen Kurse umfassen wesentliche Berufsfragen freier Journalisten und reichen von Themen wie Urheberrecht, Steuern und Soziales bis zu Technikfragen. Die meisten Kurse werden exklusiv und kostenlos für DJV-Mitglieder angeboten. Das regelmäßige Existenzgründungsseminar ist dagegen auch für Nichtmitglieder offen. Neben einer Präsentation und der Tonübertragung wird den Teilnehmern auch ein Textchat angeboten. Eine spezielle Software ist nicht erforderlich, um dem Webinar zu folgen. +++



Mehr Wissen und Informationen durch DJV-Webinare - Termine

15.03.2011 Online-Seminare und Online-Chats als kostenlose Angebote des DJV Bundesverbandes werden teilweise für alle Interessierten, teilweise nur für Mitglieder angeboten. Das ist bei jedem Angebot separat vermerkt. Wie läuft ein Webinar generell ab? Ein ausführlicher Bericht aus Teilnehmersicht von Hagen Hellwig findet sich hierzu in der Nordspitze 4/2010, dort auf Seite 16. Die Online-Seminare werden als kostenloser DJV-Mitgliederservice angeboten. Für Existenzgründer sind sie auch ohne DJV-Mitgliedschaft kostenlos, da wir Ihnen bei der Existenzgründung helfen wollen. Eine vorherige Anmeldung ist notwendig - mehr dazu auf der DJV-Website.

Die aktuellen Termine sind auf dieser Seite weiter unten zu finden. Außerdem werden sie jeweils angekündigt auf den DJV-Internetseiten für freie Journalisten, im DJV-Freienblog, im DJV-Seminarnewsletter sowie in der DJV-Facebookseite für Freie, auf Twitter und in Xing. Auch im Newsletter für freie Journalisten werden die Termine angekündigt.

18.3. 11-12 Uhr: Webinare selbst anbieten: Freie Journalisten sind Fachleute in ihren Themenbereichen. Sie sind daher auch und gerade im Tagungsgeschäft auf Seminaren aktiv. Mit Online-Seminaren eröffnet sich die Möglichkeit, den eigenen Wirkungskreis zu erweitern und Geld zu verdienen. In unserem Webinar werden verschiedene Anbieter dargestellt: Anforderungen an Software (Bildschirmübertragung, Umfragen, Dateitransfer, Whiteboard usw.), Ablauf von Online-Semiaren, Technik, Probleme, Anmeldungsprozesse, Automatisierungen in der Abrechnung, Honorarfragen, Webinarplaner, betriebswirtschaftliches Konzept. Referent: Michael Hirschler, DJV, außerdem werden, soweit erreichbar, auch Anbieter von Webinar-Software mit eingeschaltet

22.3. 11-13 Uhr: Urheberrecht – (fast) alles was Freie jetzt wissen müssen: Urheberrechtsschutz, Sinn, Zweck und Tragweite, Urheberrecht als Teil des Vertrags- und Arbeitsrechts, Verwertungsgesellschaften, Leistungsschutzrecht, Bedeutung von Tarifverträgen für Arbeitnehmerähnliche, Urhebervertragsrecht von 2002, Verbandsklagen gegen Geschäftsbedingungen, Vergütungsregeln, Individualklagen, individuelle Vertragsformulierungen, Verwendung und Durchsetzung eigener Vertragsregelungen auch ohne förmlichen Vertragsabschluss, Maßnahmen und Kalkulation bei Urheberrechtsverletzungen – und natürlich Antworten auf die Fragen der Teilnehmer, Referent: Michael Hirschler, DJV (nur für DJV-Mitglieder)

23.3. 14-15 Uhr: Private Krankenversicherung: Kosten steigen und steigen – was tun? Vielen Journalisten wurde, als sie jung waren, eine private Krankenversicherung verkauft. Argument: Günstiger als die Gesetzliche, mehr Leistungen. Doch je älter sie werden, desto höher steigen die Kosten. Anders als Beamte können (freie und angestellte) Journalisten nicht mit Beihilfe und regelmäßigem Gehaltsanstieg rechnen. Für manchen älteren Kollegen sind das erdrückende Kosten. Der versicherungsunabhängige DJV-Versicherungsmakler Helge Kühl informiert in diesem Webinar über Optionen angesicht ständiger Kostensteigerungen und finanzieller Überforderung. Referent: Helge Kühl, DJV-Versicherungsmakler, Moderation: Michael Hirschler, DJV (nur für DJV-Mitglieder)

24.3. 11-12 Uhr: Geld verdienen mit YouTube – Freie Journalisten können journalistisch produzierte Videos auf Youtube.com laden und über Werbung Geld verdienen. Der freie Journalist Matthias Morr (Hamburg) bietet seit längerer Zeit Videos über Youtube an und gibt Tipps für Kolleginnen und Kollegen, die diesen Vertriebskanal ebenfalls nutzen wollen. Referent: Matthias Morr, freier Journalist (nur für DJV-Mitglieder)

25.3. 11-13 Uhr: [Teilnehmer-Höchstzahl erreicht, sorry!] WordPress für Einsteiger – die Open-Source-Software WordPress hat sich in vielen Bereichen zum Stand-CMS entwickelt. Für freie Journalisten, die sich einen Webauftritt basteln oder demnächst selbst für Kunden betreuen wollen, ist WordPress die erste Wahl, weil einfach aufgebaut. In dem für Einsteiger gedachten Webinar wird eine Muster-Wordpress-Installation angelegt und eine halbwegs vorzeigbare Seite live zusammengebastelt. Die Teilnehmer bekommen selbst die Gelegenheit, eine Seite anzulegen, die vom Webinarleiter online kontrolliert wird. Durch Bildschirmübertragung besteht die Möglichkeit, Ihnen direkt am Bildschirm zu helfen, wenn was schiefgeht. (Begrenzte Teilnehmerzahl: 20 Personen nach Anmeldedatum). Referent: Michael Hirschler, DJV (nur für DJV-Mitglieder) [Anmeldung geschlossen]

30.3. 11-13 Uhr: Social Media Workflow – Facebook, Twitter, Foursquare, Blogs, YouTube… wie können und sollten freie Journalisten im Internet Sinn aus den zahlreichen Publikationsmöglichkeiten machen. Das Konzept des Webinars besteht darin, einen konsequenten Mehrfachverwertungsstream zu entwickeln, der unter dem Begriff des “Social Media Workflows” auch und gerade finanziell Sinn machen soll – mehr Leser/Nutzer zu gewinnen und zusätzliches Einkommen aus mehr oder weniger identischen oder ähnlichen (eigenen!) Beiträgen zu generieren. Referent: Michael Hirschler, DJV (nur für DJV-Mitglieder)

31.3. 11-13 Uhr: Frei im Rundfunk, Arbeitsmöglichkeiten, Tarifverträge, Steuer- und Sozialversicherungsfragen, Referent: Michael Hirschler, DJV (nur für DJV-Mitglieder)

5.4. 11-13 Uhr: Existenzgründung als freie/r Journalist/in: Marktchancen, (Online-)Marketing, Arbeitsbereiche, Künstlersozialkasse, Gründungszuschuss, Einstiegsgeld, freiwillige Arbeitslosenversicherung, Absicherung, Versicherung gegen Schäden durch Berichterstattung (Vermögensschadenhaftpflicht), Finanzhilfen, Steuern, Referent: Michael Hirschler, DJV (auch “Noch-nicht-Mitglieder”)

7.4. 11-12 Uhr: Arbeiten im Ausland: Kurzfristige/langfristige Aufenthalte, Konzepte, Probleme, Aufenthaltsrecht/Visafragen, Steuern, soziale Sicherung, Rückkehrfragen, Referent: Michael Hirschler, DJV (nur für DJV-Mitglieder)

12.4. 11-13 Uhr: Steuern für freie Journalisten – Grundzüge und aktuelle Urteile: Steuern (und Abgaben) von A-Z für freie Journalisten, Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuer, Investitionsabzugsbetrag, AfA-Abschreibung, 410-Euro- und Sammelabschreibung, Absetzbarkeit von Arbeitszimmer, Telefon-, Computer-, Auto-, Reise- und anderen Kosten, Künstlersozialabgabe, Steuerberater-Einsatz pro/contra, Steuerstrategien, Nachweispflichten, Angaben auf Rechnungen, Steuerpflicht bei GbR, Partnerschaft, (1-Euro-)GmbH. Referent: Michael Hirschler, DJV (nur für DJV-Mitglieder)

13.4. 11-12.30 Uhr: Bildrecht für Bildredakteure und freie Journalisten: Was kann ich noch fotografieren oder veröffentlichen?: Prominentenfotografie am Beispiel Jauch, Caroline, Charlotte, Ernst August und anderen, Gebäudefotografie: Sanssouci, Zeche Zollverein, Friesenhaus, Veranstaltungsfotografie: CSD-Fall München, Haftungsfragen für Medien, Agenturen und Bildmarktplätze sowie freie Fotojournalisten, Markenrecht und Fotoveröffentlichungen, Zugangs- und Aufenthaltsrechte, Zugriffsmöglichkeiten von Polizei und Privateigentümern auf Kamera oder Chipkarte – und natürlich Antworten auf die Fragen der Teilnehmer. Referent: Michael Hirschler, DJV (nur für DJV-Mitglieder)

14.4. 11-13 Uhr: Frei an/für Zeitschriften: Urheberrecht, Honorarfragen, Gründung eigener Zeitschriften, Konzept, Vertrieb, Anzeigenakquise, Rechtsfragen, Steuern, Soziales. Referent: Michael Hirschler, DJV (nur für DJV-Mitglieder)

19.4. 11-12 Uhr: Zusammenarbeit als freie Journalisten durch Gesellschaftsformen: Bürogemeinschaften, Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), Partnerschaftsgesellschaft, 1-Euro-GmbH, “Normal”-GmbH, Genossenschaft, Steuerfragen, Auswirkungen auf Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse, Künstlersozialabgabe der Gesellschaft für mitarbeitende freie Journalisten, weitere Versicherungsfragen. Referent: Michael Hirschler, DJV (nur für DJV-Mitglieder)

[Änderungen des Terminplans sind möglich, Interessenten werden zeitnah benachrichtigt. Die Webinare werden dann zum nächst möglichen Datum angeboten.] +++



DJV: Freie Bildberichterstattung auf Flughäfen und Bahnhöfen

22.02.2011 BERLIN. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Versammlungsfreiheit hat der Deutsche Journalisten-Verband die Betreiber von Flughäfen, Bahnhöfen und Einkaufszentren aufgefordert, ab sofort auch die freie Bildberichterstattung zuzulassen. "Die Freiheit der Berichterstattung ist ebenso wie die Versammlungsfreiheit ein demokratisches Grundrecht", betonte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Das Bundesverfassungsgericht hat am heutigen Dienstag entschieden, dass in öffentlich zugänglichen Bereichen von Flughäfen, Einkaufszentren und Bahnhöfen das Versammlungsrecht gelten müsse (Az. 1 BvR 699/06). Der DJV-Vorsitzende wies darauf hin, dass häufig Bildjournalisten die Berichterstattung mit dem Hinweis auf das Hausrecht von den Betreibern verboten werde. "Es kann nicht angehen, dass Demonstrationen in Flughäfen erlaubt sind, die Fotografen und Kameraleute aber draußen bleiben müssen", kritisierte Konken.

Der DJV fordere die Betreiber öffentlich zugänglicher Marktplatzbereiche wie Flughafengesellschaften und die Deutsche Bahn deshalb dazu auf, Bildjournalisten in Zukunft ihre Arbeit ungestört ausüben zu lassen. Andernfalls werde der DJV rechtliche Schritte prüfen.

Der Deutsche Journalisten-Verband organisiert über 3.000 Bildjournalisten, die als Redakteure oder in freier Mitarbeit für Medien tätig sind. (Hendrik Zörner) +++



DJV-Tagung "Besser Online" am 09. Oktober beim Bayerischen Rundfunk

30.08.2010 BERLIN. Wer zahlt für Journalismus im Netz? So lautet die zentrale Frage, auf die die DJV-Tagung "Besser Online" am 9. Oktober 2010 in München Antworten geben will. Zum sechsten Mal werden Journalistinnen und Journalisten aus ganz Deutschland zu der zentralen Veranstaltung der DJV-Onliner erwartet, die in den Räumlichkeiten des Bayerischen Rundfunks stattfinden wird. Die Tagung richtet sich an Onlineprofis und Neulinge gleichermaßen. Podiumsdiskussionen und Workshops sollen die Bedeutung des Online-Journalismus im Medienspektrum beleuchten und den Teilnehmern Arbeitsmöglichkeiten, Chancen und praktische Tipps für den Alltag vermitteln. "Die Veranstaltungsreihe 'Besser Online' hat ihren festen Platz im DJV-Jahreskalender", betonte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Ich erhoffe mir von der Tagung neue Impulse für die Arbeit des DJV."

Rund 40 Referenten und Diskussionsteilnehmer aus Journalismus und Medienunternehmen werden die DJV-Tagung als Experten begleiten. Spannend dürfte bereits der Auftakt sein. Unter dem Motto "Zwischen Paid Content und Gratiskultur - wer zahlt für Journalismus im Netz?" diskutieren Journalisten und Medienexperten über Bezahlmodelle im Internet. In den Workshops geht es dann zum Beispiel um Hardwarelösungen für Online-Journalisten, um Twitter und Facebook als Instrumente zur Markenbildung oder um crossmediales Arbeiten. Die Freiheit des Internet ist das Thema der Abschlussdiskussion, an der unter anderem Vertreter von Google und der Piratenpartei teilnehmen.

"Besser Online 2010" wurde, wie auch die früheren Tagungen schon, vom DJV-Fachausschuss Online vorbereitet. Die Teilnahme an der DJV-Tagung am 9. Oktober in München kostet 80 Euro, für DJV-Mitglieder 40 Euro. Studenten und Volontäre zahlen 30 Euro. Weitere Infos und Anmeldung ab sofort unter www.besser-online.info.+++



Onliner sehen Krise als Chance des Journalismus
Erfolgreicher 5. Fachkongress mit 300 Teilnehmern


21.11.2009 MAINZ. Mit neuen Impulsen und Ideen für den Online-Journalismus ist am Samstag in Mainz die Tagung Besser Online des Deutschen Journalisten-Verbandes zu Ende. "Von Besser Online geht das Signal aus: Wer Online annimmt, sieht die augenblickliche Krise als Chance für den Journalismus", resümierte Thomas Mrazek, Vorsitzender des DJV-Fachausschusses Onlinejournalismus zum Abschluß nach einem achtstündigen sehr intensiv genutzten Konferenztag. Die DJV-Tagung Besser Online findet bereits seit fünf Jahren regelmäßig statt. Die Mainzer Veranstaltung wurde vom DJV-Fachausschuss Online in Kooperation mit den Landesverbänden Hessen und Rheinland-Pfalz durchgeführt.

An der DJV-Tagung, die am Vormittag auf dem Gelände des ZDF in Mainz begann, nahmen knapp 300 Journalistinnen und Journalisten aus ganz Deutschland teil - so viele wie noch an keiner der vier vorherigen Besser Online-Tagung. Auf dem Programm standen zwei Podiumsdiskussionen sowie zahlreiche Workshops und Präsentationen, die den Teilnehmern wichtige Praxistipps vermittelten. Während der gesamten Tagung wurden Diskussionsbeiträge und überwiegend positive Eindrücke intensiv über Twitter ausgetauscht und per Beamer in den Räumlichkeiten "live" gezeigt. Die Meinungen darüber waren allerdings "gespalten", denn die Aufmerksamkeit der Kollegen auf dem Podium wie im Raum litt doch sehr darunter.

Einen kritischen, aber differenzierten Blick warfen die Teilnehmer der Eröffnungsdiskussion am Vormittag auf den Suchmaschinenbetreiber Google. Positiv hervorgehoben wurden die vielfältigen Recherchemöglichkeiten über Google, als problematisch wurden die potentiellen Missbrauchsmöglichkeiten der "Datenkrake" gesehen. Unisono erteilten die Besser Online-Teilnehmer dem von den Verlegern geforderten Leistungsschutzrecht eine Absage. Als verzweifelter Versuch von Verlagsmanagern, die zu lange das Internet ignoriert hätten, wurde die Forderung nach gesetzlichem Schutz vielfach bezeichnet.

Unterschiedliche Antworten lieferten Workshops und Präsentationen der DJV-Tagung auf die Frage, ob und wie Onlinejournalisten mit paid content Erfolg haben können. Es hängt, so das Ergebnis, stark vom Themenangebot und vom Nutzen für die User ab, ob für Inhalte bezahlt wird. Sehr aufschlussreich waren wohl für viele "onliner" die Vorträge etwa über "Technische Trends - mehr als Gadgets?", Tips und Hinweise für eine umfassende und vielseitige Nutzung von Twitter oder auch zum Thema "Bewegte Zeiten - onlinevideo bei Zeitungen". Gerade beim letzteren Thema war sich der Referent aber auch darüber im Klaren, dass er mit Angaben über eine "Minimal-Ausrüstung" auch nur "Minimal-Standard" erreichen kann. "Kollegen, die die Technik beherrschen" seien der Schlüssel zum Erfolg - aber damit auch der "teuerste" Teil eines Video-Engagements. Sehr interessant auch Tips und Hinweise zu "Youtube" und dessen vielfältige Nutzung etwa mit Extra-Channels.

Im Abschlussplenum - für das man sich trotz Zeitverschiebung die Zeit nahm - machte Matthias Urbach (Leitung taz.de) deutlich, dass sich der Journalismus schon lange in der Krise befinde. Er sagte voraus, dass es in 10 Jahren nur noch halb soviele Medien und die Hälfte der heutigen Journalisten gebe. Von einer "strukturellen und technologien Krise" sprach Dr. Robin Meyer-Lucht (Belin Institute, Carta). Er plädierte für einen "neuen Journalismus" der sich mehr mit Lesern auseinandersetze und wies darauf hin, dass schon heute 90 Prozent der Webinhalte nicht mehr "journalistischer Art" seien. Und während Prof. Christoph Neuberger (Uni Münster) dem Journalismus "eine neue Rolle durch das Internet" zuschrieb, weil das Publikum "nicht mehr schweigt, sondern kommuniziert", ordnete der freie Journalist Hardy Prothmann (heddesheimblog.de) das Internet als "technische Revolution und bedeutender als die französische Revolution" ein. Es biete auch die "einmalige Chance" für Journalisten, eigene Nachrichtenportale zu etablieren und so die "monopolistische Lage der Verlage aufzubrechen". (DJV/ma). +++




DJV: Paritätische Finanzierung des Krankengelds erhalten!

30.09.2009 BERLIN. Der DJV fordert die Unionsparteien und die FDP auf, das Krankengeld für Arbeitnehmer und freie Mitarbeiter zu erhalten. "Die Experimente der Großen Koalition mit dem Krankengeld bei unständig Beschäftigten und hauptberuflich Selbständigen haben gezeigt, dass das Krankengeld für sozialpolitische Experimente nicht taugt", betonte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Das Krankengeld müsse in der heutigen Form der paritätischen Finanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer erhalten bleiben. Gleiches gelte für das Krankengeld der Mitglieder der Künstlersozialkasse, bei dem die Kosten durch Künstlersozialkasse und die freiberuflich Tätigen je zur Hälfte getragen werden.

"Eine Regierung, die Entlastung verspricht, darf Arbeitnehmer, unständig Beschäftigte und Selbständige nicht stärker belasten", so Konken. "Das System von Krankengeld-Wahltarifen führt zur Nichtversicherung breiter Kreise und damit dem sozialen Absturz im Fall der Krankheit". Der DJV Vorsitzende verwies darauf, dass das zum Jahresanfang 2009 eingeführte System von Wahltarifen bereits zum August 2009 reformiert werden musste und in vielen Fällen dazu geführt hat, dass gesetzlich Versicherte überhaupt keinen Krankengeldanspruch mehr haben.

Laut Medienberichten wird zwischen den zukünftigen Koalitionsparteien darüber diskutiert, das Krankengeld, das die Kassen ab der siebten Krankheitswoche nach Fortfall der Entgeltfortzahlung durch die Arbeitgeber zahlen, privat abzusichern. +++




DJV fordert konzertierte Aktion gegenüber Google

16.07.09 BERLIN. Der Deutsche Journalisten-Verband hat Verleger und Politik zu einer konzertierten Aktion mit den Urhebern gegenüber dem Monopolisten Google aufgefordert. Vor dem Hintergrund der wachsenden Meinungsmacht von Google seien gesetzliche Regelungen dringend nötig, forderte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Der Gesetzgeber muss einerseits der Gratis-Kultur des Internets zu Gunsten der Urheber einen wirksamen Riegel vorschieben und andererseits die Befugnisse des Bundeskartellamtes so ausweiten, dass die Behörde Meinungsmonopole im Internet verhindern kann."

Google verharmlose sein wachsendes Monopol in den Medienmärkten, kritisierte Konken. "Die Firma vereinigt in bisher nie gekannter Weise Funktionen als Anbieter von Betriebssystemen für Computer und Handys, Internetsuchdiensten, Inhalten wie komplett digitalisierten Büchern sowie ganz besonders auch die Anzeigenvermittlung. Hier droht ein Monopol mit nie gekannter Meinungsmacht." Es sei nicht hinnehmbar, dass die Urheber ohne Zustimmung ihre Werke Google zu dessen kommerziellen Zwecken überließen.

"Ein wirksames Vorgehen gegenüber Google setzt voraus, dass Verleger und Gewerkschaften an einem Strang ziehen", sagte Konken. Der DJV sei im Interesse der Journalistinnen und Journalisten zu dieser Kooperation bereit. Dabei müsse jedoch klar sein, dass der Schutz der Urheber und ihrer berechtigten Interessen im Mittelpunkt der Aktivitäten stehe. +++





DJV-Tagung Besser Online 2008: Alltag ist bereits crossmedial

18.10.2008 HAMBURG.  Der journalistische Alltag in vielen Redaktionen ist bereits crossmedial. Die Zeiten, in denen Online-Journalisten im Keller des Verlags arbeiteten, sind vorbei. Mit diesem Fazit endete am heutigen Nachmittag in Hamburg die Fachtagung Besser Online des Deutschen Journalisten-Verbandes. Rund 150 Journalistinnen und Journalisten aus ganz Deutschland diskutierten in der Hansestadt über die Situation und die journalistische Bedeutung der Onliner und über das Zusammenspiel mit den klassischen Medien.

Bei allen inhaltlichen Unterschieden herrschte zwischen den anwesenden Chefredakteuren von Spiegel online, tagesschau.de, bild.de und Focus online Einigkeit über den Stellenwert ihrer Onlinemedien in der heutigen Medienlandschaft. Von ihnen ging der Rat an die Zeitungsverlage, ihr Engagement im Online-Bereich dringend zu verstärken, um nicht den Anschluss zu verlieren. In einem der acht Workshops wurde beispielhaft demonstriert, dass die Zukunft der Online-Berichterstattung durch Zeitungsverlage im Lokalen liegt.

In den Workshops der DJV-Tagung standen die Berichte über crossmediales Arbeiten im Mittelpunkt. Hier wurde deutlich, dass immer mehr Journalisten sowohl für die Printausgabe als auch für den Online-Auftritt des Verlags arbeiten. Zu ihren Aufgaben gehören in zunehmendem Maße neben der Texterstellung die Produktion von Bewegtbildern. Dass die Online-Redakteure immer noch nicht in die geltenden Zeitungstarifverträge integriert sind, wurde von den Teilnehmern unisono kritisiert. Die unterschiedliche Bezahlung innerhalb der Redaktionen spiegelt nicht mehr die inhaltliche und technische Qualität der journalistischen Arbeit wider.

Zuversichtlich blickten die Teilnehmer in die Zukunft des Online-Journalismus: Er ist unverzichtbarer Bestandteil des Medienangebots geworden, wie gerade die drastisch gestiegenen Zugriffszahlen der User während der Bankenkrise gezeigt haben.

Die Fachtagung Besser online fand bereits zum vierten Mal statt. Inhaltlich vorbereitet wurde sie vom Fachausschuss Online, einem Beratungsgremium des DJV-Bundesvorstandes.

Lesen Sie dazu auch das Manuskript von Stefan Niggemeier "Schlechter online" unter http://www.jonet.org/logid39713.html +++





DJV begrüßt besseren Schutz des geistigen Eigentums


28.08.2008 BERLIN.
Der Deutsche Journalisten-Verband begrüßt, dass Journalistinnen und Journalisten einfacher zu ihrem Recht kommen, wenn das Gesetz zur Verbesserung der Durchsetzung geistigen Eigentums am 1. September in Kraft tritt. Bei Streitigkeiten über die Nutzung geistigen Eigentums wird die Position der Urheber gestärkt, die Auskunftspflicht bei Verletzung des Urheberrechts verbessert. "Wir gehen davon aus, dass Verstöße gegen das Urheberrecht etwa bei Texten und Fotos nun häufiger geahndet werden", freute sich DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.

Konken bedauerte jedoch, "dass Urheberrechtsverletzer nur den einfachen Preis zahlen. Wünschenswert wäre gewesen, dass sie doppelten Schadenersatz leisten müssen." Dafür hatte der DJV während des Gesetzgebungsverfahrens gemeinsam mit der Initiative Urheberrecht plädiert. Insgesamt sei das Gesetz der Schritt in die richtige Richtung, sagte Konken.

Mit dem neuen Gesetz wird die EU-Richtlinie 2004/48/EG zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums in nationales Recht umgesetzt, in der davon die Rede ist, dass "mindestens" der einfache Preis zu zahlen sei. +++



"Nur Daten, keine Inhalte werden gespeichert"
Bundesjustizministerin Zypries zu Gast bei Mitgliedern im OV Darmstadt


01.04.2008 DARMSTADT.      Online-Durchsuchungen und Vorratsdatenspeicherung sind Themen, die Journalisten- und Verlegerverbände in den vergangenen Monaten beschäftigten und auf heftige Kritik stießen. Sie befürchten eine deutliche Einschränkung der Recherchemöglichkeiten von Journalisten und eine Aufweichung des Informantenschutzes. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries stand den Mitgliedern des Darmstädter Ortsverbandes Rede und Antwort. Auch einige Mitglieder benachbarter Ortsverbände folgten der Einladung nach Darmstadt.

Zypries unterstrich, die Bundesregierung müsse die Vorgaben der EU befolgen. Dabei sei es ihr gelungen, die Vorhaben auf europäischer Ebene deutlich abzumildern. Groß-Britannien, Schweden und Irland hätten eine Datenspeicherung von 36 Monaten beantragt und Bewegungsprofile von Handynutzern erstellen wollen. Deutschland habe als einziges Land in der EU mit dem Hinweis auf die Eingriffe in den Persönlichkeitsschutz Widerstand gegen diese Pläne geleistet. Nun sei europaweit eine Speicherung von Handyverbindungen für sechs Monate festgelegt. Wer wolle, könne aber über diese Frist hinausgehen. In Deutschland würden weder die Daten erfolgloser Anrufe, noch Bewegungsprofile gespeichert, betonte Zypries. Gleiches gelte für die aufgerufenen Internetseiten.

"Was jetzt gespeichert wird, speichern die Telefongesellschaften schon seit Jahren für ihr Rechnungswesen", machte Zypries klar. Nun müssten die Daten sechs Monate aufgehoben werden. "Es werden aber nur Verbindungsdaten und keine Inhalte der Gespräche gespeichert". Auch früher habe der Staat bereits auf Handydaten zurückgreifen können. Vor allem durch die jüngste Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts seien die Rechte der Bürger gewahrt, weil nur unter besonderen Bedingungen, zum Beispiel beim Verdacht auf Kapitalverbrechen, und mit einem richterlichen Beschluss, der nach strengen Kriterien erfolge, ein Zugriff auf die Daten erlaubt sei.

Das frühere DJV-Bundesvorstandsmitglied Volker Hummel warf der Bundesrepublik "vorauseilenden Gehorsam Europa gegenüber" vor. Er kritisierte, dass Abgeordnete, Seelsorger und Strafverteidiger von dem Zugriff auf ihre Daten ausgenommen wurden, Journalisten aber nicht. Gerade die Journalisten müssten ihren Informanten gegenüber ein besonderes Vertrauen aufbauen. Die Diskussionsteilnehmer befürchteten, künftig vom Zugang zu wichtigen Informationen ausgeschlossen zu sein, weil Informanten immer damit rechnen müssten, dass Richter eine Freigabe der Daten anordnen und sie auffliegen werden.

Achim Wolf, Geschäftsführer und Justitiar des DJV-Landesverbandes Hessen, unterstrich noch einmal die Bedenken der Journalistenverbände. Er befürchtet, die Verhältnismäßigkeit einer Datenverwendung werde womöglich nachlässig geprüft. Es wurde vereinbart, die Gesprächrunde mit Brigitte Zypries in lockerer Reihenfolge fortzusetzen. (ha) +++


 



01.04.2008

Bundesjustizministerin Zypries zu Gast bei Mitgliedern im OV Darmstadt

27.02.2008

DJV bekräftigt Nein zu Online-Durchsuchungen

22.01.2008

DJV fordert: Pläne zur Onlinedurchsuchung stoppen

10.01.2008

Mehr Investitionen in Onlinejournalismus nötig

09.01.2008

Journalistische Blogs brauchen Qualitätsstandards - DiskussionLIVE im Internet

18.12.2007

Online-Journalismus vor neuen Herausforderungen
DJV-Veranstaltung am 10.01.2008 in Berlin

29.09.2007

Online-Journalismus ohne Medienethik nicht denkbar

24.05.2007

Fachgruppe Online geht neue Wege
Seit 2006 Kooperation mit den Kollegen aus Rheinland-Pfalz

27.04.2007

Online-Durchsuchungen: DJV fordert Aufklärung

05.02.2007

Online-Durchsuchung: Urteil im Sinne der Recherchefreiheit

27.05.2006

Internet setzt auf Qualität - Tagung des DJV "BesserOnline"

08.12.2005

DJV kritisiert: Medien können nicht für Internetforen haften

 

 
     
 

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