"Zum Wohle des Journalismus und der Agrarwirtschaft"
Hans Heinrich Matthiesen mit Bundesverdienstkreuz geehrt
16.10.2009 WIESBADEN. Mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ist am heutigen Freitagabend der bekannte hessische Journalist Hans Heinrich Matthiesen (Freienwill-Kleinsolt) geehrt worden. Der Hessische Minister der Justiz, für Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn (FDP), überreichte in Wiesbaden diese hohe Auszeichnung. Dabei würdigte er die jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit des Geehrten und betonte dessen außerordentliches Engagement für „seinen“ Berufsstand, den Journalismus, den er rund 30 Jahre mit dem Schwerpunkt Agrarwirtschaft ausübte. „Die langjährige und breit gefächerte unabhängige journalistische Tätigkeit von Hans Heinrich Matthiesen wird mit Recht heute mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt“, betonte Minister Hahn.
Hans Heinrich Matthiesen war von 1967 bis 1969 als Redakteur im Hessischen Rundfunk tätig, danach bis 1971 als Pressesprecher der Gesellschaft für Absatzförderung der Deutschen Landwirtschaft e. V. und der Zentralen Marketinggesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft. Nach Aufenthalten in den USA und in Kanada war er Redakteur bei der Deutschen Presseagentur in Kiel und Hamburg und anschließend Referent bei der Freien Demokratischen Partei in Bonn. Seit 1976 arbeitete Herr Matthiesen als Abteilungsleiter für den Landfunk beim Hessischen Rundfunk und war dort für die Ressorts Wirtschaft, Technik, Arbeit und Soziales sowie für die Welle hr-info bis zu seinem Ruhestand zuständig.
Er war neun Jahre Erster Vorsitzender der Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland im Verband Deutscher Agrarjournalisten e. V. (VDAJ) und anschließend bis 2003 Erster Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Agrarjournalisten. Des Weiteren war Matthiesen vier Jahre Präsident und Past-Präsident des Weltverbandes der Agrarjournalisten. Seit 2005 ist er auch Erster Vorsitzender der Landesgruppe Nord im VDAJ und gehört in dieser Funktion sowie als Ehrenvorsitzender nach wie vor dem Vorstand des Verbandes an.
Darüber hinaus war Herr Matthiesen von 1993 bis 2000 Vorsitzender des Ortsverbandes Frankfurt am Main im Deutschen Journalistenverband (DJV) und von 1996 bis 2000 stellvertretender Landesvorsitzender des DJV, Landesverband Hessen. Daneben ist er seit 1997 Mitglied im Fachausschuss Europa des DJV als Vertreter Hessens. Für ein Jahr war er Geschäftsführer des Internationalen Clubs Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Matthiesen wurde im Jahre 2005 mit der „Andreas-Hermes-Medaille“ des Deutschen Bauernverbandes geehrt.
„Sie, Herr Matthiesen, haben durch Ihr Wirken für Ihre Zunft über die Landesgrenzen hinweg Zeichen gesetzt. Ihre Arbeit und Ihr Engagement für die sozialen und ethischen journalistischen Standards auf europäischer Ebene hinterlassen deutliche Spuren. Oberste Maxime für Sie sind neben der Fachkompetenz, die Pressefreiheit, journalistische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit. Sie haben sich über einen langen Zeitraum unter Zurückstellung persönlicher Interessen für Ihre Kolleginnen und Kollegen engagiert. Für Ihr unermüdliches und beispielgebendes Wirken möchte ich Ihnen danken. Das Verdienstkreuz ist ein Ausdruck der Anerkennung für Ihr hohes und inhaltlich wegweisendes Engagement“, schloss Staatsminister Hahn und gratulierte dem Geehrten.
Unter den etwa 30 Gästen waren auch viele Freunde und Weggefährten von Mathiesen. Der Landesvorsitzende des DJV Hessen, Hans Ulrich Heuser, gratuliert dem langjährigen und engagierten Mitglied. "Wir sind stolz auf ihn, er hat sich die Auszeichnung wirklich verdient". Der DJV hoffe, dass er sich auch in Zukunft weiter für die europäische Idee im Journalismus und die Belange der Medien einsetzen werde.
+++
Deutschsprachige Journalisten planen
gemeinsame
EU-Initiative in Sachen Urheberrecht
27.09.2008 BERLIN. Mit einer gemeinsamen Delegation und einem gemeinsamen Forderungspapier werden die deutschsprachigen Mediengewerkschaften im kommenden Frühjahr in Sachen Urheberrecht in Brüssel bei den zuständigen EU-Stellen sowie den EU-Parlamentariern der jeweiligen Länder vorsprechen und Lobbying machen. Diese vom Vizevorsitzenden der östereichischen Gewerkschaft Kunst-Medien-Sport-Freie Berufe (KMSfB) Michael Kress vorgeschlagene Vorgangsweise ist das wichtigste Ergebnis des zweiten Treffens des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) mit der KMSfB/Sektion Kommunikation und Publizistik und der Gewerkschaft "Impressum - die Schweizer Journalisten" am letzten Septemberwochenende in Wiesbaden (Hessen). Wie schon im Vorjahr in Baden bei Wien hatte die KMSfB in ihrer Delegation auch die UNO-Journalisten (UNCAV) und den Österreichischen Journalistenclub (ÖJC) eingebunden. Erstmals war heuer die Schweiz vertreten, geplant ist nun auch die Einbindung anderer Länder mit deutsprachigen Minderheiten (Italien/Südtirol, Dänemark, Niederlande). Heuer stand die Tagung unter dem Generalthema "Journalisten in Europa - Entwicklung zwischen Globalisierung und EU".
Mit der gemeinsamen Aktion in Brüssel wollen die Mediengewerkschaften ihren (kontinentalen und vom angloamerikanischen Copyright sehr unterschiedlichen) Urheberrechtsforderungen bei der EU Nachdruck verleihen und für Verständnis werben. Wie notwendig dies ist, zeigte der Vorsitzende des DJV-Fachauschusses Europa, Rainer Reichert, auf: So vertreten Hochschulprofessoren die Ansicht, dass alles in YouTube Publizierte als "gemeinfrei" gelten solle und damit urheberrechtlich nicht geschützt wäre. Der ÖJC präsentierte ein von ihm bereits in Brüssel übergebenes "Non Paper", das die bei Fotos übliche Namensnennung (Foto-credit) auch für Textbeiträge einfordert. Reichert bezeichnete dies allerdings als Sache des nationalen Urheberrechtes, die etwa in Deutschland klar geregelt ist (doppelter Honoraranspruch bei Unterlassung der Namensnennung).
Die KMSfB-Sektion Kommunikation und Publizistik hat für 2009 eine Urheberrechts-Kampagne beschlossen, informierte Kress und wies auchauf die seit 2006 laufende erfolgreiche Seminarreihe "Copyright im Internet-Zeitalter" hin.
Kommt "Europäische Medienakademie"?
Im Hinblick auf weitere gesamteuropäische Aktivitäten wurde in Wiesbaden sowohl über die Schaffung einer "Europäischen Medienakademie" (als EU-Projekt) als auch über einen "europäischen Ethik-Kodex" gesprochen. Dieser scheitere, wie der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken betonte, daran, dass es mehrere nationale Kodices gibt, die schon lange bestehen und Tradition haben.
Besprochen wurden auch gewerkschaftliche Aktivitäten in Osteuropa, denn - wie der Vorsitzende des DJV Thüringen, Wolfgang Marr, betonte - "wir können Osteuropa nicht den Unternehmern überlassen".
Der DJV ist mit 47.000 Mitgliedern die größte Journalistengewerkschaft der Welt und war bei der Tagung durch den Bundesvorsitzenden Michael Konken sowie mehrere Landesvorsitzende u.a. aus Hessen (Uli Heuser) und dem Europa Fachauschuss-Vorsitzenden Rainer Reichert vertreten. Der KMSfB-Delegation gehörten neben Vorsitzendem Prof. Heinz Fiedler und Michael Kress auch Angelika Zedka und Dr. Robert F. Weber an. UNCAV war durch Board member Sonja Sommer vertreten, der ÖJC durch Präsident Fred Turnheim , Vizepräsident Dr. Herbert Laszlo und Harald Vaca. (M.K.)
+++



